Warning: Creating default object from empty value in /www/htdocs/rezionde/components/com_booklibrary/booklibrary.php on line 2910
Belletristik: Der gefrorene Rabbi: Roman
  Print


Titel:      Der gefrorene Rabbi: Roman
Kategorien:      Belletristik
BuchID:      1868
Autor:      Steve Stern
ISBN-10(13):      3896674366
Verlag:      Karl Blessing Verlag
Publikationsdatum:      2011-01-10
Edition:      Hardcover
Number of pages:      496
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

2 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Roman
Erscheinungsjahr: 2011
Aus d. Amerikan. v. Friedrich Mader
Gewicht: 778 gr / Abmessungen: 215 mm x 135 mm
Von Stern, Steve / Übersetzt v. Mader, Friedrich


B
Eine scharfsinnige Gesellschaftssatire, eine skurrile Zeitreise und ein spannender Familienroman
S
Beim Durchwühlen der Gefriertruhe stößt der gelangweilte Teenager Bernie Karp zwischen Tiefkühlpizzas und Koteletts zufällig auf einen Eisblock, in dem ein bärtiger alter Mann eingefroren ist. Ein Rabbi, wie seine ebenso gelangweilten Eltern ihm erklären, der innerhalb der Familie als eine Art Talisman über Generationen weitergereicht wurde.
Bei einem Stromausfall geschieht das Unglaubliche: Der Rabbi taut auf und erwacht zu neuem Leben. Der aus der Zeit gefallene heilige Mann entwickelt ungeahnte Energien und entdeckt lukrative Entfaltungsmöglichkeiten in der modernen Welt. Während der Rabbi in einem Einkaufszentrum das ''Haus der Erleuchtung'' gründet und gestressten Managern und frustrierten Hausfrauen das Seelenheil verkauft, glaubt Bernie, endlich einen Sinn in seinem Leben gefunden zu haben. Er findet nach und nach heraus, wie der gefrorene Geistliche von einem polnischen Schtetl des neunzehnten Jahrhunderts in eine Gefriertruhe im Memphis der Gegenwart geraten ist, und will das Familienerbe bewahren. Doch der Rabbi macht nichts als Ärger.

Pressestimmen:
"In Zeitsprüngen und Rückblicken erzählt Steve Stern in Der gefrorene Rabbi eine Familiengeschichte, die phantastischer und charmanter kaum sein könnte. Trotz seiner überdrehten Geschichte ist das Buch an keiner Stelle albern und niemals unplausibel. Stern schafft es, so selbstverständlich über den gefrorenen Rabbi zu schreiben wie über das amerikanische Fernsehprogramm. Die Zurückhaltung und Lakonie seiner Sprache spiege

   


Rezensionen
schickt den Rabbi bitte wieder zurück in die Gefriertruhe

16.02.2011 Bewertung:  0.5 coffee2go vergibt 1 von 10 Punkten

Userpic

Meine Meinung zum Buch:

Die Idee des Autors für diesen Roman finde ich originell. Der Sprachstil des Buches ist durchwegs recht einfach gehalten, zum Teil sind sehr ausführliche Beschreibungen von Situationen, dann sind wieder  jüdische Begriffe aneinandergereiht, die mir das Lesen (hatte ein Leseexemplar ohne Glossar) erschwert haben. Zu Beginn des Buches war die Handlung noch recht spannend, vor allem auch durch den Zeitsprung: Die Kapitel spielen teilweise in der gegenwärtigen Zeit und zwischendurch erfolgen Rückblenden 100 Jahre in die Vergangenheit zurück. Den mittleren Teil des Buches fand ich sehr langatmig und anstrengend zu lesen, ich bin nahezu eingefroren wie der Rabbi und das Ende des Buches fand ich total überzogen und unrealistisch. Ich musste mich zwingen das Buch fertig zu lesen.

Die Charaktere des Buches sind durchwegs wenig sympathisch und sehr oberflächlich beschrieben,  ich konnte mich mit niemandem richtig anfreunden. Erwartet hatte ich mir auch, dass ich ein wenig Einblick in die jüdische Kultur und Tradition erhalten könnte, was sich aber leider nicht erfüllt hat.

 

Mein Fazit:

Mir hat das Buch nicht gefallen, aber vielleicht waren auch meine Erwartungen aufgrund der Leseprobe, die mir gefallen hat und aufgrund der positiven Werbung für das Buch, zu hoch gesteckt.


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


Jiddische Wundertüte

24.02.2012 Bewertung:  3.5 rumble-bee vergibt 7 von 10 Punkten

Userpic

Mein lieber Schwan, äh, mein lieber Steve Stern - das ist ja ein ganz schöner Brocken, den Sie uns Lesern hier zumuten. Nicht einmal von der Länge her - aber Sie haben sich inhaltlich und stilistisch einfach sehr viel vorgenommen. Ich weiß Ihre Fabulierfreude und erzählerische Experimentierlust zu schätzen, denke aber trotzdem, dass dieses Buch an europäischen Lesern weitestgehend vorbei geht. Wissen Sie, es ist ja schön und gut, wenn Sie gleich haufenweise auf (amerikanische) jüdische Autoren und Versatzstücke jüdischer Kultur anspielen - doch das alles ist im kulturellen Gedächtnis Europas, und insbesondere Deutschlands, nicht gerade im guten Sinne hängen geblieben, wenn Sie verstehen, was ich meine.

