headerimage

Bibliothek: Kap der Finsternis von Roger Smith
Titel:      Kap der Finsternis
Autor:      Roger Smith
ISBN-10(13):      3608502025
Verlag:      Klett-Cotta/Tropen
Publikationsdatum:      2009
Edition:      Hardcover
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      3.5  (7 von 10 Punkten)
Bild:     

Kap der Finsternis im Rezi-Online Amazon-Store (amazon.de) bestellen

Um das Buch zu rezensieren bitte an das Ende der Seite scrollen.

Diskussionen über das Buch können im Forum geführt werden.

Beschreibung:      Ein moralisch gestrauchelter Amerikaner ist auf der Flucht mit Frau und Sohn in Kapstadt untergetaucht. Als die drei einem willkürlichen Gewaltverbrechen zum Opfer fallen, beginnt eine atemlose Hetzjagd. Brutale Straßengangs, ein bigotter Polizist, der Jesus Christus und das Töten liebt, und ein Showdown in den riesigen labyrintischen Ghettos...

 

Hier klicken, um alle rezensierten Bücher von Roger Smith anzuzeigen

   

Rezensionen
05.07.2009 Bewertung:  0.5 Blindfisch /// Tista vergibt 1 von 10 Punkten

Rezension

UserpicWelch ein Debüt!!!
Der Amerikaner Jack Burn musste mit seiner hochschwangeren Frau Susan und seinem kleinen Sohn Hals über Kopf aus Amerika fliehen und hat sich in Kapstadt niedergelassen in der Hoffnung, dort ein ruhiges, glückliches und gesichertes neues Leben aufbauen zu können. Finanziell unabhängig sind sie, doch seine Frau Susan ist leider nicht so glücklich und hadert mit ihm und ihrem gemeinsamen Leben.
Dann passiert etwas völlig unerwartetes: Zwei zugedröhnte, drogenabhängige junge Männer verfahren sich mit ihrem Auto und geraten in das wohlhabende Wohngebiet, in dem Jack Burn ein Haus gemietet hat, und beschließen spontan, dieses Haus zu überfallen! Jack Burn muss sich wehren - und beide Einbrecher kommen zu Tode! Natürlich kann Jack die Polizei nicht rufen - dann würde er auffliegen - also kümmert er sich selber um die Beseitigung der Leichen!
Und von nun an wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt und alles ändert sich............... Eine große Rolle spielt auch Benny Mongrel, ein Baustellenwächter, der die Baustelle neben dem Haus von Jack Burn bewacht......
Rudi Bernard, der gläubige aber korrupte und in Kapstadt gefürchtete Bulle, der selber gerne mordet, kommt Jack Burn auf die Spur und der Sonderermittler Disaster Zondi wiederum will endlich Bernard aus dem Verkehr ziehen.
In diesem Roman lernen wir die verschiedensten Schattenseiten von Kapstadt kennen. Und krasse Gegensätze zwischen Arm und Reich - Weiß und Schwarz - Gesetz und Gesetzesbrechern werden uns aufgezeigt. Slums liegen im Schatten der bombastischen Häuser der Reichen - die im Überfluss leben und aus deren Mülltonnen die Armen überleben. Benny Mongrel, der eine äußerst schwierige Jugend hinter sich und noch nie einem Weißen die Hand gegeben und den größten Teil seines Lebens im Gefängnis verbracht hat, möchte nun endlich ein einfaches, aber friedliches Leben führen. Rudi Bernard, vor dem alle Angst hatten, der sich alles erlauben konnte und der einfach ungestraft mordete, wird nun selber zum Gejagten und weitere Protagonisten und ihre Lebensgeschichten vervollständigen das Bild der Verhältnisse in Südafrika.
Das Buch ist fesselnd geschrieben, der Wortschatz und die Ereignisse sind oft sehr brutal, aber ich glaube, dass es leider in der Welt wirklich so zugeht, und dass diese Wortwahl einfach zu den Ereignissen dazu gehört. Auf der anderen Seite aber kommen auch die Gefühle nicht zu kurz und oft wecken die Ereignisse Mitleid und Verständnis für bestimmte Handlungen. Jedes Kapitel - immer aus der Sicht einer anderen Person geschrieben - endet spannend, macht neugierig darauf, wie es weitergeht, man fiebert dem neuen Kapitel förmlich entgegen.
Die einzelnen Handlungsstränge werden immer wieder zusammengeführt und erlauben dem Leser einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen.
Für mich ein sehr faszinierendes, gelungenes Roman-Debüt von Roger Smith, das Lust auf mehr macht.

