| 05.07.2009 | Bewertung:
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Blindfisch /// Tista vergibt 10 von 10 Punkten |
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"Sie sind schräg", sagt Rebecca am Telefon. "Das gefällt mir." - Boris, der Tagträumer, weiß nicht, ob er das als Kompliment oder Beleidung auffassen sollte! Rebecca ist nur durch Zufall an ihn geraten, als sie eigentlich einen Computerladen anrufen wollte, und nun erzählt Boris ihr von seinem Laden - seiner Agentur für verworfene Ideen. Und dann kommt Rebecca ihn im Laden besuchen und die zwei führen Gespräche über das richtige Teetrinken, darüber, welche Becken in öffentlichen Toiletten die richtigen und welche Becken in welchen Ländern so standard sind. Boris erklärt ihr seine verworfene Idee, dass z.B. so ein richtig alter Plattenladen noch Erfolg verspricht und als Rebecca sich dann verabschiedet möchte er sie am liebsten nie mehr gehen lassen.Ein paar Tage später aber - er wartet schon sehnsüchtig und traut sich nicht aus seinem Laden raus - kommt sie wieder und Boris erzählt ihr von seinen verworfenen Romananfängen - nur, damit sie aufmerksam zuhört und bei ihm bleibt und erzählt ihr die Geschichte von Sophia Roganski, einer jungen bildhübschen Frau, die Gedanken lesen kann und nicht mehr mit der Situation klar kommt und zusammenbricht, weil sie einfach nur schlafen möchte. Und daraus entsteht dann wiederum ein Dialog zwischen dem Arzt und Sophia, die ihm die Geschichte ihres Chefs, dem Maulwurf erzählt...... Viele Menschen kommen in diesem Buch vor - alle auf der Suche nach dem Sinn des Lebens (vielleicht perfekter Kaffee? Oder, dass der Berufsalltag eines Kellners im Wesentlichen nur durch die Gäste gestört wird!) und nach dem Glück, worunter natürlich jeder etwas anderes versteht. Ich will hier nicht zu viel verraten. Aber diese Geschichte ist in wunderbaren Worten geschrieben, voller Wortakrobatik und hintergründigem Humor. Auf jeder Seite wird dem Leser ein leichtes Lächeln entlockt und man fragt sich, welche grandiosen Ideen hat Jakob Hein auf der nächsten Seite wieder zu Papier gebracht. - Und wer wissen möchte, ob denn nun Rebecca und Boris ihr Glück finden, der sollte dieses Buch unbedingt lesen, sich Zeit nehmen und dieses Buch genießen. Der Buchumschlag ist sehr einladend gestaltet - würde mich dazu bringen, das Buch in der Buchhandlung in die Hand zu nehmen und das Lesebändchen wird dankend angenommen |
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Blindfisch /// Tista hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt. Alle Rezensionen von Blindfisch /// Tista anzeigen. |
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 7 von 10 Punkten |
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Es ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass Leseproben den Leser nicht nur neugierig machen, sondern auch abschrecken können. Ich wage zu bezweifeln, dass ich mir das Buch nach lesen der Probe in naher Zukunft gekauft oder es überhaupt gelesen hätte, wenn ich nicht das Leseexemplar gewonnen hätte. Zwar fand ich die Leseprobe nicht schlecht, aber umgehauen hat sie mich auch nicht unbedingt. "Vor mir der Tag und hinter mir die Nacht" ist zwar meilenweit davon entfernt zu einem meiner Lieblingsbücher zu werden, dennoch war die investierte Lesezeit wirklich keine Verschwendung. Mit einer Portion Witz und einem ansprechenden, bildlichen Schreibstil geht es von Pontius zu Pilatus, alles erzählt von Boris, der eine "Agentur für verworfene Ideen" betreibt und Rebecca in ein Gespräch verwickelt. Die einzelnen Geschichten sind gut miteinander verbunden ohne dass es an den Haaren herbeigezogen wirkt. Ein nettes Buch, dass einen zum schmunzeln und nachdenken bringt - vorzugsweise an einem 'faulen Nachmittag' |
