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Kolyma: Thriller
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Titel:      Kolyma: Thriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10080
Autor:      Tom Rob Smith
ISBN-10(13):      3442472350
Verlag:      Goldmann Verlag
Publikationsdatum:      2010-08-09
Number of pages:      480
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Kolyma
Aus der Amazon.de-Redaktion
Als Leo Demidow ins Zimmer seiner beiden Adoptivkinder kommt, tut Soja so, als würde sie schlafen. Aber der ehemalige KGB-Polizist hat genug Erfahrung mit Gefangenen, um zu erkennen, dass Soja hellwach ist und auf jede seiner Bewegungen mit Anspannung lauscht. Kurz zuvor hatte sie, wie schon so viele Nächte vorher, ein Messer an seine Halsschlagader gehalten. Aber dann war sie durch einen Anruf aufgeschreckt und davon abgehalten worden, ihre Tat vielleicht zumindest dieses Mal durchzuführen.

Der nächtliche Anruf ist für Leo Demidow mehr als unangenehm. Er kommt von einem betrunkenen Kollegen, der sich schuldig fühlt. Er hat eine Schuld auf sich geladen, an der auch Demidow seinen Anteil hat. Das ganze Lügengebäude einer heilen Familie scheint endgültig zusammenzubrechen. Dann wird auch noch Soja entführt und der Ex-KGB’ler und jetzige Leiter eines von der Sowjet-Regierung verschwiegenen Morddezernats auf perfide Art und Weise erpresst. Wenn ihm das Leben seiner Adoptivtochter lieb ist, so fordern die Entführer, solle er sich ins Gulag an den Rand Sibiriens einschleusen lassen und dort einen Priester befreien, für dessen Internierung vor sieben Jahren er selbst verantwortlich zeichnet. Demidow lässt sich auf den Handel ein – und wird im Strafgefangenenlager prompt enttarnt. Von diesem Zeitpunkt an scheint seine Ermordung nur noch eine Frage der Zeit zu sein...

Immer enger zieht der britische Bestsellerautor Tom Rob Smith die Schlinge um den Hals seiner Hauptfigur, bis selbst dem letzten Leser der Atem stockt. Nach Kind 44 ist Kolyma wieder ein großer Wurf im Thriller-Genre. Wie es dem jungen Autor gelingt, die bedrückende Atmosphäre in der Sowjetunion Chruschtschows erlebbar zu machen, ist nahezu erschreckend. Und wie sich dann alles löst, ist beruhigend zugleich.-- Stefan Kellerer

   


Rezensionen
Vorhof der Hölle

19.09.2012 Bewertung:  4.5 mr.matze vergibt 9 von 10 Punkten

Userpic

== Tom Rob Smith - Kolyma == 

0. Einleitung 
1. Geschichte 
2. Kritik 

== 0. Einleitung - Tom Rob Smith - Kolyma == 

Vor einiger Zeit berichtete ich bereits über meinen gefühlt stundenlangen Aufenthalt in der Nürnberger Bahnhofsbuchhandlung, der immerhin dadurch von Erfolg gekrönt wurde, dass ich eines der besten Bücher mitnahm, das ich seit langer Zeit gelesen hatte (an gleicher Stelle unter dem Berichttitel == Volltreffer == zu lesen). So war es denn nur eine Frage von Stunden, bis meine Frau und ich uns nach dem Nachfolgeroman, erschienen unter dem Namen Kolyma, die Finger leckten. 

== 1. Die Geschichte - Tom Rob Smith - Kolyma == 

"Der Mann stand so direkt hinter Lasar, so dicht, dass sie sich fast berührten. Lasar hatte sein Näherkommen nicht bemerkt. Der Mann lächelte, aber seine Augen waren kalt. Er trug weder eine Uniform noch zeigte er seinen Ausweis. Trotzdem bestand kein Zweifel, dass er zur Staatssicherheit gehörte. Das war ein Geheimpolizist, ein Mitglied des MGB. Lasar konnte es nicht etwa aus dem schließen, was der Mann tat, sondern aus dem, was er nicht tat. Rechts und links lagen Verletzte herum, doch der Mann zeigte kein Interesse an ihnen. Man hatte ihn in der Menge postiert, um die Reaktion der Leute zu beobachten. Und Lasar hatte versagt." 