Blindfisch /// Tista hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Blindfisch /// Tista anzeigen.
05.07.2009 Bewertung:  2 Anonym vergibt 4 von 10 Punkten

Rezension

UserpicDas Buch liest sich wie das Drehbuch zu einem schlechten amerikanischen Actionstreifen, was möglicherweise daran liegen könnte, des der Autor genau das ist: Drehbuchschreiber.
Burns, ein Ex-Marine, welcher An der Aktion "Desert Storm" teilnahm, hat in seinem Leben viel Pech gehabt. Erst ein geplatzer Auftrag, dann Glücksspiel das führte zu Schulden, die er nicht mehr zahlen konnte und so wurde er in einen Raubüberfall verwickelt, der zu einem Polizistenmord führte. Nun ist er mit seiner 20 Jahre jüngeren, hochschwangeren Frau auf der Fluch vor den US Behörden und versteckt sich ausgerechnet in Südafrika: in Kapstatt. Natürlich kommt es wie es kommen muss, zwei Gangster, Mitglieder der Americans, beschließen spontan gerade sein gemietetes Haus zu überfallen. Burns töte die beiden und das Unglück nimmt durch eine Verkettung unglücklicher Umstände, in welche ein korrupter Bulle, ein Ex-Knacki, eine Tick Hure und ein Staatlicher Sonderermittler verwickelt sind, seinen Lauf.
Unglaublich klischeehaft und an Brutalität kaum zu überbieten. Natürlich ist ein armer Ex-Soldat der Vater, die Ehefrau und Mutter ist jung, schön und schwanger uns soooooooo hilflos, natürlich wird ein Kind entführt,...
Der Autor schwelgt in ausführlichen Beschreibungen von Morden, Folterungen und Hinrichtungen, dass es einem teilweise schier den Magen umdreht. Die Sprache ist grob, schmutzig und wiederlich. Sätze wie "Wasch dir den Arsch, der sinkt", gehören noch zu den freundlichen Kommentaren.
Eines muss man dem Autor zugute halten, er hat es geschafft ein Buch zu schreiben, in welchem nicht eine sympatische Person vorkommt. Man kann sich mit niemanden identifizieren und somit läuft das ganze Buch wie ein FIlm in einer Distanz vor einem ab, die einen die Brutalität des Geschehen ertragen lässt.

Anonym hat insgesamt 0 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Anonym anzeigen.
05.07.2009 Bewertung:  4 Anonym vergibt 8 von 10 Punkten

Rezension

UserpicKapstadt - Viel Schatten, kaum Licht

Inhalt:

Jack Burn, ein Amerikaner mit einem dunklen Geheimnis, seine Frau Susan und ihr 4-jähriger Sohn Matt werden von zwei Gangstern überfallen. Jack gelingt es die Täter zu überwältigen und zu töten.
Ein korrupter Polizist nimmt Jack ins Visier und der Baustellenwärter Benny wird Zeuge der Tat. Auch sie haben Dreck am Stecken und so löst das Ereignis bei der Familie Burn eine Lawine aus, die sie schnell alle zu verschlucken droht...

Meine Meinung:

Roger Smith hat nicht mit der Wimper gezuckt und seinen 356 Seiten langen Roman ziemlich brutal und grausam gestaltet. Mit fließendem Blut hat er wohl ebenso wenig Probleme wie mit roher Gewalt.
In den 33 Kapiteln wird gemordet und gemetzelt, geschändet und hintergangen.
Kapstadt rückt so doch in ein sehr negatives Licht und erscheint genauso unsympathisch wie alle Protagonisten. Sie alle haben schändliche Taten begangen weshalb auch trotz der bereits erwähnten Brutalität kein Mitgefühl beim Leser geweckt wird.
Die Slangsprache die oft verwendet wird macht es besonders zu Beginn doch etwas anstrengend das Buch zu lesen, hat man sich daran gewöhnt stört sie nur noch leicht den Lesefluss.