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 3 von 10 Punkten |
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Mit der Idee, auf 174 Seiten aus drei Handlungssträngen eine stimmige Geschichte zu verfassen, hat sich der Leipziger Autor Jakob Hein ein hohes Ziel gesetzt. Es gilt, die beginnenden Liebesbeziehungen zwischen Rebecca und Boris, der eine Agentur für verworfene Ideen betreibt, sowie zwischen dem Arzt Sebastian und seiner Patientin, der Gedankenleserin Sophia, zu verknüpfen. Sophia arbeitet als Privatsekretärin bei einem blinden Autoren, der den Leser in dem dritten Handlungsstrang an der Suche seines Hauptprotagonisten Heiner nach dem Sinn des Lebens teilhaben und ins 15. Jahrhundert eintauchen lässt. Jede Geschichte für sich ist kurzweilig und gut formuliert. Jakob Hein beweist Wortwitz und Ideenreichtum und liefert dem Leser interessante Denkansätze. Leider schafft er es in meinen Augen aber nur bedingt, seinen Protagonisten Leben und der gesamten Geschichte Substanz zu verleihen. Schade um eine eigentlich gute Idee! Nach "Herr Jensen steigt aus" weiß ich, dass Herr Hein es besser kann. Vielleicht wären ein paar Seiten mehr hilfreich gewesen.
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 10 von 10 Punkten |
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Einen Zugang zu Jakob Heins Buch habe ich schnell gefunden. Der Schreibstil ist klar und von Dialogen geprägt. Den Inhalt möchte ich nur kurz umreißen: Boris, der Inhaber einer Agentur für verworfene Ideen wird von der attraktiven Rebecca aufgesucht. Sie kommen ins Gespräch und um Rebeccas Interesse zu halten erzählt Boris ihr von einigen "seiner" Ideen. Die Geschichten, die dem Leser so vermittelt werden, könnten auch ganz für sich alleine stehen vielleicht als "Kurzromane" wie es an einer Stelle im Buch heißt. Es geht um Schönheit, Empathie, Wünsche, das Alltägliche, die Liebe und um den Sinn des Lebens. rnrnWas mich an diesem Roman fasziniert, ist seine Vielschichtigkeit. Man kann ihn auf verschiedene Arten lesen: liest man nur die Geschichten, so bietet dies ein kurzweiliges Lesevergnügen. Die Beschreibung einiger verworfener Ideen oder die Ausführungen für Tee- und Kaffeeliebhaber ließen mich schmunzeln. Lässt man sich zusätzlich noch auf einzelne der beschriebenen oder auch nur zwischen den Zeilen zu lesenden Gedanken ein, bietet dieses 174 Seiten lange Buch mehr als bloße Lektüre für ein oder zwei Abende. Es steckt viel Philosophisches darin. rnSo schreibt Hein:" Für die Menschen war nur der Weg, niemals aber das Ziel auszuhalten". Vielleicht ist dies der Grund, warum ich das Buch nachdem ich es gelesen hatte, gleich wieder in die Hand nehmen wollte um es noch einmal durchzublättern und ganz besonders schöne Gedanken herauszuschreiben. rnrnIch empfehle dieses Buch allen Freunden von François Lelord - sie werden Gefallen an Jakob Heins jüngstem Werk finden!
