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Belletristik: Der Duft des Mangobaums
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Titel:      Der Duft des Mangobaums
Kategorien:      Belletristik
BuchID:      1727
Autor:      Jan Winter
ISBN-10(13):      3547711444
Verlag:      Marion von Schröder
Publikationsdatum:      2010-10-13
Edition:      Hardcover
Number of pages:      432
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Der Duft des Mangobaums

20.11.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Das Cover des Romans ist schon ein echter Blickfang. Abgebildet ist ein in Nebel gehülltes Tal. Den oberen Teil des Covers zieren weiße Blüten. Auf den Buchdeckeln befindet sich eine Karte von Malaya um 1930, die zur besseren Orientierung dient. Hilfreich ist auf jeden Fall auch das Glossar im Anhang.

Als die junge Alma Dillingham aus Bremerhaven Liverpool zusammen mit ihrem Sohn Albert verlässt, um ihrem Mann Howard nach Malaya zu folgen, ahnt sie nicht, wie sehr sich ihr Leben verändern wird. Bereits auf der Überfahrt lernt sie Menschen an Bord kennen, die ihr späteres Leben in Asien maßgeblich beeinflussen. Doch zunächst muss sie erkennen, dass ihr Mann Howard nicht der zuvorkommende und liebevolle Ehemann ist, den sie damals geheiratet hat. Ihr Leben in Malaya beginnt mit einer Lüge und setzt sich mit der Untreue ihres Mannes fort. Als dieser plötzlich stirbt, muss sie die geliebte Plantage verlassen.

In Raymond, dem Besitzer der Nachbarsplantage hat sie einen guten Freund gefunden und mit Hilfe seiner Beziehungen, findet Alma schnell ein neues Zuhause. Bald darauf begegnet sie Samad, dem jungen Arzt, dessen Bekanntschaft sie bereits auf dem Schiff gemacht hat und verliebt sich in ihn. Doch ihre Liebe kann eigentlich keine Zukunft haben, da Samad verheiratet ist und plötzlich scheinen auch Raymonds Gefühle für Alma weit über eine Freundschaft hinaus zu gehen ...

Über vierhundert Seiten lang gefangen in einer Geschichte, die eigentlich keinem Genre so recht zuzuordnen ist. Das bemerkenswerte für mich war, dass \"Der Duft des Mangobaums\" aus der Feder eines Mannes stammt. Jan Winter hat mich mit seinem einfühlsamen Schreibstil überrascht und gleichzeitig verzaubert. Seine Figuren besitzen unheimlich viel Tiefe und haben sich auch während der Geschichte immer weiterentwickelt, so dass ich mich ihnen gar nicht entziehen konnte. Besonders Alma hat mir sehr imponiert mit ihrer Stärke, ihrer Unabhängigkeit, ihrem Mut und ihrer grenzenlose Liebe zu diesem ihr eigentlich fremden Land.

Der Leser erfährt viel Wissenswertes über dieses exotische Land und seine einheimischen Bewohner, deren Esskulturen und Lebensgewohnheiten. Ich habe mich gleich wohl gefühlt und war traurig, nach über vierhundert Seiten wieder Abschied nehmen zu müssen.

Ganz klare Empfehlung von meiner Seite und fünf Sterne für ein Buch, das eigentlich noch viel mehr Sterne verdient hätte.


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


Der Duft des Mangobaums

29.03.2011 Bewertung:  4 augustmaus vergibt 8 von 10 Punkten

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Alma folgt mit ihrem kleinen Sohn Albert ihrem Mann nach Malaya auf eine Gummiplantage. Sie verliebt sich sofort in das Land, muss aber erkennen, dass ihr Mann nicht nur wesentlich weniger erfolgreich, sondern vor allem sehr frustriert ist. Nach einem furchtbaren Unfall steht sie alleine im fremden Land, das ihr jedoch schon längst eine neue Heimat geworden ist und wo sie Unterstützung durch ihre neu gewonnenen Freunde findet.

Der Roman bietet eigentlich alles, was ein historischer Schmöker, der in einem exotischen Land spielt, nötig hat: großartige Landschaftsbeschreibungen, liebenswerte Personen, den kauzigen Außenseiter, der sich als einer der Guten herausstellt, Liebe, Leid und ein (zum Großteil) happy End.

Überraschungen in der Handlung hat der Roman nicht zu bieten, diese ist doch sehr offensichtlich und trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die Landschaftsbeschreibungen lassen einen in die fremde Welt eintauchen und die Beschreibung der Verhältnisse zwischen Eingeborenen und den englischen Kolonialisten scheint mir schlüssig und zeigt die Überheblichkeit der westlichen Mächte.

Etwas schade fand ich, dass am Ende ein sehr großer Zeitraum übersprungen wird und von der Flucht aus Malaya vor den Japanern gleich zur Rückkehr gesprungen wird.