Zu Beginn wird der Leser regelrecht mit Informationen überhäuft, rasant und atemraubend startet man in die Geschichte und erhält auch gleich einen Überblick über die wichtigsten Figuren. Dann flacht die Handlung etwas ab, wird etwas abgebremst, aber trotzdem vorangetrieben. Einige Handlungsstränge fließen schnell zusammen, während der Zusammenhang zwischen anderen lange im Unklaren schwebt.
Doch am Ende passt dann alles wie die Faust auf's Auge.
Positiv hervorzuheben ist noch, dass sich Roger Smith nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält, sondern stets die Handlung weiterführt und den Fokus auf das Wesentliche legt.

Wenn man das Cover des Romans betrachtet, das doch eher unscheinbar und langweilig ist, rechnet man nicht mit einem so furiosen Roman.

Fazit:

Ein rasanter Thriller, der mehr hält als er von außen verspricht. Ein Buch das einen ein Kapstadt näher bringt, in dem mehr Dunkel als Licht herrscht und in dem an Brutalität nicht gespart wird.

Anonym hat insgesamt 0 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Anonym anzeigen.
05.07.2009 Bewertung:  4 Maren vergibt 8 von 10 Punkten

Rezension

UserpicJack Burn war ein anständiger Mann, bis er der Spielsucht verfiel. Er verspielte sein ganzes Geld, machte jedoch weiter, so dass die Schulden in immense Höhen wuchsen. Weil er glaubte, keine andere Wahl zu haben, ließ er sich dazu überreden, an einem Banküberfall teilzunehmen. Dabei kam es zu ungeahnten Zwischenfällen und Jack Burn floh, wurde zu einem der meistgesuchten Verbrecher der USA.

Um unterzutauchen setzte er sich zusammen mit seiner schwangere Frau Susan und dem gemeinsamen Sohn, dem vierjährigen Matt, nach Kapstadt in Südafrika ab.

Als eines Abends zwei Männer in sein Haus eindringen und seine Familie bedrohen, gelingt es Burn, sie zu überwältigen und zu töten. Durch den Stress kommt es bei seiner Frau zu Komplikationen, so dass sie im Krankenhaus versorgt werden muss. Währenddessen lässt Burn die Leichen verschwinden. Er ahnt allerdings nicht, dass Benny Mongrel, ein ehemaliger Häftling und Mörder, beobachtet hat, wie die beiden Männer ins Haus gingen, aber nie daraus hervorkamen.

Doch auch Barnard, ein sehr gewalttätiger, zu allem bereiter Polizist ist ihm auf der Spur. Selbst steht Barnard mit dem Rücken zur Wand, tötet daher kaltblütig jeden, der ihm im Weg steht oder ihm lästig ist. Er schreckt auch nicht davor zurück, Burns kleinen Sohn zu entführen, um mit ihm Lösegeld zu erpressen.

Burn schließt sich mit Benny Mongrel zusammen, und es gelingt ihnen dann tatsächlich, Barnards zu überwältigen und gefangen zu nehmen. Doch der will nicht verraten, wo er Burns Sohn versteckt hält.

Was für ein Thriller! Atemberaubend spannend, dabei sehr blutrünstig und düster, dabei oft in recht derber Sprache, die aber ausgezeichnet zur Geschichte passt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, Roger Smith versteht es wirklich sehr gut, Spannung zu erzeugen.

Einzig das Ende gefiel mir überhaupt nicht. Da hat es sich der Autor meiner Meinung nach etwas zu leicht gemacht. Auch fand ich es nicht so ganz glaubwürdig, dass Burn, der seine junge Frau ja sehr offensichtlich liebte und für sie und die gemeinsamen Kinder bereit war, alles zu tun, sich dann nicht doch mehr kümmerte, als sie ins Krankenhaus fuhr, um die Geburt ihrer Tochter einleiten zu lassen.

Trotzdem aber ein wirklich guter Roman, der einige Stunden nervenzerreißendes Lesevergnügen bietet.

