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Bibliothek: Kritik der mörderischen Vernunft von Jens Johler
Titel:      Kritik der mörderischen Vernunft
Autor:      Jens Johler
ISBN-10(13):      3548269540
Verlag:      Ullstein Tb
Publikationsdatum:      2009
Edition:      Taschenbuch
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      4.5  (9 von 10 Punkten)
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Beschreibung:      Ein bekannter Wissenschaftler wird brutal ermordet. Der erste Verdacht fällt auf radikale Tierschützer, denn der tote Hirnforscher hatte Versuche an Affen vorgenommen. Ein Briefbombenanschlag auf einen Kollegen in Bremen deutet in dieselbe Richtung. Doch der Berliner Wissenschaftsjournalist Troller weiß mehr als die Polizei. Denn der Mörder, der sich Kant nennt und mysteriöse Botschaften hinterlässt, hat ihn persönlich kontaktiert. Gemeinsam mit der Nachrichtenjournalistin Jane kommt Troller einem Mann auf die Spur, der den freien Willen des Menschen bedroht sieht – und töten wird, um ihn zu bewahren.

 

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Rezensionen
05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

Rezension

UserpicPhilosophischer Wissenschaftsthriller vom Feinsten

Inhalt:
Der Wissenschaftsjournalist Troller wird ungewollt Teil eines mörderischen Plans, ein Mörder, der sich selbst Kant nennt, schickt ihm E-Mails und hinterlässt an den Tatorten Zitate aus Trollers Buch. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Kriminaljournalistin Jane - die gerade einen eigenen Artikel über einen Mörder in London schreiben wollte -  beginnt er Nachforschungen anzustellen. Schnell fällt der Verdacht auf eine Gruppierung von Tierschützern, da das Opfer ein bekannter Hirnforscher war und mit Affen experimentiert hatte. Doch als ein weiterer Hirnforscher, der keine Tierversuche durchgeführt hat, fast einem Anschlag zum Opfer fällt, kommen Zweifel an der Theorie auf. Troller und Jane sind sich aber sicher: Troller muss den Mörder kennen. Troller forscht weiter nach und kommt auf die Spur eines Clubs, der unfassbare Ziele verfolgt. Auch eine zwielichtige Firma die mit der CIA und dem Pentagon in Verbindung gebracht werden kann taucht immer wieder auf. Die beiden Journalisten geben nicht auf und bringen sich so bald selbst in große Gefahr...

Meine Meinung:
Die Covergestaltung des 533 Seiten unfassenden Romanes wirkt zunächst etwas langweilig, hat man dann aber das Buch gelesen ist sie absolut stimmig mit dem Inhalt. Wissenschaft und Philosophie verschwimmen in diesem Roman und bilden eine spannende Mischung, die Themen sind aktuell und interessant.
Der gut strukturierte Handlungsaufbau bewirkt eine gute Übersicht über das Geschehen. Der Schauplatz des Buches ist Berlin, aber aufgrund verschiedener Ereignisse führt einen das Buch auch nach London, Potsdam, Bremen und Frankfurt.
Geschildert ist das Buch in der 3. Person, aber man erhält Einblick in die Lebensweise aller Protagonisten und erlebt die Nachforschungen von seiten aller Beteiligter.
Die Sprache ist treibend und ansprechend, der Autor schafft es gleich von Beginn an den Leser zu fesseln und in den Sog des Buches zu ziehen. Die Stimmung wird zum Leser transportiert und die Spannung kontinuierlich aufgebaut, so dass am Ende aus einem Sog ein großer Strudel wird.
Ohne allzu viele Fachbegriffe wird dem Leser das Thema verständlich gemacht und durch persönliche Ereignisse der Protagonisten wirkt das Buch auch nie trocken oder langweilig.
Die gut recherchierten Hintergrundinformationen erzeugen ein schlüssiges und rundes Gesamtkomzept und lassen den Leser neue Seiten der Wissenschaft entdecken.
Die Protagonisten sind überzeugend dargestellt, Troller ist oft unzufrieden mit dem was er tut, ist aber trotzdem gewissenhaft und verantwortungsbewusst. Jane ist kess und liebt es Listen zu erstellen, um auch nichts zu vergessen. Die beiden ergänzen sich beruflich ideal und geben so ein sympathisches Ermittlerduo. Die privaten Probleme stehen zum Glück im Hintergrund und bilden nur einen Kontrast zum eigentlich Geschehen.