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 10 von 10 Punkten |
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![]() Einfach nur klasse Boris ist Inhaber einer Agentur für verworfene Ideen. Er trifft auf Rebecca. Beide kennen sich nicht, aber es entsteht ein interessanten Gespräch zwischen beiden, was die Grundlage für den weiteren Verlauf des Buches bildet. Ihre Gesprächsthemen sind unterschiedlichster Art, die Themenwechsel kann man vielleicht nicht immer nachvollziehen, aber dennoch lässt sich dem Gespräch ohne große Mühe folgen. Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in Boris’ Gedankenwelt und hat somit die Möglichkeit, ihn einerseits ziemlich gut kennen zu lernen und andererseits seine Denkweise zu verstehen. Das Besondere am Buch Jakob Heins ist der Aufbau. Innerhalb der eigentlichen Handlung werden zwei weitere Geschichten erzählt – es gibt eine Handlung in der Handlung in der Handlung. Das hört sich im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich an und es stellt sich sicher die Frage, ob das funktionieren kann – die Antwort ist ganz einfach: Ja! Boris liest Rebecca einen von ihm verfassten Romananfang vor, welcher wiederum den Anfang eines Buches beinhaltet. Durch dieses Aufmachen von neuen Geschichten erzeugt Hein immer wieder Spannung. Glücklicherweise sind wirklich alle Teilgeschichten sehr gelungen und haben mich wirklich in ihren Bann gezogen. Alle sind sehr tiefgründig, zum Teil bewegend und ziemlich philosophisch angehaucht (die Frage nach dem Sinn des Lebens wird gestellt). Man bekommt als Leser nicht das Gefühl, dass die Verknüpfung der einzelnen Geschichten aufgesetzt ist. Im Gegenteil – der Lesefluss wird positiv beeinflusst und der Überraschungsmoment erhöht den Spaß an dem Buch. Auch die Rückkehr zur Ausgangsgeschichte und damit zu Boris und Rebecca ist sehr gelungen. Nach und nach schließen sich die anderen Handlungsstränge und man erfährt endlich, wie es mit Boris und Rebecca weiter geht. Natürlich war dies von Anfang an die Hauptfrage, aber der Einschub der anderen Geschichten war trotzdem in keiner Weise störend. „Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht“ ist ein sehr tiefgründiges, ruhiges Buch, was trotzdem sehr unterhaltsam ist und mit Sicherheit zum Nachdenken anregt. |
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 8 von 10 Punkten |
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Bisher kannte ich von Jakob Hein nur die „Gebrauchsanweisung für Berlin“. Obwohl „Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht“ ein Roman und kein Reiseführer ist, erinnert mich der Stil ein wenig an die „Gebrauchsanweisung“. Dort erzählt Jakob Hein kurze Geschichten über Berlin, in seinem neusten Werk lässt er seine beiden Hauptfiguren viele lesenswerte Episoden über die Suche nach dem Sinn des Lebens erzählen und erleben. Diese werden geschickt zu einem Ganzen verflochten.Boris besitzt eine „Agentur für verworfene Ideen“, in der er Tag für Tag auf Kunden wartet. Seine erste Kundin ist dann ausgerechnet seine ihm bis dahin unbekannte Traumfrau, Rebecca. Das erste Gespräch der beiden ist ein bunter Reigen von mehr oder minder absurden Überlegungen, die mich immer wieder schmunzeln ließen. Damit Rebecca die Agentur nicht verlässt und aus seinem Leben verschwindet, erzählt Boris ihr einen seiner gesammelten Romananfänge. Wie auch in „Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht“ geht es in Boris’ Roman um zwischenmenschliche Beziehungen. Die Hauptfigur Heiner sucht nach dem Sinn des Lebens und seinem eigenen Glück. Diese Suche gestaltet sich natürlich nicht einfach und das gewünschte Ergebnis bleibt auch aus. Jakob versucht, mit Rebecca einen gemeinsamen Weg zu finden, gemeinsam ins Licht, den Tag zu gehen und sein Leben als Einzelgänger, die Nacht, hinter sich zu lassen. So positiv wie der Titel wirkt auch die Handlung des Buches auf mich. Das Buch liest sich sehr locker, mit vielen originellen Sprachspielerien und treffenden Metaphern. Sogar die hinlängliche bekannte korrekte Zubereitung von Tee und Milchkaffee werden bei Jakob Hein zum sprachlichen Genuß. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes, kurzweiliges Buch, das ich gerne weiterempfehle. |