Insgesamt ein schöner historischer Schmöker, durch den exotischen Hintergrund genau das Richtige um im grauen Herbst ein bisschen von Sonne und Wärme zu träumen.


augustmaus hat insgesamt 8 Rezensionen angelegt.


Der Duft des Mangobaums

29.12.2011 Bewertung:  4 Themistokeles vergibt 8 von 10 Punkten

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Inhalt: Alma folgt zusammen mit ihrem Sohn Albert ihrem Mann Howard nach Malaya, nachdem die Bremerin eine Zeit zusammen mit ihrem Mann und danach allein in Liverpool gelebt hat.
In Malaya angekommen verliebt Alma sich sofort in das Land, anders als alle anderen Frauen der dortigen Plantagenbesitzer, auch wenn das Leben auf Howards Plantage in Malaya hart ist und das Klima Malayas so ganz anders. Von ihrer Reise nach Malaya kennt sie den Arzt und Malaien Samad, den sie schon an Bord sehr sympathisch fand und mit dem sie sich, ebenso wie mit dem australischen Plantagenbesitzer Raymond während ihrer Zeit in Malaya immer mehr anfreundet.
Plötzlich stirbt Howard und Alma muss die Plantage verlassen, zudem bricht auch noch der Zweite Weltkrieg aus und Alma muss als gebürtige Deutsche in einer britischen Kolonie um ihr Leben und das ihres Sohnes fürchten. Jedoch hat sie mit Samad und Raymond gute Freunde, die ihr zur Seite stehen und sie vor Gefahren zu schützen versuchen. Alma empfindet aber nicht nur Freundschaft für Samad sowie Raymond und muss eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Meinung: Almas Geschichte ist sehr emotional erzählt und man beginnt sehr schnell nachzuempfinden, was Alma in Bezug auf Malay fühlt, da ihr das Land so nahe zu sein scheint und diese Nähe sehr eindrücklich dargestellt wird. Auch was sie in Bezug auf andere Personen fühlt, sowohl negatives als auch positives, und was Alma von der Landschaft und den Orten, an die es sich verschlägt, hält, wird sehr eindringlich beschrieben, so dass man ihre Meinung und ihre Gefühle einfach verstehen muss.
Zudem bleiben insbesonderen die wichtigen Charaktere nicht flach auf dem Papier, sondern wirken gradezu plastisch und real, da sie durch Almas Emotionen, ihre eigenen Emotionen und die bildhafte Sprache einfach sehr glaubhaft wirken. So dass man sich Alma, Raymond und Samad gut als echte Bekannte vorstellen kann.
Extrem spannend ist die Geschichte um Alma zwar nicht, jedoch ist sie allein durch die bildhafte und emotionale Sprache und die wunderbaren Beschreibungen Malayas und von Almas Erfahrungen und Erlebnissen, sowie ihren Gefühlen sehr lesenswert und lebt auch genau durch diese Motive und wird durch sie geleitet. Es handelt sich also um eine Geschichte, die eindeutig die emotionale Seite von einem anspricht, was mir auch sehr gefallen hat und was wunderbar präsentiert wird.
Es präsentiert sich daher eine echt bildhafte, schöne und prägende Geschichte über ein ganz besonderes Land, erzählt von einer besonderen Frau.


Themistokeles hat insgesamt 66 Rezensionen angelegt.


Die Faszination Malayas

06.01.2012 Bewertung:  5 kerry3 vergibt 10 von 10 Punkten

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Die junge Deutsche Alma ist im Jahre 1935 mit ihrem dreijährigen Sohn unterwegs von England nach Malaya zu ihrem Mann, der eineinhalb Jahre zuvor dorthin aufgebrochen ist, um eine Plantage aufzubauen. Neben Alma hebt Jan Winter gleich zu Beginn des Romans zwei Personen hervor und man ahnt schnell, dass diese auch im weiteren Geschehen und in Almas Leben eine Rolle spielen werden: Lady Swinton, die Frau eines Majors und eine beeindruckende Persönlichkeit und den Malayen Samad, der in England Medizin studierte und sein Wissen und Können nun in seiner Heimat nutzen möchte.

In Malaya angekommen werden Alma zwei Dinge schnell nur zu deutlich: zum Einen die Tatsache, dass Howard nicht mehr der gleiche Mann ist, den sie in England geheiratet ist – und dies ist nicht unbedingt positiv zu sehen – zum Anderen, dass sie ihre neue Heimat von Anfang an liebt. Nicht dass sie die Schwierigkeiten, die sie hier auf sich nehmen muss übersieht oder verdrängt, aber für Alma überwiegen die Vorzüge und die Schönheit des Landes. Schnell fügt sie sich ein, gewinnt Freunde in ihrem Schwager oder dem Nachbarn Raymond, der eigentlich eher ein Außenseiter in der englischen Gesellschaft der Kolonie ist.