Fazit:
Ein wirklich gelungener Wissenschaftsthriller, der von viel Philosophie begleitet ist und in dem viele ethische Grundfragen wie Euthanasie und Hirnforschung aufgeworfen und besprochen werden. Das die Fakten - wie im Nachwort es Autors erwähnt - recheriert sind und somit fast alle der Wahrheit entsprechen, ist erschreckend und faszinierend zu gleich.  Faszinierend, weil es unglaublich ist wie weit die Wissenschaft schon ist und erschreckend weil aufgezeigt wird, was damit alles angerichtet werden könnte.
Es handelt sich um ein Buch, das wirklich zum Nachdenken anregt und die Frage aufwirft, ob nun unser "Ich" oder unser Gehirn entschieden hat, dieses Buch zu lesen.

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05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

Rezension

UserpicDer freie Wille ist eine Illusion.“ Dieser Meinung sind einige namhafte Neurowissenschaftler und Neuroethiker und planen die absolute Kontrolle des Menschen. Genau diese sind es auch, die in den Fokus des Mörders, der sich selbst de
 n Namen Kant verleiht, rücken. Kant hinterlässt an den Tatorten Zitate aus einem Buch Richard Trollers, welcher als Wissenschaftsjournalist und Mitglied eines Philosophiezirkels mit den wissenschaftlichen und philosophischen Themen gleichermaßen vertraut ist. Außerdem scheint der Mörder unerklärlicherweise eine besondere Bindung zu Troller zu haben, da er sich ausschließlich mit ihm über E-Mails in Verbindung setzt und seine Taten zum Teil ankündigt.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin und Kollegin Jane Anderson geht Troller den Nachrichten ‚Kants’ auf den Grund und deckt nach und nach ein weit reichendes Netz von Korruption und Verschwörungstheorien auf. Dabei geraten sowohl Jane als auch Troller zunehmend in Gefahr...

Am Anfang des Buches stellte sich mir die Frage, ob philosophische Prob  leme und spannende Wissenschaftserkenntnisse eine gelungene Mischung und schließlich einen glaubhaften Thriller ergeben könnten. Nach dem Lesen bin ich nun davon überzeugt. Jens Johler schafft einen sehr gelungenen Spagat zwischen beidem und es gelingt im zusätzlich auch noch, die Spannung über das gesamte Buch hinweg aufrecht zu erhalten. Dies bewirken neben der interessanten und in meinen Augen sehr gut recherchierten Handlung vor allem die Kapiteleinteilungen. Johler wechselt immer wieder zwischen den Erlebnissen Janes und Trollers hin und her und „zwingt“ den Leser dadurch regelrecht zum Weiterlesen. Er nutzt die Spannung also optimal aus, um das Buch bestmöglich wirken zu lassen.

Das Verstehen der Sachverhalte ist nicht immer einfach, allerdings liefert Johler durch die einzelnen Charaktere des Buches immer Erklärungen zu genannten Begriffen oder Sachverhalten. Die  s ist wichtig, da der philosophische Anteil des Buches, wie der Titel bereits vermuten lässt, natürlich recht hoch ist.