Maren hat insgesamt 160 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Maren anzeigen.
05.07.2009 Bewertung:  1 Anonym vergibt 2 von 10 Punkten

Rezension

Userpic

Jack, der Protagonist, ist mit seiner Frau und seinem Sohn in Kapstadt untergetaucht. Er selber hofft dort auf ein schönes Leben, doch seine Frau Susan hadert mit ihrem Schicksal und möchte ihrem Sohn ein besseres Leben ermöglichen - weit weg von Drogen, Gangs und Slums. Doch genau diese 3 Wörter beschreiben Kapstadt exakt. Und so kommt, was kommen muss. Die Familie wird Opfer einer zufälligen Gewalttat - und kommt glimpflich davon. Doch dafür mussten sie einen hohen Preis zahlen. Nun auf sie aufmerksam geworden, fängt die Polizei an Jack und seine Familie zu beschatten. Die dunklen Schatten seiner Vergangenheit sind dabei ihn einzuholen. Er muss fliehen.

Die rasante Verfolgungsjagd, die sich das Buch zum Thema macht, ist so spannend gestaltet, das man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Man wartet sehnsüchtig darauf, dass sich die vielen Handlungsstränge und Perspektiven zu einem Ganzen vermischen und einen Sinn ergeben. Man fliegt nur so durch die Zeilen.

Das Buch ist in einem authentischen Schreibstil geschrieben, der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Doch gerade deshalbw wirkt dieses Buch so glaubwürdig. Roger Smith deckt viele Missstände auf, ohne jemanden konkret dafür verantwortlich zu machen. Eine gute Lösung, die ihr Ziel erreicht.

Ein nervenzereißender Thriller, der Kapstadt von einer anderen Seite zeigt!


Anonym hat insgesamt 0 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Anonym anzeigen.
05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

Rezension

UserpicNachdem ich nun das Buch „Kap der Finsternis“ beendet habe, brauche ich auf jeden Fall erstmal eine literarische Erholungspause. Das Buch ist spannend, temporeich und bewegt sich so manches mal an der Grenze des guten Geschmacks, was aber wiederum hervorragend zu der Atmosphäre und Stimmung der Geschichte passt.

Der Amerikaner Jack Burn lebt mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt mehr oder weniger unfreiwillig in Kapstadt. Burn ist einer der meist gesuchten Verbrecher der USA. Rudi Barnard, auch Gatsby genannt, ist ein weisser Polizist in Kapstadt, ein bigotter Mensch ohne moralische Grenzen. Benny Mongrel, ein ehemaliges Gang-Mitglied arbeitet als Sicherheitsmann auf der Baustelle neben Burns Haus. Durch Zufall verschlägt es zwei grosse Kleinkriminelle in die Gegend, die dann beschließen, Burn und seine Familie auszurauben. Burn tötet die beiden in Notwehr, und so beginnt ein temporeicher Thriller in und um Kapstadt. Zum Ende des Buches schliessen Jack Burn und Benny Niemand eine unheilige Allianz, um dem brutalen und korrupten Buren das Handwerk zu legen.

Roger Smith versteht es meisterhaft in seinem Krimi-Debüt die Grenzen zwischen gut und böse zu verwischen und die Lebensumstände in Kapstadt zwar brutal, aber durchaus realistisch darzustellen. Rund herum hat er einen spannenden Thriller gestrickt, den man von Anfang an nicht mehr aus der Hand legen kann. Sprachlich ist das Buch allerdings nichts für zarte Gemüter, balanciert jedoch geschickt auf einem dünnen Pfad zwischen authentisch und „nicht Jugendfrei. Es wird kein Problem ausgelassen – von Drogen, Waffenhandel und Korruption bis hin zu Vergewaltigung und Kindesmissbrauch. Der Weg des Buches ist von Anfang bis Ende mit Leichen gepflastert, passt zu der Geschichte, war mir persönlich aber Ende etwas viel. Vor allem die so oft beschriebene Gleichgültigkeit gegenüber dem menschlichen Leben hat mir das Lesevergnügen so manches mal getrübt. Das Ende ist, im Vergleich zum Roman, leider etwas zu einfach gehalten. Man könnte den Eindruck gewinnen, der Autor hat auf den letzten 20 Seiten die Ideen verloren, ein Epilog um das Schicksal von Susan Burn und Carmen Fortune wäre wünschenswert gewesen. So aber bleibt ein etwas unbefriedigendes Gefühl zurück.


