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Schule der Lügen - Roman
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Titel:      Schule der Lügen - Roman
Kategorien:      Belletristik
BuchID:      331
Autor:      Wolfram Fleischhauer
ISBN-10(13):      3492048463
Verlag:      Piper
Publikationsdatum:      2008
Edition:      3.
Number of pages:      520
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Aus der Amazon.de-Redaktion
Edgar von Rabov ist weiß Gott kein Bettelstudent. Mit reichlich Apanage aus seiner adligen Familie ausgestattet, lässt es sich im Berlin der sogenannten „Goldenen Zwanziger“ mehr als gut auskommen. Das Studium der Chemie -- Edgar ist Alleinerbe der verhassten väterlichen Farbenfabrik -- liegt schon seit langem auf Eis, umso heftiger genießt er das heiße Berliner Nachtleben. Schier unerträglich wird die Hitze, als er in einer Februarnacht des Jahres 1926 in einer Transvestitenbar auf eine orientalische Schönheit im Gespräch mit ihrem englischen Begleiter aufmerksam wird. Gerade als Edgar den Fall als hoffnungslos abhaken will, steckt ihm die Schöne heimlich einen Zettel zu. Edgar ist im Rennen! Wäre da nicht seine restriktive Familie, die jeden seiner Schritte argwöhnisch beäugt.

Eine geifernde, monarchietreue Sippe, Nazis in den Startblöcken, indische Mystik, Theosophie, Nacktbars, Koks und Sex, dass die Ohren glühen. Mittendrin ein liebestoller Student und die betörende anglo-indische Beauty Alina. Nicht eben wenige Zutaten, aber es schmeckt! Diese nicht unkomplizierte Gemengelage nennt der Autor auf seiner Homepage „Meta-Ebene“, die all seine Romane durchziehe. In diesem Falle die Weimarer Republik, jene politische Brodelküche, die in größtes Unheil führte. 1925 haben die Verträge von Locarno Deutschland in die Schranken gewiesen, Wie viele Adlige, leisten auch die von Rabovs in der Deutschnationalen Volkspartei Widerstand gegen das Korsett, das die Alliierten Deutschland angelegt hatten. Als rechter Deutscher soll nun auch Edgar seinen Beitrag leisten, dieses Korsett zu sprengen. Doch ist der längst indisch angehaucht!

Wie ein geduldiger Geschichtslehrer führt Fleischhauer durch die politischen Wirren jener Zeit und entwirft ein hervorragend gezeichnetes Berlin als neblig dekadentes Lichterreich. Die schmachtende Liebesgeschichte, Fleischhauers Hauptbühne, verweist auf die zahlreichen philosophisch geistigen Strömungen, die das kulturelle Leben damals beherrschten: Die Suche nach dem Göttlichen und dem Ich, die unzählige Sekten und Heilslehren ins Leben rief. Edgars persönliche Suche gilt dem Heil vor seiner politisch verirrten Familie und der Identität der mysteriösen Alina. Durch sie stößt er auf das Zauberwort, das ihm eine gänzlich neue Welt eröffnen sollte: „Vipàssana!“ -- Edgar von Rabov tritt eine lange Reise an, an deren Ende die Schule der Lügen ausgedient hat. --Ravi Unger

   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicVor ab mal eines - ein grandioses Buch!!!