Bedingt durch die anspruchsvolle Thematik ist das Buch teilweise nicht ganz so flüssig zu lesen, wie es bei manch anderen Thrillern der Fall ist – aber man wird als Leser auf jeden Fall belohnt, denn man bekommt einen Einblick in die Welt der Wissenschaften, der einerseits zwar beängstigend, andererseits aber auch absolut faszinierend ist. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Möglichkeiten schier grenzenlos sind – inwieweit man diese Möglichkeiten als Chance oder als Fluch ansieht, wird jeder Leser für sich selbst beantworten können und müssen. Tatsache ist aber, dass die Darstellungen Johlers, auch wenn das Buch an sich natürlich fiktiv ist, wissenschaftlich fundiert sind und auf verschiedenen wissenschaftlichen Vorträgen, Aufsä  tzen und Büchern basieren, wie er im Nachwort deutlich macht.

Negativ anzumerken ist an dem Buch für meine Begriffe nicht viel. Einzig die Beziehung Trollers zu Kant wirkte etwas unrealistisch auf mich – aber auch dies war nur im ersten Moment der Fall.

Insgesamt ist „Kritik der mörderischen Vernunft“ für mich ein sehr spannender Thriller mit einer hochinteressanten Thematik und einer absolut gelungenen Umsetzung. Es handelt sich definitiv nicht um ein Buch „für zwischendurch“, sondern ist anspruchsvoll und wird nach dem Lesen noch eine Weile in den Gedanken des Lesers verbleiben. Ich möchte das Buch ausdrücklich empfehlen.

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05.07.2009 Bewertung:  4 Blindfisch /// Tista vergibt 8 von 10 Punkten

Rezension

UserpicSchon auf den ersten Seiten dieses Thrillers wird klar, dass Themen der Inhalt sind, die der Mensch eigentlich nicht so gerne bespricht! Sterbehilfe auf der einen, Tierversuche und wissenschaftliche Versuche am Gehirn des Menschen auf der anderen Seite.

Der Wissenschaftsjournalist Troller bekommt eine mysteriöse Mail von „Kant“, der ihm ankündigt, „Ich werde in dieser Nacht mit unserer praktischen Kritik beginnen“.

Zuerst weiß Troller nichts mit der Mail anzufangen – nach der zweiten Mail aber „Ich habe in Professor Ritters Hirn nach Spiegelzellen gesucht – Befund negativ“ ahnt Troller Böses und ein Anruf im Hause von iProf. Ritter bestätigt ihm, dass dieser in der Nacht ermordet worden ist.

Nun beginnt für Troller und für seine Freundin Jane – die in London auf den Prozessausgang des „Erlösers“ wartet, der viele Todkranke „von ihren Leiden“ erlöst hat, wie er sich selber verteidigt, die große Jagd nach „Kant“. Wer ist er? Warum mordet er? Kann Troller ihn stoppen bevor er noch mehr Hirnforscher ermordet?

Das Buch ist sehr spannend geschrieben, die Charaktere und alle Begebenheiten und Orte sind detailliert und fesselnd ausgearbeitet und immer wieder beschlich mich eine Gänsehaut, wenn ich mir vorgestellt habe, dass diese Versuche vermutlich wirklich schon lange stattfinden und irgendwann der „perfekte Mensch“ gezüchtet werden kann. Der Mensch, dem die Obrigkeit befehlen kann, was er tun und lassen soll, der nicht mehr selber denkt und entscheidet – eine schreckliche Vorstellung.

Neben den wissenschaftlichen Verwicklungen kommen in diesem Buch auch die persönlichen Gefühle nicht zu kurz – das Verhältnis zwischen Jane und Troller löst sich langsam auf. Das Verhältnis zu seiner Tochter wird nach einigen Tiefen wieder intensiver und das Ende lässt der Phantasie seinen freien Lauf…………………….

Ich habe das Buch gerne gelesen – hatte manchmal Schwierigkeiten mit den medizinischen Fachausdrücken, aber die kann man ja nachschlagen - und würde das Buch weiterempfehlen.

Blindfisch /// Tista hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt.