Nach einiger Zeit stirbt Howard bei einem Unfall, was den Leser weder verärgert noch verwundert, denn das dies passieren musste, war sowohl klar als auch notwendig, um eine Weiterentwicklung der Handlung zu ermöglichen (so ganz ohne Klischees geht es also auch hier nicht). Wie genau der Roman sich nun weiterentwickelt… nun, hier möchte ich mit meiner Beschreibung enden, um nicht zu viel zu verraten und die Spannung, die man zum Selberlesen braucht zu nehmen.

 

FASZINIEREND

 

ist für mich, wie der Autor die Personen darstellt. Man könnte meinen, man kennt jeden einzelnen der Agierenden persönlich, so klar ist das gezeichnete Bild.

Alma selber wird als starke Frau mit Stil vorgeführt: sie wuchs als Tochter eines deutschen Fabrikanten behütet und mit vielen Bildungsmöglichkeiten auf, wurde aber nicht rein auf den Status einer Ehefrau hin erzogen, sondern sollte die Firma eines Tages übernehmen, de dann leider bankrott ging. So weiß sie ihren Platz zwar nahezu perfekt einzunehmen, wirkt aber auch nicht wie ein unterwürfiges oder hilfloses Frauchen, das auf der Männer permanenten Schutz angewiesen ist. Sie begeht durchaus Fehler, was sie aber nicht unsympathisch, sondern menschlich macht und sie steht zu ihren Entscheidungen.

Howard ist ein schwacher Mann, der eigentlich eine von den Männern dieser Zeit erwarteten Rolle ausfüllen möchte, der er aber nicht gewachsen ist. Obwohl er seine Frau sicherlich liebt, geht er fremd, belügt sie und sich selbst über die Besitzverhältnisse und die Gegebenheiten der Plantage, ist ihrer inneren Stärke unterlegen. Diese Figur erweckt in mir beim Lesen zwiespältige Gefühle: einerseits Mitleid, andererseits Verachtung. Dass er relativ früh im Roman stirbt, ist so voraussehbar wie auch kein Schaden – irgendwie ließ mich das kalt.

Samad: der anziehende Exot. Von westlichen Einflüssen durch sein Studium in Edinburgh geprägt ist er zerrissen zwischen seiner Faszination von Alma und den Traditionen seiner Heimat. Zunächst erscheint er mehr als sympathisch, im Grunde genommen ist er aber ein ebenso schwacher Mann wie Howard, der letztendlich Alma in Gefahr bringt.

Der eigenwillige Außenseiter der englischen Gesellschaft Raymond Clarke… Mädels, DAS ist ein Mann *g*. Mehr sage ich zu ihm nicht ;-)

Lady Swinton taucht nur zu Beginn des Romans und dann noch zweimal ganz kurz auf und ist dennoch eine der faszinierendsten Personen des Buchs.

Und dann gibt es da noch Almas Schwager und Schwägerin, Samads Großmutter, den Beau Robert Courtenay, Raymonds chinesischen Partner Ooi Ah Tong und eine ganze Menge mehr Personen, die das Buch bereichern und die Handlung interessant sein, ja geradezu schillern lassen.

 

In meiner früheren Tätigkeit als Bibliothekarin hatte ich unter anderem die Aufgabe, neu erworbene Romane einem bestimmten sogenannten „Interessenkreis“ zuzuordnen. Bei manchen Büchern war das einfach: das eine war eindeutig ein Fantasyroman, das andere ein biographischer Roman, das dritte kam in die Abteilung Krimi.

Bei „Der Duft des Mangobaums“ wäre ich damals in meinem Büro gesessen und hätte mir den Kopf zerbrochen, wo ich das Buch einstelle, um eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen. Natürlich ist es ein Frauenroman, aber keiner von der oberflächlichen Seite und durchaus auch für zeitgeschichtlich interessierte Männer geeignet (was sicher auch dadurch gegeben ist, dass der Autor männlich ist) – also nicht in dieses Regal. „Zeitgeschichte“ schreckt aber auch wiederum viele Frauen ab (das ist keine Diskriminierung, meine lieben Damen, sondern Erfahrung aus dem Berufsalltag)… „Andere Länder“? eine gute, aber nicht perfekte Möglichkeit, ebenso wie „Abenteuer“, denn voll von Abenteuer und Spannung ist die Handlung oftmals, aber ein Abenteuerroman bzw. was man darunter landläufig versteht ist es nicht.

Ich kann also nur allen lesefreudigen Menschen, egal ob Männlein oder Weiblein, die sich durch einen oder mehrere dieser Begriffe angesprochen fühlen und Interesse an unterhaltlicher und gleichzeitig niveauvoller Literatur haben, meine volle Empfehlung für Winters „Der Duft des Mangobaums“ aussprechen.


kerry3 hat insgesamt 30 Rezensionen angelegt.


 
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