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 10 von 10 Punkten |
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Die Erwartungen erfülltrnrnVor mir den Tag und hinter mir die NachtrnrnMich hat dieses Buch von der ersten Seite an begeistert und in seinen Bann gezogen.rnSchon die skurille Idee der Agentur für "verworfene Ideen" fand ich faszinierend. Wie sich die Geschichte dann weiterentwickelt hat ( Schicht für Schicht ) war für mich ein Erlebnis. Die ausschweifenden philosophischen überlegungen einfach herrlich und auf jeden Fall wert, sich manches davon auch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.rnManche Szenen sind so witzig und ehrlich, z. B. als sich der Notarzt Sebastian überlegt, wie er seinen Dienst möglichst dramatisch am nächsten Morgen seinen Kollegen schildern kann.rnrnJakob Hein hat mich schon mit "Herr Jensen steigt aus" überzeugt, seine Art zu schreiben, beeindruckt mich sehr und bereitet mir grosses Lesevergnügen.rnrnDieser intelligente ( Liebes ) Roman bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.rnrn
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 4 von 10 Punkten |
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Boris Moser hat eine Agentur für verworfene Ideen. Ein Lebenstraum, den er sich erfüllt hat. Als eines Tages die schöne Rebecca in den Laden kommt, versucht er sie zu beeindrucken indem er ihr einen verworfenen Romananfang erzählt. Mit dieser Erzählung beginnt dann die zweite Geschichte. Eine Geschichte über eine Frau namens Sophia, in der die Leute immer das sehen, was ihnen gerade fehlt oder was ihnen helfen würde. Allerdings ist Sophia nun selbst in Not, denn sie ist umgefallen und der Arzt Sebastian sitzt nun an ihrem Bett, als die Bewusstlose anfängt mit ihm zu sprechen und ihm eine Geschichte erzählt. Diese Geschichte handelt von Sophia selbst und wie sie einmal für einen alten Mann gearbeitet hat, für den den sie seinen Roman tippen sollte. In diesem Roman ging es um Heiner, der beinahe den Sinn des Lebens entdeckt hätte und um Wolf, der verhinderte, dass Heiner je den Sinn des Lebens entdecken und sein Ergebnis auch veröffentlichen konnte. Am Ende lösen sich die einzelnen Geschichten schön wieder ineinander auf und es ist gut nachvollziehbar, was nun wo gerade passiert ist. Die Idee an sich, mehrere Geschichten in einer unterzubringen fand ich nicht schlecht. Eigentlich sogar recht gut. Allerdings waren mir diese Geschichten einfach ein bisschen zu wenig, zu sinnlos um das Gesamtwerk wirklich als gut zu bezeichnen. Natürlich, ein wenig philosophisch ging es zu, man konnte sich Gedanken über kleine Dinge machen. Aber die habe ich mir einfach nicht gemacht, denn das Buch hatte einfach keinen so großen Eindruck auf mich hinterlassen, dass ich mich dazu veranlasst gefühlt hätte. Leider. Für mich bleibt dieses Buch so einfach völlig flach und farblos. Etwas, woran ich mich wohl nach einigen Tagen nicht mehr wirklich erinnern werden. Die wenigen Seiten waren wirklich einfach zu wenig für so viel Inhalt. |
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 4 von 10 Punkten |
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Inhalt:Boris Moser ist Gründer, Inhaber und bester Kunde der Agentur für verworfene Ideen.Durch einen Zufall macht er die Bekanntschaft von Rebecca Kron. Sie kommen ins Gespräch und Boris erläutert ihr, was das Fatale an Romananfängen für seine Branche ist.Boris selber hat einen Romananfang geschrieben und auf Drängen von Rebecca beginnt er daraus zu erzählen … Meine Meinung: Eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte."Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht" ist kein flacher Roman, sondern eine in sich verschachtelte Geschichte.Für mich stellt die Rahmenhandlung von Boris und seiner Agentur für verworfene Ideen hierbei die Perlmuttschale einer Muschel dar. Die Geschichte von Sophia, die von Boris erdacht wurde ist für mich die wertvolle Perle in der Muschel. Alles was ab dieser Stelle folgt, wie die Geschichte um Wolf und Heiner, die Sophia diktiert wird, ist jedoch das störende Sandkorn. Es ist noch keine Perle, wird vielleicht auch nie eine werden und ist für mich im Moment nur störender Schmutz, der bei der Betrachtung der Perle stört.Die Grundidee des Romans ist sehr ungewöhnlich, schön und fesselnd.Aber die Längen im Mittelteil, haben mir das Lesevergnügen doch sehr genommen und es fiel mir schwer, mich auf den Text zu konzentrieren.Jakob Hein gelingt es stellenweise sehr gut, einfühlsame Passagen zu schaffen, doch kommt der äußere Geschichtenrahmen einfach viel zu kurz. Ich hätte lieber auf die innen gelagerten Geschichten verzichtet und dafür mehr von Sophia, Rebecca und Boris erfahren. Fazit: Weniger Geschichten in e inem Roman wäre hier eindeutig mehr gewesen. |