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05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

Rezension

Userpic"Kritik der mörderischen Vernunft" ist ein Nachfolger von "Gottes Gehirn". Die Bücher sind jedoch inhaltlich voneinander gelöst. Dies wird noch verstärkt durch den geschickten Schachzug des Autors, das erste Buch innerhalb des zweiten Buchs auftauchen zu lassen. Es wird klargestellt, dass die Darstellung von Troller und Janes Recherchereise in "Gottes Gehirn" die Science-Fiction Umsetzung eines Autoren Duos ist. Somit kann "Kritik der mörderischen Vernunft" völlig unabhängig von den vorherigen Ereignissen agieren und einen sehr viel direkteren Bezug zur Gegenwart herstellen.
"Kritik der mörderischen Vernunft" ist eins meiner Highlights des Jahres 2008.
Obwohl das Buch nicht in der Ich-Perspektive geschrieben ist, baut sich ein sehr vertrautes Verhältnis zwischen den Protagonisten und dem Leser auf. Durch Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren ist es gut möglich, sich in die Geschichte hineinzuversetzen.
Orientiert am aktuellen Weltgeschehen, werden Verbindungen geknüpft und Möglichkeiten aufgezeigt, die auf eine sehr fundierte Recherchearbeit hindeuten. Die mit dem Buch vermittelten Thesen bezüglich der Zusammenarbeit von Unternehmen, Wissenschaftlern und politischen Interessen halte ich für durchaus möglich. Gleichzeitig wird hier jedoch auch mit den Ängsten der Leser gespielt, denn wer hat sich nicht schon mal Gedanken darüber gemacht, was der Normalbürger überhaupt von den Vorgängen hinter den politischen und wirtschaftlichen Kulissen mitbekommt.
Da in "Kritik der mörderischen Vernunft" jedoch die wissenschaftlichen Erkenntnisse geschickt mit kriminalistischen Ermittlungen, sowie philosophischen Grundfragen verknüpft werden, ergibt sich ein stimmiges und sehr unterhaltsames Gesamtbild.
Die Hauptfiguren kommen sehr sympathisch rüber, trotz der einen oder anderen Charakterschwäche. Auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet.
Die Handlung findet zum größten Teil in Berlin und London statt, jedoch haben auch einige andere Deutsche Städte ihren Auftritt. Der Roman ist schlüssig, wirkt jedoch nicht zu konstruiert.
Die Sprache ist flüssig und die wissenschaftlichen und philosophischen Aspekte werden gut erläutert.
Ebenfalls gut gewählt finde ich den Titel, da die Neugier des Lesers geweckt wird.
Ich hoffe sehr, dass noch eine Fortsetzung mit Troller und Jane folgt.

Fazit:
Ein packender Wissenschaftsthriller mit erschreckender Realitätsnähe.


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05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

Rezension

UserpicDer Titel von Jens Johler neuem Roman "Kritik der mörderischen Vernunft" ist eine Anspielung auf eines der Hauptwerke des Philosophen Immanuel Kant: "Kritik der reinen Vernunft".
Und um Philosophie geht es auch in diesem Kriminalroman. Aber nicht nur um Philosophie, sondern auch um Hirnforschung und generell um Wissenschaft und Ethik und Moral.

Ein Mörder, der sich selbst "Kant" nennt. Seine Opfer: Hirnforscher.
Das Motiv ist zunächst nicht klar. Geht es um die Tierversuche, die die Forscher im Rahmen ihrer Studien gemacht haben? Und wollen sich Tierschützer dafür rächen? Geht es um geheime Experimente am Menschen? Um wirtschaftliche Ziele? Oder geht es dem unbekannten Mörder doch um persönliche Ziele? Klar ist nur, dass er es wohl auf Wissenschaftler abgesehen hat und sich auf Werke und Aussagen des Wissenschaftsjournalisten Richard Troller bezieht, zu dem er auch Kontakt aufgenommen hat.
Troller und seine Freundin Jane geraten in eine interessante Geschichte aus diversen Verschwörungstherorien von Wissenschaftlern gegen die Menschheit.