Leo Demidow ist in Moskau Mitte der 50er Jahre nicht zu beneiden. Nachdem er einen Fall für sein Land rund um das "Kind 44" aufgeklärt hat, hat er das KGB verlassen und mit Hilfe hochrangiger Funktionäre eine Mordkommission gegründet, obwohl Mord ein Umstand ist, der in der Gesellschaft der kommunistischen Sowjetunion unter dem Einfluss Stalins gar nicht existieren dürfte. Dazu kommt, dass er in den Augen seiner ehemaligen Kollegen ein Verräter ist und auch Soya, die Ältere seiner beiden Adoptivtöchter, dies so zu sehen scheint. Leo Demidow ist trotz der Liebe seiner Frau Raisa, der er sich sicher zu sein scheint, zerrissen von dem, was er in der Vergangenheit getan hat und dem, was er in seinen Augen nun Gutes und Gerechtes zu tun versucht. 

Doch die Vergangenheit holt Leo ein und Soya wird das Opfer einer Entführung - und zwar von der Frau, deren Mann er vor sieben Jahren verhaftete und der in eines der gefürchtetsten Straflager deportiert wurde, das als Vorhof der Hölle bezeichnet wurde: Kolyma. Es geht um den Austausch von Leben gegen Leben. Soya soll er nur dann wiedersehen, wenn es ihm gelingt, den Strafgefangenen Lasar aus Kolyma lebend zu befreien. 

Auf Grund seiner Vergangenheit kann Leo Lasar jedoch nicht einfach auf dem Dienstweg begnadigen lassen, zu sehr herrscht das Misstrauen gegen alles und jeden, der eine getroffene Entscheidung und Verurteilung des Systems als fehler wieder rückgängig zu machen versucht. 

Und so sieht Leo keinen anderen Ausweg, als sich selbst ins Lager Kolyma als Gefangener einschleusen zu lassen und mit Hilfe eines Komplizen seine Flucht zu organisieren. Doch die Ereignisse nehmen sowohl zu Hause als auch in Kolyma einen dramatischen Verlauf. Leo wird schon früh enttarnt und die Gefangenen beschließen sich grausam an Leo zu rächen. Und auch im heimischen Moskau nehmen die Geschehnisse unerwünschte und unerwartete Wendungen. 

== 2. Kritik -Tom Rob Smith - Kolyma == 

Tom Rob Smith ist ein junger Autor, der als Sohn englischer und skandinavischer Eltern in seinem noch jungen Alter sich an Themen für seine Debut-Roman-Serie heranwagt, die man so nicht erwarten kann. Dass stalinistische Regime, das unter Chruschtschow Änderungen erfuhr, benutzt Leo und wird von Leo Demidow benutzt - der Leser wird damit Teil einer rasanten, geschichtlichen Achterbahnfahrt, die an mehreren Schauplätzen der Sowjetunion eine mehr als spannende und interessante Analyse von Menschen gibt, die auf vielfältige Art und Weise Bürger eines Systems sind, dem sie sich nur selten entziehen können. 

Leo Demidow wird damit zum tragischen Held. Eigentlich möchte man ihn hassen für das, was er getan hat, seine Läuterung zum Guten oder zumidnest zum Besseren hin macht es einem aber besonders schwer. 

Wie schon bei Kind 44 schafft es Tom Rob Smith die Spannung hoch zu halten und Geschehnisse und Begebenheiten in einzelnen Abschnitten einzustreuen, die andere Autoren in zähen Büchern, die sie fälschlicherweise Thriller nennen, auf mehrere Kapitel zu strecken. 

Ich habe mal interessehalber drei beliebige Seiten im Buch aufgeschlagen und fand keine Seite darunter, die nicht spannend zu lesen wäre und an die man sich irgendwie doch noch erinnert. Die Flut an Namen und Personen löst sich nach 100 Seiten auf und man ist gepackt von den Personen, die das grausame Spiel von Schuld und Rache rund um die Ehemalige Gattin des heute inhaftierten Lasars mitspielen müssen. 

Leider verliert sich der geniale Eindruck im letzten Drittel des Buches etwas, wo Tom Rob Smith die vielen Stränge zu einem einzigen zu verweben versucht und nebenher noch an einem fast schon hollywoodreifen Happy End strickt. Das soll kein wirklicher Abbruch sein, trübt aber den Eindruck, den man vom ersten Band und von den ersten gut 300 Seiten von "Kolyma" gewonnen hat. Trotzdem eine starke Kaufempfehlung!


mr.matze hat insgesamt 37 Rezensionen angelegt.


 
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