Anonym hat insgesamt 0 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Anonym anzeigen.
05.07.2009 Bewertung:  4 Anonym vergibt 8 von 10 Punkten

Rezension

UserpicAuch zwei Tage nach Lesen des Buches bin ich noch ein wenig sprachlos, denn dieses Buch kratzte doch etwas an meinen Moral- und Wertvorstellungen.

In "Kap der Finsternis" geht es nicht nur um die Geschichte eines weißen Amerikaners, dem es auf der Flucht vor dem Gesetz nach Kapstadt verschlagen hat, sondern es geht vor allem um Kapstadt selbst, das Leben und die Zustände dort und vor allem um die Apartheid.
Kapstadt in Südafrika. Schön ein hübsches Stück Land. Zumindest, wenn wir wirklich nur von der Landschaft reden. Wohnen in Kapstadt sieht schon ein wenig anders aus, zumindest - oder vor allem - wenn man farbig ist und nicht viel Geld hat. Die Kriminalitätsrate ist hoch, die Armut weit verbreitet.
Über dieses Kapstadt schreibt Roger Smith in seinem ersten Roman. Schonungslos und für unsere Moralvorstellungen sicherlich oftmals grenzwertig schreibt Smith eine erschütternde Geschichte, in der Korruption und Mord fast schon zur Normalität gehört. Und das nicht nur bei den typischen Bösewichten, die so ein Roman ja hat, sondern auch bei den typischen Helden, bei denjenigen, mit denen der Leser mitfiebert.

Wer nicht viel vertragen kann, der ist mit diesem Buch sicherlich nicht allzu gut beraten. Wer allerdings gerne harte und realistische Thriller liest, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Anonym hat insgesamt 0 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Anonym anzeigen.
16.07.2009 Bewertung:  5 Schnukilein1904 vergibt 10 von 10 Punkten

Sehr große Spannung und ransantes Tempo

UserpicInhalt: Als Jack in den US einen Mord begeht, flüchtet er mit seiner Schwangeren Frau und dessen kleinen Sohn nach Kapstadt! Erst scheint alles perfekt zu laufen und die Familie hat Ruhe. Doch schon bald erkennt die Familie, dass Kapstadt womöglich doch nicht der richtige Ort ist. Hier werden Menschen und sogar Kinder ermordet mitten auf der Straße. Die Gangster regieren die Straßen, sogar die Polizei ist bestechlich. Eines Abends bekommen Jack und seine Familie Besuch von zwei Gangstern, die sich nur amüsieren wollen. Doch als einer der beiden Susan, Jacks schwangere Frau zwischen die Beine greift und sie brutal herumreist, brennt bei ihm eine Sicherung durch und er tötet die beiden Männer. Während seine Frau ins Krankenhaus musste, schafft sich Jack die Leichen vom Hals, dabei bemerkt er den Mann auf der Baustelle nicht, der das ganze Szenario beobachtet hatte. Ihm jedoch später helfen wird. Die Leichen der Beiden Männer werden dann schließlich gefunden und ein Polizist, der sehr fett ist, macht sich auf die Suche nach dem Auto und landet schließlich bei Jack, den er auch befragt. Dabei denkt sich der Polizist, dass bei denen etwas nicht stimmen kann und sucht Beweise dafür, bis er schließlich einen findet. Jacks Frau fährt wieder ins Krankenhaus um eine künstliche Geburt einzuleiten, während Jack nicht daheim ist. Ihren kleinen Sohn Matt lässt sie bei der Haushaltshilfe, die sich um ihn kümmert. Jedoch wird die Frau von dem fetten Polizisten ermordet und das Kind entführt. Meinung: Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so gut fand ich es. Vor allem schafft Roger Smith eine Spannung, dass man weiterlesen muss. Wie er mit der Sprache umgeht, ist einfach der Hammer. Das Buch ist nicht geschrieben, wie andere Thriller, denn der Autor spielt mit der Sprache. Man wird am Anfang sofort in das Geschehen hineinversetzt und nach und nach erfährt mal alle Einzelheiten. Währenddessen sich ein neues Netz spinnt mit Verwicklungen, die jedoch erst ziemlich am Schluss aufgeklärt werden. Auch klasse fand ich, die Perspektiven der einzelnen Personen. Er schreibt von einer Person und erzählt im nächsten Kapitel, wie eine andre Person dies empfand. Einfach klasse. Fazit: Ich kann jedem das Buch empfehlen und ich weiß ganz sicher, dass ich es 100%ig behalten werde! Einfach super!