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| 05.07.2009 | Bewertung:
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Anonym vergibt 8 von 10 Punkten |
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Der Roman „Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht“ ist eine 174 Seiten starke Sammlung von vier Kurzgeschichten, die geschickt wie Matrjoschka-Puppen ineinander verschachtelt sind. Das Buch beginnt mit Boris, einem Ladenbesitzer mit einem Laden ohne Namen, der verworfene Ideen sammelt – Ideen die nutzlos, unzeitgemäß, unpassend oder unmoralisch sind, aber vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt oder mit einer anderen Idee zusammen noch gebraucht werden könnten. Durch eine falsche Telefonnummer lernt er Rebbeca kennen. Ihr zeigt er die Geschichte von Sophie und Sebastian, in der Sophie Sebastian von ihrem blinden Arbeitgeber, dem Maulwurf, erzählt, der wiederum ein Buch über Heiner, Wolf und der Suche nach dem Sinn des Lebens schreibt.
Der Titel des Buches ist irgendwie etwas verfehlt, ich konnte keine Beziehung zu dem Buch finden. Das Buch selber ist eigentlich sehr amüsant und kurzweilig geschrieben und kann in einem Rutsch durchgelesen werden. Es hat zwar Tiefgang, aber ohne schwerfällig zu wirken- der Autor bringt seine Alltags-Philosophie leicht wie ein Schmetterling im Frühling, zurück bleibt nur ein tiefes Wohlgefühl. Etwas gestört hat mich die hölzerne Sprechweise der Protagonisten, die wenig mit Alltagsgebräuchlicher Sprache gemein hat, dadurch hören sich die Dialoge etwas hölzern an. Außerdem sprechen sie alle auf die gleiche Art und Weise, - etwas kompliziert und ziemlich weitschweifig (ist mir besonders bei Rebeccas Monolog über Tee am Anfang und später bei Heiners Monolog über Kaffee aufgefallen. )Die Personen an sich sind jedoch durchaus sympathisch und liebenswert, ich habe jeden einzelnen ins Herz geschlossen. Auch ist dieses Buch in keine bestimmte Kategorie einzuordnen, ich würde sagen es gleicht schon einem Liebesroman, ist aber doch soviel mehr. Die Geschichten einzeln betrachtet sind sehr schön geschrieben und auch Aussagekräftig, und auch in gewissem Maße miteinander verwoben. Leider bleiben am Ende noch einige offene Fragen, so habe ich mich gefragt was aus Heiner und dem Maulwurf geworden ist. Was wirklich schade ist – das Lesevergnügen war mit 174 Seiten leider viel zu kurz, der Preis im Vergleich dazu relativ hoch.
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| 04.06.2010 | Bewertung:
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KimVi vergibt 8 von 10 Punkten |
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![]() Boris Moser vertritt die Theorie, dass jede Idee auf der Welt einmalig ist. Sicher gibt es Ideen, die einander sehr ähnlich sind, nur absolut identisch können sie nicht sein. Deshalb hat er sich seinen Lebenstraum erfüllt und die \"Agentur für verworfene Ideen\" in einem ehemaligen Computerladen gegründet. Ziel der Agentur ist es, verworfene Ideen zu sammeln und zu vermitteln. Denn es könnte ja sein, dass die Idee, die vom Urheber als nutzlos verworfen wurde, Jahre später dringend benötigt würde.
Eines Tages ruft Rebecca in der Agentur an. Eigentlich wollte sie nur ihren Computer, in dem Laden der dort vor der Agentur ansässig war, reparieren lassen. Da sie noch nie vorher von einer Agentur für verworfene Ideen gehört hat, lässt sie sich das Prinzip von Boris erklären. Bereitwillig erzählt er ihr von seinen Ideen, denn diese Stimme am Telefon würde er ja nie zu Gesicht bekommen. Doch er irrt sich, denn Rebecca schaut bei ihm in der Agentur vorbei.