Nach "Gottes Gehirn" ist "Kritik der mörderischen Vernunft" schon der zweite Fall des Journalisten-Duos Troller und Jane. Inhaltlich haben diese beiden Fälle jedoch nicht viel gemein und bauen nicht aufeinander auf, so dass man das zweite Buch auch problemlos ohne Kenntnis des ersten Buches versteht.
Sehr ausführlich sind die Beschreibungen der wissenschaftlichen Vorgänge und Ergebnisse aus der Hirnforschung, was ich persönlich sehr interessant fand. Und auch die eine oder andere kleine philosophische Auseinandersetzungen mit der Wissenschaft hat mir gut gefallen (Darf Wissenschaft alles?). Allerdings mag das für den einen oder anderen, der nur eine spannende Geschichte lesen will, teils etwas störend und langatmig sein. Mich hat es jedenfalls nicht gestört. Im Gegenteil. An der einen oder anderen Stelle hätte es mich auch nicht gestört, wenn die Erklärungen noch ein wenig detailreicher gewesen wären, denn recherchiert hat Jens Johler auf jeden Fall sehr gut und ausführlich.
Auch die Charaktere konnten allesamt überzeugen und waren recht sympathisch. Ein wenig schade fand ich allerdings, dass man auf den Täter nicht von Anfang an selbst hätte kommen können, aber das tat der Geschichte an sich keinen Abbruch, dafür war es einfach insgesamt zu stimmig und spannend.

Ich würde "Kritik der mörderischen Vernunft" als einen gelungenen und vielleicht sogar etwas anspruchsvolleren Thriller bezeichnen und hoffe doch sehr, dass es noch einen dritten Fall für Troller und Jane geben wird.

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05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

Rezension

UserpicGrandios

Jens Johler hat mit diesem Thriller ein wirklich lesenswertes und interessantes Buch geschrieben.

Der Wissenschaftsjournalist Troller, aus einem Alptraum aufgeschreckt, beschließt seine E-Mails zu lesen und findet eine mysteriöse Mail in seinem Postfach. Bald darauf folgen weitere Mails eines Mannes, der sich selbst Kant nennt, und bald schon seinen ersten Mord an einem Hirnforscher begeht. Die Jagd nach dem Mörder beginnt...

Jens Johler schafft es von Beginn an Spannung zu erzeugen und das Interesse des Lesers zu wecken. Die philosophischen und wissenschaftlichen Themen wurden verständlich übertragen und passen bestens in die heutige Zeit. Die Sprache ist rasant und mitreissend, die Figuren glaubhauft gestaltet.
Die Handlung ist übersichtlich und glaubwürdig, der Schauplatz gut gewählt.
Auch Covergestaltung und Titel können überzeugen und passen bestens zum gewählten Thema.

Ein wirklich toller Thriller, der nicht nur durch die Spannung, sondern auch durch die gut übertragenen, zeitnahen Themen überzeugen und gesseln kann.

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05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

Rezension

Userpic

Troller, Wissenschaftsjournalist bei der Zeitung „Fazit“, erhält eine email mit folgendem Inhalt: „Ich werde in dieser Nacht mit unserer praktischen Kritk beginnen. - Kant“ . Zunächst hält er das ganze für einen dummen Scherz, bis die nächste Mail eintrifft: „Ich habe in Professor Ritters Hirn nach Spiegelzellen gesucht. Befund negativ. - Kant“ Kurz darauf wird der Wissenschaftler Ritter, der im Bereich der Hirnzellenforschung tätig war, tot aufgefunden. Bei der Leiche findet die Polizei zudem noch einen Zettel mit einem Zitat aus Trollers Buch. War es das Werk von militanten Tierschützern? Oder gibt es eine Verbindung zu einem Geheimbund? Troller beginnt, mit seiner Lebensgefährtin und Kollegin Jane zu recherchieren, und auch als ein weiterer Anschlag auf einen Wissenschaftler verübt wird, nimmt der Mörder – Kant – Kontakt zu Troller auf. Schnell gerät er dabei selber unter Verdacht, vor allem als der Täter sich bei seinem dritten Mord Trollers Identität leiht ….. ein internationales Katz-und Mauspiel beginnt, wobei sein etwas schwieriges Verhältnis zu Jane keine unbedeutende Rolle spielt.