Schnukilein1904 hat insgesamt 3 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Schnukilein1904 anzeigen.
19.08.2009 Bewertung:  3 silkedb vergibt 6 von 10 Punkten

Keine Hoffnung am Kap der Finsternis

Userpic

Inhalt:
Der Amerikaner Jack Burn ist gemeinsam mit seiner Familie auf der Flucht. Mit seiner schwangeren Frau und seinem kleinen Sohn, hat es ihn nach Südafrika verschlagen. Zurückgezogen leben sie nun in Kapstadt, bis sie das Verbrechen einholt. Sie werden Opfer eines Überfalls und Jack tötet die Angreifer. Doch was noch viel schlimmer ist, ist die Angst der Entdeckung ihres Doppellebens unter falschem Namen. Nun droht alles aufzufliegen und Jacks wichtigster Anreiz ist es, sein neues Leben zu schützen. Doch Korruption und Verbrechen infiltrieren in Kapstadt nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Polizei. Der skrupellose Inspektor Rudi Barnard schreckt vor keiner Untat zurück um seine Privilegien zu schützen und so wird Jack mit einem harten Gegner konfrontiert. Doch es gibt auch noch Benny Mongrel, einen ehemaligen Gefängnisinsassen, der nun als Nachtwächter tätig ist, und das Verbrechen beobachten konnte.
Wird es Jack gelingen seine Vergangenheit weiter zu verbergen und seine Familie zu beschützen?

Meine Meinung:
Leider war ich ein wenig enttäuscht von „Kap der Finsternis“. Nach dem überaus spannenden Beginn hatte ich mir einen rasanten Thriller versprochen. Diese Erwartungen wurden jedoch nicht ganz nach meinen Vorstellungen erfüllt.
Was mich hier sehr viel mehr beeindruckt hat, als die eigentlichen Thrillerelemente, ist das Bild das vom modernen Kapstadt gezeichnet wird.
Die Auswirkungen der Apartheid, die Dominanz des Verbrechens, die alltägliche Korruption und die Trostlosigkeit der Menschen. Das alles hoffe ich mehr im Bereich der Fiktion, als der Fakten ansiedeln zu können.
Es scheint jedoch eine traurige Realität zu sein, dass Kapstadt kein blühendes Paradies ist, und so ist der Titel „Kap der Finsternis“ in Teilen durchaus berechtigt.
Besonders erschütternd empfand ich die Figur des Polizeiinspektor Rudi Barnard, genannt Gatsby. Seine Sicht der Dinge, sein Glaube der ihm Rechtfertigung für alles lieferte und seine Abgestumpftheit sind das negativste Beispiel eines Gesetzeshüters, von dem ich je gelesen habe. Es ging sogar soweit, dass ich beim Lesen einen regelrechten Widerwillen entwickelte noch mehr von diesem Wesen und seinen Untaten zu erfahren. Die Kälte und beängstigen Realitätsnähe zu den tatsächlichen Zuständen in Südafrika haben bei mir erreicht, dass ich „Kap der Finsternis“ nicht mehr als Roman ansehen konnte, sondern die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschmolzen.
Das ist zwar ein durchaus angestrebtes Ziel von Autoren, jedoch kein Zustand, den ich beim lesen von Thrillern als erstrebenswert ansehe.
Wer damit gut zu recht kommt, wird hier jedoch einen Thriller mit ungewöhnlichem Potenzial zur Milieustudie erleben.
Der Schreibstil von Roger Smith mit wechselnden Perspektiven und unverfälschtem Vokabular hat mir jedenfalls gut gefallen.
Ich halte es für vorstellbar, dass der Autor noch eine Fortsetzung des Romans mit Jack Burn schreiben wird.

