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Belletristik: Der Klang der Lüge: Historischer Roman
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Titel:      Der Klang der Lüge: Historischer Roman
Kategorien:      Belletristik
BuchID:      10509
Autor:      Liv Winterberg
ISBN-10(13):      9783423260183
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2014-08-01
Number of pages:      496
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Der Klang der Lüge

04.08.2014 Bewertung:  5 urmeli vergibt 10 von 10 Punkten

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Die junge Alissende hat in ihrem Leben schon viel mit gemacht, als sie im Pyrenäendorf Seriol Asyl findet. Als Säugling wurde sie von ihrer Mutter verstoßen, da diese meinte, Alissende wäre ein "Wechselbalg", ein Kind des Teufels. Doch Alissende hatte Glück und wurde von Sybilla gefunden. Sybilla selbst wurde Christin, doch sie lebten in einer jüdischen Gemeinschaft. Nach Sybillas Tod wurde Alissende nur noch geduldet. Als dann die katholische Kirche mit der Vertreibung der Juden begann, flüchtete Alissende. Sie war völlig überrascht, wie herzlich sie in der neuen Dorfgemeinschaft aufgenommen wurde, wenn sie auch manches dort seltsam erschien. Die Dorfbewohner gehörten zu den "Guten Menschen", Katharer, eine Glaubensrichtung die eigentlich schon vernichtet zu sein schien. Der Schäfer Simon hat Alissendes Herz erobert, doch warum möchte Simon schnellstens Seriol verlassen? Nachdem er den Pfarrer Pons in das Dorf brachte, überschlugen sich die Ereignisse. Viele Dorfbewohner wurden vom Bischof Durand verhaftet und nach Pamiers gebracht, nur ein paar Kinder, Alissende und Simon blieben zurück und kämpften ums Überleben und um die Inhaftierten.

Ein historischer Roman nach wahren Begebenheiten. Man merkt die genauer Recherche Liv Winterbergs dem Roman an, man lebt und leidet mit der Dorfgemeinschaft mit. Sehr gut und spannend geschrieben.


urmeli hat insgesamt 92 Rezensionen angelegt.


Gelungener historischer Roman

09.09.2014 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Die Katholikin Alissende flüchtet mit den Söhnen ihrer jüdischen Arbeitgeber aus Paris. In dem Pyrenäendorf Sériol finden die drei, nach einem äußerst anstrengendem Marsch, eine neue Heimat. Die Dorfbewohner nehmen sie unvoreingenommen in ihrer Mitte auf und versorgen sie mit dem Nötigsten. Alissende findet eine Anstellung als Magd und fühlt sich in der neuen Umgebung schnell heimisch. Doch bald stellt sich heraus, dass fast alle Bewohner des Dorfs der Religionsgemeinschaft der Katharer angehören. Alissende ist der Glaube der Menschen nicht wichtig, denn sie beurteilt ihre neue Heimat nach anderen Gesichtspunkten. Dem zuständigen Bischof ist der ketzerische Glaube der Dorfbewohner allerdings ein Dorn im Auge. Er beschließt deshalb, mit aller Härte gegen den Irrglauben anzugehen. Und schon bald beherrschen Angst und Misstrauen das Dorfleben....

Der Einstieg in den historischen Roman gelingt mühelos, da Liv Winterberg die Protagonisten und Handlungsorte so lebendig beschreibt, dass man sie beim Lesen regelrecht vor Augen hat. Dadurch kann man ganz in die Handlung eintauchen und das Geschehen auf sich wirken lassen.

Das Dorfleben wirkt intakt und die Bewohner scheinen gut miteinander auszukommen. Die Atmosphäre ist zunächst sehr locker, sodass man sich nicht wundert, dass die Hauptprotagonistin Alissende sich dort schnell heimisch fühlt. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Im Zentrum der Handlung steht Alissende und das Leben im Dorf. Man erhält allerdings auch Einblicke in die Vorgänge am Bischofssitz. Als der Bischof die ersten Bewohner zur Befragung einbestellt, merkt man schnell, wie die Atmosphäre im Ort umschlägt. Freunde und Nachbarn misstrauen sich plötzlich und sind nur noch auf den eigenen Vorteil bedacht. Da man sich mittlerweile beim Lesen selbst schon ein wenig im Dorf eingelebt hat, kann man den Umschwung sehr gut nachvollziehen.

Liv Winterbergs Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich über die Seiten und stellt sich beim Lesen stets die Frage, wie das wohl alles enden mag. Die Hauptprotagonistin Allisende wirkt sehr sympathisch, sodass man ihr Schicksal interessiert verfolgt. Allisende findet in dem Ort nicht nur eine neue Heimat, sondern auch einen Mann, den sie von Herzen liebt. Dieser Handlungsstrang nimmt allerdings nicht zuviel Raum ein. Eine allzu romantische Liebesgeschichte braucht man hier nicht zu befürchten.

Ich habe mich beim Lesen dieses historischen Romans gut unterhalten und konnte ganz in die Welt des kleinen Dorfes eintauchen. Im Mittelteil hatte ich leider hin und wieder das Gefühl, dass die Handlung etwas auf der Stelle tritt und dass es nicht recht voran geht. Im letzten Teil steigt die Spannung dann allerdings wieder an. Ein Personenregister, ein Glossar und ein interessantes Nachwort zum historischen Hintergrund der Romanhandlung runden das gelungene Leseerlebnis ab.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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