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Bibliothek: Die Zarentochter von Petra Durst-Benning
Titel:      Die Zarentochter
Autor:      Petra Durst-Benning
ISBN-10(13):      3471350276
Verlag:      List
Publikationsdatum:      2009
Edition:      Hardcover
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      4  (8 von 10 Punkten)
Bild:     

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Beschreibung:     

Der Zarenhof in St. Petersburg ist die prunkvolle Kulisse von Petra Durst-Bennings bewegendem neuen Roman. Die junge Großfürstin Olga muss den Erwartungen ihres Vaters gerecht werden und eine gute Partie machen. Doch ihr Herz will etwas anderes als die hohe Diplomatie und führt sie an den Hof König Wilhelms I. von Württemberg.Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892) wird als zweite Tochter des russischen Zaren Nikolaus I.geboren. In prächtigen Palästen und Residenzen wird sie zu einer zukünftigen Regentin erzogen. Das Ziel von Zar Nikolaus ist es, seine Töchter politisch klug zu verheiraten, um die Macht Russlands zu stärken. Doch Olga weiß schon früh, dass der goldene Käfig ihr nicht genug ist. Sie findet ihre große Liebe, aber das politische Kalkül der Königshäuser nimmt auf Gefühle keine Rücksicht. Ein ergreifender Roman über die Liebe und das Leben - und über eine junge Frau, die allen Widerständen zum Trotz ihr Glück findet.



 

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Rezensionen
01.10.2009 Bewertung:  4 silkedb vergibt 8 von 10 Punkten

Heiratspolitik am russischen Zarenhof

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Inhalt:
\"Die Zarentochter\" widmet sich dem ersten Lebensdrittel von Olga Nikolajewna Romanowa, Tochter des Zaren Nikolaus I. und seiner Frau Alexandra. Von Kindheit an wurde Olga, im Familienkreis Olly genannt, dazu erzogen einmal einen Herrscher zu heiraten und an seiner Seite zum Wohle Russland beizutragen. Als drittes von sieben Kindern hatte sie ebenso wie ihre Geschwister eine eigene Erzieherin und glänzte schon von Kindheit an mit ihrer Auffassungsgabe und ihrem Lerneifer. Ihr Ziel ist es jedoch nicht nur zu repräsentieren, sondern aktiv für die Verbesserung der Lebensumstände der Armen und Kranken einzutreten. Überzeugt davon, dass ihr nur eine lukrative Heirat dies ermöglichen wird, begibt sich Olly auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten, was sich als gar nicht so einfach erweist, wenn man die Tochter des Zaren von Russland ist ...


Meine Meinung:
\"Die Zarentochter\" von Petra Durst-Benning hat mir gut gefallen.
Allzu viel Anspruch darf man hier jedoch nicht erwarten. Die Geschichte plätschert vor sich hin und obwohl historische Tatsachen das Gerüst bilden, ist dies doch vor allem ein echter Schmachtfetzen. Die Geschichte der Zarentochter Olga und ihrer Geschwister bietet so manchen Einblick in das Leben im aristokratischen St. Petersburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Probleme den richtigen Ehepartner zu finden, die gesundheitlichen Gefahren der Zeit und die Einsamkeit die ein goldener Käfig mit sich bringen kann, hat die Autorin gut übermittelt. Politik wird am Rande erwähnt, das einfache Volk in Nebensätzen abgespeist. Auch wenn Olga anders als die übrigen Familienmitglieder durchaus am Wohl der Armen und Kranken gelegen ist, so mangelt es ihr doch einfach an Gelegenheiten den Kontakt zu suchen.
Größtenteils widmet sich \"Die Zarentochter\" Olgas Gefühlsleben, ihrer Verliebtheit, ihren Enttäuschungen und ihrer Position innerhalb der Familie. Dankbar bin ich der Autorin für das Nachwort, da ich einige Sachen wie beispielsweise die Kosenamen innerhalb der Zarenfamilie sonst als unnötige Freiheit der Autorin abgetan hätte. Scheinbar entspringen diese Angaben jedoch der Biographie der Zarentochter Olga, was ich für eine wichtige Information halte.
Zu dem etwas schmalzigen Ersteindruck trägt leider auch das Titelcover in lila und der Bucheinband in rosa bei. Damit bekommt das Buch bei mir schon direkt in der Buchhandlung einen Stempel aufgedrückt, der männliche Leser abschrecken wird. Da es sich um ein Buch handelt, das auf historischen Tatsachen beruht, wäre das meiner Meinung nach nicht nötig gewesen. Angekündigt wird zum Ende des Romans auch bereits der Nachfolgeband. Gespannt bin ich auf dieses Buch jetzt schon, da es sich sicherlich dem meiner Meinung nach interessanten Teil in der Biographie der Zarentochter Olga widmen wird, ihrem Werdegang zur sozialen Patronin Württembergs.