Fazit:
Erschreckend real.


silkedb hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von silkedb anzeigen.
02.09.2009 Bewertung:  3 goldfisch vergibt 6 von 10 Punkten

Die finstere Realität des Lebens in Kapstadt

Userpic

Jack Burn lebt mit seiner Familie auf der Sonnenseite von Kapstadt, in einem gemieteten Haus am Berg. Seine schwangere Frau, ihr gemeinsamer Sohn und er sind erst vor kurzem von den USA umgezogen und sie haben ein dunkles Geheimnis mitgebracht. Auch der Nachtwächter auf der Baustelle neben ihrem Haus hat eine dunkle Vergangenheit. Benny Mongrel war in seinem Leben nie auf der Sonnenseite und ist erst vor kurzem aus dem Gefängnis freigekommen. Als er eines Abends beobachtet, wie zwei junge schwarze Männer die Familie Burn überfallen, will er damit nicht zu tun haben. Doch der weiße, korrupte Polizist \"Gatsby\" Barnard lässt ihm keine Wahl. Barnard hat selbst Dreck an Stecken und ihm ist schon ein Ermittler namens Disaster Zondi auf den Fersen....

 

Der südafrikanische Drehbuchschreiber Roger Smith legt mit \"Kap der Finsternis\" seinen ersten Roman vor. Ein Buch, das Südafrika von seiner unschönen Seite zeigt und für meinen Geschmack stellenweise zuviel Realität vermittelte. Manche Dinge möchte ich lieber nicht sooo genau wissen und muss nicht genau wissen, wie extrem brutal es zugehen kann. Roger Smith zeigt nicht nur das Leben in den so genannten Flats vor dem Tafelberg, den Wohnvierteln der nicht-weißen Bevölkerung, sondern auch wie rau es in den Gefängnissen zugeht und wie derbe der alltägliche Sprachgebrauch ist.

 

Jack Burn und seine Familie müssen schnell lernen, dass Kapstadt kein sicherer Zufluchtsort ist. Benny Mongrel, die jungen Straftäter und Distaster Zondi wissen, wie es sich anfühlt, ganz unten zu stehen. Barnard hingegen steht seit Jahrzehnten am anderen Ende, er ist ein durch und durch korrupter Mensch. So klischeehaft sich manches anfangs las, so zutreffend scheint es trotzdem leider zu sein. Die Spuren der langen Zeit der Apartheid sind immer noch deutlich sichtbar und werden Südafrika vermutlich noch lange zu schaffen machen. Das macht Roger Smith sehr deutlich. Die 360 Seiten lesen sich schnell und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen - wären das nicht die brutalen Szenen gewesen, die mich zwangen, etwas anderes zu tun und mich ein wenig abzulenken.

 

\"Kap der Finsternis\" ist kein durchschnittlicher Thriller, sondern ein Buch, das einem eine andere Welt  zeigt, die es wirklich gibt und genau deshalb noch eine Weile nachwirkt. Aber Vorsicht: Wer keine starken Nerven hat, sollte es lieber nicht lesen.


goldfisch hat insgesamt 9 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von goldfisch anzeigen.
03.02.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

Schonungslos fesselnd

Userpic

Roger Smith\' Roman zu lesen, gleicht einer Achterbahnfahrt. Durch die häufigen Szenenwechsel nimmt er schnell an Geschwindigkeit auf, der langsame und steile Weg nach oben ist gleich zu setzen mit dem schwierigen Leben der Protagonisten. Jedoch lässt er dem Leser wenig Möglichkeiten, sich mit diesen genau auseinander zu setzen, weil er schon im nächsten Augenblick ansetzt zur Talfahrt.

Man fällt tief - sehr tief! Mehrere Male habe ich mich beim lesen gefragt, wo Roger Smith irgendeine Gefühlsregung in sein Buch einfließen lässt. Hart, brutal und mit wenig Hoffnung schreibt er und trotzdem habe ich es nicht geschafft, mich diesem Roman zu entziehen. Ich war entsetzt über diese Brutalität und zugleich gefesselt.

Nichts ist vorhersehbar und selbst beim Schluss musste ich zugeben, dass er zum restlichen Buch passt.
Das Cover ist für so ein spannungsgeladenes Buch nicht ganz glücklich gewählt, und auch der Klappentext gibt nicht sonderlich viel her. Aber dies wäre mit Sicherheit ein Roman, bei dem ich ein Warnhinweis angebracht fände. Ein FSK für Bücher.

