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Belletristik: Der Megaseller oder Alle Sünden dieser Welt: Roman
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Titel:      Der Megaseller oder Alle Sünden dieser Welt: Roman
Kategorien:      Belletristik
BuchID:      1443
Autor:      Klaus von Anderen
ISBN-10(13):      3866121814
Verlag:      Pendo
Publikationsdatum:      2008-09
Edition:      Erstauflage
Number of pages:      320
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Genial!

07.07.2010 Bewertung:  5 Maren vergibt 10 von 10 Punkten

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Schon der Titel und das Autorenpseudonym sind genial. Und die Geschichte hält dann auch, was beides verspricht. Hauptfigur (ich möchte ihn nicht Protagonist nennen, denn ein Guter ist er ja nicht, aber auch nicht so schlimm, dass er gleich ein Antagonist wäre) ist der Literaturagent Merlin Petrow. Eigentlich heißt er ja Peter Meier, aber mit solch einem Namen kommt man in seiner Branche nicht weit. Und da er weiß, wie wichtig Namen sind, hat er sich in Merlin Petrow umgetauft.
Während er die unverlangt eingesandten Manuskripte sichtet, fällt ihm eines mit dem Titel „Alle Sünden dieser Welt“ auf. Ein toller Titel, findet er. Die Autorin heißt Jutta Schniedelhahn und verrät im Anschreiben frohgemut, dass er, Merlin Petrow, ihre letzte Hoffnung sei, denn die 53 Verlage, die sie schon anschrieb, wollten alle ihren Roman nicht. Nach dem Lesen der ersten Sätze hat Merlin dafür auch vollstes Verständnis.
Doch just in diesem Moment klingelt sein Telefon. Verlagschef Kübler ist dran und braucht Merlins Hilfe, denn ihm ist sein Spitzentitel überraschend weggebrochen. Und Merlin weiß direkt Rat. Er dreht dem Verleger Alle Sünden dieser Welt an, in dem er ihm das unterirdische Machwerk schmackhaft macht.
Das allein ist schon dreist genug, welch kriminelle Energie in Merlin steckt, wird allerdings deutlich, als ein zweiter Verlag sich für das Werk der bislang unentdeckten Autorin (die Merlin als ehemalige Animierdame und Playboy-geeignet anpreist) interessiert und ins Bieter-Rennen einsteigt.
Inzwischen macht Merlin sich auf, Jutta Schniedelhahn zu suchen. Die hat er den Verlagen als Emmanuelle Schneider vorgestellt. Als er die schreibende Hausfrau kennenlernt, trifft ihn fast der Schlag; die Dame ist groß und breit, vor allem breit und alles andere als eine erotische Erscheinung. Überhaupt ist sie irgendwie sehr steif in ihrer Art.
Um das zu ändern nimmt Merlin beim nächsten Termin kleine Pillen mit zu ihr, was drin ist, weiß er nicht, hat er sie doch seiner unfähigen Praktikantin Freia Frei geklaut. Leider haben die Pillchen mit dem lachenden Donald eine unglückliche Wirkung: Jutta Schniedelhahn verstirbt sehr schnell.
Merlin macht sich daran, die Spuren seiner Anwesenheit zu beseitigen und die Manuskripte von ihr zu klauen. Da er inzwischen mit beiden interessierten Verlagen im Geschäft ist, kommen ihm die Manuskripte sehr gelegen. Und ein Ersatz für die ohnehin nicht vorzeigbare Autorin lässt sich – mit für ihn typischer Erpressungstaktik – dann auch finden. Aber so leicht, wie Merlin sich das alles vorstellt, soll es dann doch nicht werden ...

Dieses Buch ist von der ersten Zeile an ein herrlicher Spaß. Ganz besonders wenn man sich in der Buch-Branche auskennt, entdeckt man viele Anspielungen. Aber auch, wer nicht in der Verlagswelt tätig ist, wird viel zum Schmunzeln haben.
Merlin Petrow ist als Literaturagent skrupellos, versteht einiges von seiner Arbeit und geht über Leichen. Ein Mörder ist er zwar nicht; dass die Autorin ihm unter den Händen wegstirbt (oder eher auf ihm), war eindeutig ein Versehen, allerdings steckt reichlich kriminelle Energie in ihm.
Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, nicht nur, weil es so humorvoll ist, sondern weil es trotz aller überzogenen Situationen auch warnt, allzu blauäugig in der Branche herumzutapsen.


Maren hat insgesamt 176 Rezensionen angelegt.


 
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