In Amerika ist das anders, da ist man herrlich unbefangen, was die Mischung von Stilen und die Verwendung von Anspielungen angeht. Zudem sind die Autoren, auf die Sie hier anspielen und die sich wie ein roter Faden durch ihr Werk ziehen, hier bei uns einfach nicht so präsent - zwar oft gelobt, aber kaum gelesen.

Sie werden doch wohl kaum bestreiten wollen, dass Sie hier nach Herzenslust Philip Roth (\"Portnoys Beschwerden\") , Jonathan Safran Foer (\"Alles ist erleuchtet\"), Leon Uris (\"Exodus\") und noch etliche andere durch den Kakao ziehen? na also! Und Barbara Streisand dürfte sich auch wundern, dass ihr \"Yentl\" in diesem Buch wieder zu Ehren kommt (oder war das auch vorher ein Buch? Sehen Sie, hier weiß man so etwas nicht!). Ich sitze wirklich zwischen sämtlichen Stühlen, Herr Stern. Ich sehe ja durchaus, wie reichhaltig Ihre Inspirationsquellen waren, dennoch will sich für mich - ich bin halt auch Europäer - kein wirklich einheitliches Gesamtbild ergeben.

Es fing ja noch sehr gut an. Sie kontrastieren hier zwei Handlungsstränge; einen um einen eingefrorenen Rabbi in der Vergangenheit, voller jiddischem Witz und \"magischem Realismus\". (Gabriel Garcia Marquez und Günter Grass wären stolz auf Sie!) Und den anderen Handlungsstrang in der amerikanischen Gegenwart, der sich um einen (seelisch) heimatlosen Jugendlichen dreht, der seine literarische Verwandtschaft mit dem berühmt-berüchtigten Alex Portnoy nun wirklich nicht bestreiten kann. Beide Stränge bewegen sich durch das ganze Buch hindurch aufeinander zu, um sich am Ende höchst unerwartet und herrlich abgedreht wieder zu verquicken. Das ist ja schon witzig erdacht von Ihnen! Im Grunde beginnt es mit Sex (Bernie auf der Suche nach einem Objekt der Begierde), und es endet eben auch mit Sex - mit einem Höhepunkt der besonderen Art. Aber ich will neuen Lesern nicht zuviel erzählen.

Aber, Herr Stern, ist denn dann nicht der Titel des Buches falsch gewählt? Im Grunde geht es in dem Buch gar nicht großartig um den Rabbi. Der taucht höchstens drei- bis viermal am Rande auf. Nein, es geht um nichts weniger als \"die Juden\", um eine jüdische Familiengeschichte über mehrere Generationen, die wiederum mehrere Untergeschichten enthält (Assimilation in Amerika, Guerrillakrieg in Palästina...). Das ist zwar alles durchaus ansprechend miteinander verstrudelt, dennoch letzten Endes aber ein wenig viel. Erst recht für hiesige Leser.

Aber ich will Sie beruhigen, das Buch hatte für mich auch durchaus ansprechende Seiten. Den herrlich lakonischen Sprachwitz zum Beispiel, der sich in einem unaufgeregten Erzählton und vielen kleinen Seitenhieben offenbarte. Wer würde denn schon eine alte Schindmähre \"Bat-Scheba\" nennen? Hier habe ich herzhaft gelacht! (Bat-Scheba war, laut Bibel, ja die Frau, die König David mit ihrer Schönheit um den Verstand brachte, gell?) Ach, es waren schon viele Kleinigkeiten, die die Würze des Buches ausmachten. Die missglückten Erfindungen von Schmerl Karp beispielsweise. Oder die bärbeißige Ehefrau von Salo. Und erst diese ganzen Familiennamen! herrlich! Auch hat mir gefallen, dass Sie uns Lesern schon einiges an Intelligenz zutrauen. Denn das Buch platzt ja beinahe vor jiddischem (Sprach-) Kolorit.

Den sehr ausgeprägten mystischen Anteil des Buches hätte ich fast vergessen. Das liegt eben daran, dass diese \"jiddische Wundertüte\" fast zu viel Inhalt hat. Da verliert man als Leser schon mal den Überblick. Jedenfalls: auch die zu Dutzenden genannten und zitierten mystischen und spirituellen Autoren, wie James Redfield, Norman Vincent Peale, Eckart Tolle (ein Deutscher! Danke!) usw. haben mich in ihrer Vielfalt durchaus beeindruckt. Mein Respekt, was Sie nicht alles kennen!

Nur, mein lieber Steve Stern: das nächste Mal bitte ein wenig weniger Wundertüte, und mehr allgemein verständlichen Roman. Jedenfalls dann, wenn Sie auch in Europa Erfolg haben wollen.

Is sich das ein Buch, geschrieben von Shmock für andere Shmock. Nix für Goys. Nu.

 


rumble-bee hat insgesamt 76 Rezensionen angelegt.


 
Joomla templates by a4joomla