Nach dem Klappentext und der Leseprobe zu „Kritik der mörderischen Vernunft“ von Jens Johler war ich erst skeptisch, ob es einem Thriller aus dem Bereich der Wissenschaft gelingen würde, meine Aufmerksamkeit für die Dauer eines Buches zu fesseln, oder ob das Haupthema zu trocken dargestellt ist und ich das Buch nach 100 Seiten wieder aus der Hand lege. Aber weit gefehlt. Das Buch ist nicht nur ein spannender Thriller, sondern der Autor schafft es zudem, lehrreiche Themen aus dem Bereich der Wissenschaft spannend und informativ an den Leser zu bringen. Besonders überrascht war ich, das er nicht nur viele brisante und hochaktuelle Themen mit Fingerspitzengefühl angesprochen hat, sondern auch moralische und ethische Fragen um Hirnzellenforschung, Sterbehilfe und Tierversuche diskutiert wurden. Der Konflikt zwischen Möglichkeiten und Verantwortung gegenüber den Menschen und auch Tieren wird dabei besonders gut herausgearbeitet und anschaulich dargestellt.

Wer einen 08/15-Thriller in schwarz-weiß-Abstufung sucht, liegt mit diesem Buch falsch – geboten wird eine intelligente Geschichte, eine komplexe Handlung, eine kontroverse Diskussion in einer leicht zu lesenden und locker geschriebenen Verpackung. Zudem gerät der Leser in ein echtes Dilemma, da die Opfer in diesem Falle Thesen wie „Ein kaltblütiger Mörder hat das Pech, eine so niedrige Tötungsschwelle zu haben“ vertreten, was den Mörder an mancher Stelle schon fast sympathisch erscheinen lässt. Trollers Konflikt zu „seinem terroristischen Arm“ ist sehr schön dargestellt, vertritt Kant doch eigentlich nur etwas zu vehement seine Meinung. Spätestens am Ende kann man das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen – die Auflösung ist logisch, die Handlungsfäden werden zusammengeführt und alle offenen Fragen beantwortet.

Interessant ist auf jeden Fall auch das Nachwort des Autors, in dem er über Fiktion und Realität aufklärt und auf verschiedene Quellen verweist. Ein brisantes Thema, gut recherchiert, interessant und spannend verpackt – wirklich ein Thriller, der in der oberen Klasse mitspielen kann.


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03.02.2010 Bewertung:  4 goat vergibt 8 von 10 Punkten

Faszinierende und zugleich beängstigende Wissenschaft

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Nach Beenden des Buches hat mich der Autor mit einem mulmigen Gefühl zurückgelassen. Die fiktive Story ist spannend geschrieben und ich kam sehr oft ins Grübeln. Viel mehr beunruhigt hat mich aber das Nachwort von Jens Johler. In diesem Fall hätte ich mir gewünscht, er hätte seine Recherche nicht ganz so gründlich betrieben...
Kontrollierte Gedankengänge im Namen der Wissenschaft - selbst, wenn sie zur Vermeidung von Gewalttaten dienen, ist nicht unbedingt das, was ich mir für meine Zukunft wünschen würde.

Dennoch ist genau dieses Thema die Vorlage für ein spannendes Lesevergnügen. Die Protagonisten Jane und Troller sind mir recht schnell ans Herz gewachsen und anders als in anderen Thrillern, ist ihr Arbeitgeber nicht die Polizei, sondern die Presse.
Die beiden geben schon ein tolles Pärchen ab. Allerdings hat mir die Entwicklung der Beziehung nicht ganz so gut gefallen. Aber so ist das Leben.