Die beiden tauschen alltägliche Weisheiten aus und unterhalten sich über die richtige Zubereitung eines Tees, philosophieren über verwunschene Immobilien und reden über die Agentur. Boris erzählt Rebecca, dass die Agentur allerdings keine Romananfänge nehmen würde, denn solche würden ihm selbst genug einfallen. Und so landet das Gespräch schließlich bei der Schriftstellerei. Das Leben eines Schriftstellers wäre für Boris allerdings undenkbar, denn dann müsste man zu all den Anfängen ja ein Ende schreiben.
Schließlich überredet Rebecca ihn, ihr einen solchen Romananfang doch mal zu erzählen. Und so gleitet man, ohne den Übergang eigentlich zu bemerken, in eine völlig neue Geschichte. Da es sich aber nur um Romananfänge handelt, schlägt der Autor bald die nächste Episode auf und zu guter Letzt lernt man Heiner kennen. Dieser begibt sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens und geht dafür einen Pakt mit dem Teufel ein...
Meine Meinung
Wie schon so oft, hatte mich auch bei diesem Buch der Klappentext in die Irre geführt. Denn eigentlich hatte ich erwartet, dass hier die Geschichte von Boris und Rebecca erzählt wird. Doch enttäuscht wurde ich trotzdem nicht, denn es steckte doch viel mehr dahinter, als ich eigentlich geahnt hatte. Dieses Buch ist wirklich sehr gut geschrieben und erzählt alltägliche Sachen aus ungewöhnlichen Sichtweisen. So war es wirklich schön, den Gedankengängen und Gesprächen von Boris und Rebecca zu folgen.
Gut gefallen hat mir auch, dass das Buch nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern mehrere. Der Übergang zwischen den Erzählungen ist Jakob Hein sehr gut gelungen. Episode für Episode wird aufgeschlagen, bis man schließlich am Kern angekommen ist. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens hat Heiner einen Pakt mit Wolf geschlossen. Schließlich bemerkt er, dass er übervorteilt wurde. Der Titel des Buchs und dieses Kernstück zeigen nun schon auf, wohin die Reise und damit der Gedanke dieser Erzählung gehen wird.
Vom Kern her, wendet man sich dann wieder zurück zu der vorher erzählten Geschichte. Schlägt dann die Episode wieder auf, die dieser voranging und landet schließlich wieder bei Rebecca und Boris. Also am Ende, allerdings an einem Ende, das nun wieder ein Anfang zu sein scheint.
Obwohl dieses kleine Büchlein nun wirklich nicht zu der Sorte Bücher zählt, die ich sonst lese, hatte es mich schnell in seinen Bann gezogen. Durch die lockere Schreibweise hatte ich keine Schwierigkeiten, den teilweise auch sehr humorvollen Gedankengängen zu folgen. |
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KimVi hat insgesamt 73 Rezensionen angelegt. Alle Rezensionen von KimVi anzeigen. |
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Bibliothek: Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht von Jakob Hein
Rezensionen









"Sie sind schräg", sagt Rebecca am Telefon. "Das gefällt mir." - Boris, der Tagträumer, weiß nicht, ob er das als Kompliment oder Beleidung auffassen sollte! Rebecca ist nur durch Zufall an ihn geraten, als sie eigentlich einen Computerladen anrufen wollte, und nun erzählt Boris ihr von seinem Laden - seiner Agentur für verworfene Ideen. Und dann kommt Rebecca ihn im Laden besuchen und die zwei führen Gespräche über das richtige Teetrinken, darüber, welche Becken in öffentlichen Toiletten die richtigen und welche Becken in welchen Ländern so standard sind. Boris erklärt ihr seine verworfene Idee, dass z.B. so ein richtig alter Plattenladen noch Erfolg verspricht und als Rebecca sich dann verabschiedet möchte er sie am liebsten nie mehr gehen lassen.