Fazit:
Informativ und bewegend, aber ohne viel Tiefgang.


silkedb hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.

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20.02.2010 Bewertung:  4 Nordlicht vergibt 8 von 10 Punkten

Unterhaltsam, informativ und humorvoll ---> empfehlenswert !

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\"Die Zarentochter\" erzählt aus dem Leben der Olga Nikolajewna Romanowa (1822 - 1892) von ihrer frühen Kindheit bis zu ihrer Hochzeit mit Karl von Württemberg und der Übersiedelung nach Stuttgart im Jahre 1846. Olga, genannt Olly, wächst in einer für eine Familie des Hochadels erstaunlich familiären Atmosphäre auf, besonders zu ihren Schwestern Mary und Adini und zu ihrem älteren Bruder Sascha hat sie eine enge Beziehung. Obwohl alle Kinder Gouvernanten/Hauslehrer haben, ist auch der Kontakt zu den Eltern, Zar Nikolaus und Zarin Alexandra regelmäßig gegeben. Olly könnte eigentlich glücklich sein, aber es gibt zwei \"Probleme\" in ihrem Leben: Ihr goldener Käfig und ihre Privilegien erfüllen sie nicht, sie ist sozial engagiert und möchte gern den Ärmsten der Armen helfen. Das ist in ihrer Position gar nicht so einfach, da sie nicht über den nötigen Einfluss verfügt. Als Ehefrau eines Herrschers hätte sie ganz andere Möglichkeiten...und damit ist man schon beim zweiten und beherrschenden Problemfeld angelangt. So liebevoll ihre Eltern auch sind, bestehen sie doch auf standesgemäßen Ehepartnern für ihre Kinder. Liebe spielt eine untergeordnete Rolle, allein das Wohl Russlands ist von Bedeutung. Im Mittelpunkt des Romans steht dabei das sogenannte Heiratskarussell, der Leser erlebt Liebe, Leid und (meist) standesgemäße Eheschließungen im Hause Romanow mit und empfindet unwillkürlich Mitleid mit den Zarenkindern, die bei der Partnerwahl nur eingeschränkte Mitspracherecht haben.

Das Buch ist sehr flüssig und unterhaltsam geschrieben, stellenweise ist es außerdem sehr humorvoll, besonders dann, wenn Olly sich alle Mühe gibt, sich bei einem ihr nicht genehmen möglichen Heiratskandidaten unbeliebt zu machen. Soweit ich es im Internet recherchieren konnte, hat die Autorin sich auch weitgehend an die historischen Fakten gehalten, einige Änderungen ihrerseits werden in den Anmerkungen erläutert. Ein ausführlicheres Nachwort hätte allerdings auch nicht geschadet. Das Buch schließt mit dem Hinweis auf den Folgeband, der von Ollys Leben als Königin Württembergs erzählt und leider erst im September 2010 erscheinen wird. Da ich dieses Buch sehr gern gelesen habe, werde ich mir auch den Folgeband nicht entgehen lassen.


Nordlicht hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.