Meine anfänglichen Befürchtungen, seitenweise über Tierquälerei lesen zu müssen, haben sich Gott sei dank nicht bewahrheitet. Das hätte mir einige Schwierigkeiten bereitet. Ich denke, das ist für viele Leser wichtig zu wissen. Trotzdem noch ein kleiner Minuspunkt von meiner Seite: An manchen Stellen wurden mir die wissenschaftlichen und philosophischen Passagen etwas zu langatmig und ich fand sie zum Teil für das Geschehen nicht unbedingt relevant. Dennoch hat dies meine Lesefreude nicht getrübt. Ich finde, Jens Johler hat einen ausgezeichneten Thriller geschrieben. Von meiner Seite auf jeden Fall empfehlenswert!


goat hat insgesamt 66 Rezensionen angelegt.

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23.06.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

Realitätsnaher Wissenschaftsthriller

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Der Berliner Wissenschaftsjournalist Troller findet eine kryptische E-mail in seinem Postfach. Der unbekannte Absender nennt sich \"Kant\" und kündigt in seiner Nachricht den Beginn einer praktischen Kritik an. Am nächsten Morgen findet Troller eine neue Nachricht  vom gleichen Absender vor. \"Kant\" behauptet, das Gehirn eines bedeutenden Hirnforschers nach Spiegelzellen durchsucht zu haben. Troller versucht den Hirnforscher zu erreichen, doch dieser ist auf brutalste Weise in einem Primatenstuhl ermordet worden. Am Tatort wird ein Zitat aus Trollers Buch gefunden. Schon bald sucht sich der Mörder ein neues Opfer, wieder handelt es sich um eine Koryphäe auf dem Gebiet der Hirnforschung. Troller beginnt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Kollegin Jane Anderson zu recherchieren. Doch je näher sie der Lösung kommen, desto größer wird die Gefahr...

 

Meine Meinung

 

Bereits in \"Gottes Gehirn\" von Jens Johler arbeiteten der Wissenschaftsjournalist Troller und die Kriminalreporterin Jane Anderson gemeinsam an der Aufklärung einer Mordserie. Diesen Thriller habe ich allerdings nicht gelesen, da die Handlungen aber in sich abgeschlossen sind, kann man beide Romane unabhängig voneinander lesen.

 

Trotz des wissenschaftlichen Aspekts kommt beim Lesen keine Langeweile auf, da der Thriller sehr spannend und flüssig geschrieben ist. Personen und Handlung sind zwar frei erfunden, doch die wissenschaftlichen Fakten sind sehr gut recherchiert. Fiktion und Realität gehen hier fließend ineinander über, beim Lesen beschlich mich so manches Mal ein ungutes Gefühl, denn wie weit geht die Fiktion und wo beginnt die Realität? Hier erhält man neben der spannenden Handlung außerdem wissenschaftliche Informationen zu Thema Hirnforschung. Diese Informationen werden so verpackt, dass auch ich, als Laie, sie verstehen konnte.

 

Das Journalistenpaar Troller und Jane wirkt sehr sympathisch. Auch ihre Beziehungsprobleme drängen die eigentliche Handlung nicht in den Hintergrund, sondern lassen die Charaktere dadurch menschlicher und glaubhafter wirken.

Troller und Jane wohnen in Berlin und auch ein großer Teil der Handlung spielt sich dort ab. Der Autor beschreibt verschiedene Plätze, Strassen und Restaurants der Hauptstadt. An diesen Stellen im Buch habe ich es sehr bedauert, dass ich selbst schon jahrelang nicht mehr in Berlin gewesen bin. Denn so musste ich ja alles meiner Phantasie überlassen, aber ein \"echter\" Berliner hat sicher seine besondere Freude an diesem Buch, da er die Originalschauplätze wahrscheinlich kennt.

 

Mein Fazit: ein spannender, sehr empfehlenswerter  Thriller mit einem gut dosierten Wissenschaftsteil.


KimVi hat insgesamt 73 Rezensionen angelegt.

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