Ich habe es lange vor mir hergeschoben, bis ich es endlich zur Hand genommen habe, um mich dieser Lektüre zu stellen und konnte es dann gar nicht mehr aus der Hand legen.
Wolfram Fleischhauer macht den Leser hier zunächst mal grob mit dem Studentenleben zu Zeiten der Weimarer Republik bekannt. Und zwar dem sorglosen Studentenleben, welches man nur genießen kann, wenn man jeden Monat einen üppigen Wechsel des Herrn Papa bekommt, der weit weg in einer andern Stadt sitzt und nicht mitbekommt, in welchen Spelunken man sich so rumtreibt. So nimmt uns dann auch der Titelheld Edgar zunächst alleine und dann mit seiner Begleiterin Alina mit in das Berliner Nachtleben und seine tiefsten Abgründe. Wir Leser werden zu Voyeuren der allerfeinsten Sorte. Wir dürfen durch Löcher in spanischen Wänden gucken, an Kokspartys auf Schlössern teilnehmen, wo es keine zehn Minuten dauert, bis die Damen die Capes fallen lassen und nur noch Korsetts zum Vorschein kommen und sich dann in schummrigen Kellergewölben verlustiert wird und der Gipfel sind dann die Spielchen, die Alina alleine mit Edgar in ihrer Riesenwohnung treibt. Sie hat nur ein Zimmer eingerichtet, dieses jedoch sehr indisch angehaucht. Dort bekommt unser Held dann mal gezeigt, was man mit Hilfe von Ölmassagen (immer noch unter dem Einluß des Kokains) und der richtigen Atmung so alles anstellen (oder mit sich anstellen lassen) kann. (Schönen Gruß an Anne West - das nenne ich mal erotische Literatur *ups*). Aber der gute Edgar ist doch sehr verwirrt. Denn die schöne Alina drückt sich nie klar aus, was sie denn im normalen Leben so will und erwartet. Und dann ist ja auch noch die ungeklärte Frage nach dem mysteriösen Engländer in ihrer Begleitung. Und die Familie Edgars ist dem ganzen gegenüber nicht nur nicht angetan, sondern verbietet ihm klipp und klar, den Umgang. Sie vermutet eine handfeste Intrige hinter dem ganzen Spiel.
Edgar muß zum Apell bei Vater und Großmutter antreten und unter Androhung der schlimmsten aller Übel - Geldentzug, Rückkehr in die Heimat und sofortiger Übernahme von Verantwortung, soll er sich diese Frau endlich aus dem Kopf schlagen.
Doch diese Rechnugn hat die Familie ohne Edgar gemacht. Die ganzen Drohungen verleiten ihn nur noch mehr dazu, seine Suche nach der mittlerweile verschwundenen Alina aufzunehmen. Denn so ganz nebenbei verstrickt sich die Familie in immer mehr Lügen, die Edgar jedoch Stück um Stück aufdeckt.
So beginnt ein spannende Reise durch Deutschland, England, Indien und zurück nach Deutschland.
Ein wirklich durchweg spannendes Buch.
Der Autor schafft es in einer sehr detailreichen und lehrreichen Sprache, nicht nur Edgar sondern auch dem Leser zu vermitteln, warum die Figuren im Roman so gehandelt haben und nicht anders. Man lernt ohne zu ermüden jede Menge über Theosophie und andere okulte Hintergründe.
Und dies ist überhaupt nicht langweilig.
Absolut lesenwert. Ich könnte noch stundenlang an dieser Rezension weiterschreiben, allerdings keinerlei Garantie dafür übernehmen, daß das dann nicht langweilig wird, deshalb höre ich dann lieber auf.
Lest es selbst!

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

Userpic

Nach ein paar Tagen Abstand möchte ich nun die Rezension zum Buch schreiben. Ich habe mir extra etwas Zeit nach dem Buch gelassen, weil ich die ganze Zeit ein zwiegespaltenes Gefühl hatte, was die Bewertung dieses Buches anging.

Auf der einen Seite hat mich das Buch schon stark gefesselt und mich immer weiter zum lesen animiert. Es war nicht unbedingt spannend, aber Schreibart und Schreibstil von Fleischhauer, gemischt mit den interessanten Fakten über die damalige Zeit, hat doch schon sehr an das Buch gefesselt. Gerade diese verruchte Untergrund Welt im damaligen Deutschland kennt man ja kaum aus Büchern und daher war es sehr interessant zu erfahren, dass es damals schon ziemlich heftig zur Sache ging. 

Was mich ein wenig gestört hat, war der Haupthandlungsfaden um die Geschichte der Familie der von Rabovs. Die ganze Geschichte, wer denn nun die Mutter von Edgar ist und auch die meisten anderen Familienangelegenheiten wurden während des ganzen Buches durch viele Lügengeschichten der handelnden Personen aufgebaut und erst am Ende aufgelöst. Weiterhin haben mich diese spirituellen Ausflüge ein wenig gestört. Ich fand sie ziemlich überflüssig und bin der Meinung, dass das Buch auch ohne diese mystischen Einschübe ausgekommen wäre.

Nichts destotrotz ist das Buch ein sehr gutes Buch als Gegenstück zu den "goldenen Zwanziger Jahren". Es wird nicht alles in den Himmel gelobt, was in diesem Jahrzehnt geschehen ist und die Anfänge der Nazi-Bewegung werden auch gut dargestellt. Also wer sich für diese Zeit interessiert und wer nichts gegen einen Roman über eine etwas fehlgeleitete Familie gat, dem kann man dieses Buch ruhigen Herzens empfehlen.


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