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31.03.2010 Bewertung:  4 Toschi3 vergibt 8 von 10 Punkten

Leben am Zarenhof

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In schillernden Farben und prächtigen Bildern schildert die Autorin das leben der Zarentochter Olga von er frühen Kindheit bis zu ihrer Hochzeit. Von wunderschönen Momenten in der russischen Natur, der Einführung in die Gesellschaft und rauschenden Ballnächten bis hin zu traurigen Episoden wie Liebeskummer und schweren Verlusten ist alles vorhanden, was man in einer spannenden Geschichte um eine junge Frau lesen möchte. Mit dem flüssigen Schreibstil und den kurzen Kapiteln lässt sich das Buch sehr leicht lesen. Trotz langer Gespräche wird das Buch (fast) nie langatmig. Die genaue Beschreibung der Personen lässt dem Kopfkino freien Lauf. Nein, einen historisch wertvollen Roman mit vielen geschichtlichen Zusammenhängen darf man hier wohl nicht erwarten. Aber Frau Durst-Benning malt ein wundervolles Sittengemälde der russischen Adelsgesellschaft des 19. Jahrhunderts.


Toschi3 hat insgesamt 61 Rezensionen angelegt.

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02.04.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

Jugendjahre einer Großfürstin

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Die Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa, genannt Olly, ist die zweitälteste Tochter des Zaren Nikolaus I. Sie wächst wohlbehütet und fern der Realtität, am prunkvollen Zarenhof auf. Die Nöte des einfachen Volkes werden von ihr ferngehalten. Trotzdem erkennt sie früh, dass dringend etwas für die Bevölkerung getan werden muss. Deshalb wächst in ihr der Entschluss, später einen einflussreichen Mann zu heiraten, um Veränderungen herbeizuführen.

Doch zunächst werden geeignete Ehepartner für den Zarewitsch und Ollys ältere Schwester Mary gesucht. Die beiden werden in den europäischen Königshäuser wie Paradepferde vorgeführt. Doch als der Zar daran denkt Olly zu verheiraten, weist sie mögliche Bewerber ab, denn ihr Herz hat bereits eine unstandesgemäße Wahl getroffen. Da sie jedoch von Kindesbeinen an dazu erzogen wurde, mit einer Eheschließung die Macht Russlands zu stärken, kommt für sie nur ein Ehemann aus den höchsten Kreisen in Frage.

Dieser historische Roman erzählt die wahre Geschichte der Königin von Württemberg und umfasst den Zeitraum von ihrer Kindheit bis zu ihrer Vermählung.

 

Meine Meinung

Ich habe bereits einige Romane von Petra Durst-Benning gelesen. Der gewohnt flüssige Schreibstil zog mich schnell in den Bann der Erzählung und ließ mich so am prunkvollen Leben der Zarenfamilie teilhaben. Die Familienmitglieder des Zarenhaushaltes wirkten auf mich menschlich und lebendig. Die Moralvorstellungen der damaligen Zeit und das strenge höfische Protokoll, wurden in die Erzählung einbezogen und so wirkten die Handlungen der agierenden Personen auf mich sehr glaubhaft. Durch die detaillierten Beschreibungen der eleganten Kleider, Frisuren und der zahlreichen Feste , konnte ich mir die Handlung lebhaft vorstellen.

Mit den im Buch verwendeten Kosenamen der Zarentöchter (Olly, Mary und Adini) konnte ich mich zunächst kaum anfreunden, da sie mir zu unglaubwürdig klangen. Doch in den Anmerkungen der Autorin kann man nachlesen, dass sämtliche Kosenamen der Zarenfamilie,  Olga Nikolajewnas Memoiren entnommen wurden.

An diesem Roman hat mir besonders gut gefallen, dass es ich um die  wahre Geschichte einer historischen Persönlichkeit handelt. Historische Fakten wurden in der Erzählung mit schriftstellerischen Freiheiten vermischt. Einige Beispiele dieser Freiheiten können im Anhang nachgelesen werden.

Für einen historischen Roman, dessen Handlung im damaligen Russland spielt, kamen mir persönlich zu wenig geschichtliche Ereignisse  des Landes und seines Volkes in der Handlung vor. Da jedoch die junge Großfürstin Olly den Mittelpunkt der Geschichte bildete, wurden diese Ereignisse sicher auch von ihr ferngehalten.

Insgesamt gesehen hat mir der historische Roman überraschend gut gefallen. Denn ich hatte befürchtet, dass die Erzählung in einen kitschigen Liebesroman ausarten könnte. Doch zum Glück hält sich dieser Aspekt des Romans im erträglichen Rahmen.

 

 


KimVi hat insgesamt 73 Rezensionen angelegt.

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