Für schwache Nerven ist dieser Roman defintiv nichts. Mir hat er außerordentlich gut gefallen und mich sehr nachdenklich und schockiert zurück gelassen.


goat hat insgesamt 66 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von goat anzeigen.
02.04.2010 Bewertung:  4 Toschi3 vergibt 8 von 10 Punkten

Kap der Brutalität

Userpic

Eine amerikanische Familie wird in Kapstadt Opfer eines Überfalls, der aber mit dem Tod der beiden Räuber endet. Damit beginnt ein Spießrutenlauf für Familienoberhaupt Jack Burn, ebenso wie für den Nachtwächter auf der gegenüberliegenden Baustelle, der die Morde quasi beobachtet hat, aber auch für den ekelhaften Zivilpolizisten Gatsby, der in den Elendsvierteln von Kapstadt mit brutaler Hand das Regime führt. Das Buch ist voller Gewalt und Verzweiflung. Die Handlung zeigt deutlich die Spuren, die die Apartheid und die nachfolgenden politischen Unruhen in Südafrika hinterlassen haben. Ein Nährboden für Kriminalität, Raub, Drogen und Morde. Deutlich zeigt der Autor die traurige Seite dieses eigentlich aufstrebenden Landes. Mit harter, teils brutaler Sprache, die der Handlung absolut angemessen ist, erzählt er von dem verzweifelten Überlebenswillen der handelnden Personen. Die Schicksale der einzelnen Personen, aus deren Perspektive jeweils berichtet wird, sind geschickt zu einer großen Tragödie verwebt. Die Geschichte folgt ihrer inneren Logik bis hin zu einem klaren Ende. Dieses versöhnt etwas mit dem harten Verlauf. Leider kann man sich nur zu gut vorstellen, dass dieses Buch nicht nur Fiktion ist, sondern bestimmt so oder ähnlich wirklich hätte passieren können. Eine aufwühlende, beunruhigende Geschichte. Auch wenn das Buch fast volle Sternzahl bekommt, brauche ich solch bedrückende Geschichten nicht häufiger.


Toschi3 hat insgesamt 61 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Toschi3 anzeigen.
18.05.2010 Bewertung:  4 Bellexr vergibt 8 von 10 Punkten

Ein Zufall zerstört eine Familie

Userpic

Jack Burn ist mit seiner kleinen Familie aus den USA nach Kapstadt geflohen. Dort lebt er mit falscher Identität zurückgezogen ein sorgenfreies Leben. Bis zu dem Tag als zwei Gangmitglieder sich seine Wohnung für einen Einbruch aussuchen. Damit seine wahre Identität, die ihn in den USA eine lebenslange Gefängnisstrafe einbringen würde, nicht auffliegt, ermordet er die beiden Gangster. Dies wird durch Zufall von einem farbigen Wachmann beobachtet und ruft einen korrupten fetten Polizisten auf den Plan. Und von dem Moment an läuft das Leben von Jack und das seiner kleinen Familie komplett aus dem Ruder.

 

Ohne Zweifel wurde in den letzten Jahren viel für die Sicherheit in Kapstadt getan, bedingt auch einfach aus der Notwendigkeit heraus, den Tourismus im Land zu halten und noch zu fördern. Allerdings zeigt uns der in Kapstadt aufgewachsene Südafrikaner Roger Smith in seinem Debütroman auch eine andere Seite von Kapstadt. Die der Cape Flats, wo ein Menschenleben nichts zählt und er weiß wovon er schreibt. Schließlich lebt er mit einer Frau aus den Cape Flats zusammen. So muss man also davon ausgehen, dass seine gewalttätigen Szenen in Bezug auf Drogen, Vergewaltigung und Mord durchaus der Realität entsprechen.

 

Die Sprache von Roger Smith ist durchweg direkt und stellenweise sehr brutal, aber sie passt einfach perfekt zur Story. Die Spannung ist praktisch von der ersten Seite vorhanden, da der Plot direkt mit dem Einbruch der Gangster beginnt und hält sich mühelos bis zum extrem fesselnden Showdown. Immer wieder lässt der Autor den Leser einen Blick in das brutale Leben auf den Cape Flats werfen, allerdings zeigt er auch einige – wenn auch sehr wenige – gute Seiten, sodass dieser Blick durchaus nicht einseitig gezeichnet ist.

 

Seine Charaktere sind durchweg sehr komplex. Sein Protagonist Jack Burn, ein Mann Mitte Vierzig, Vatereines kleinen Sohnes und mit hochschwangerer Frau hat im Golfkrieg gekämpft und ist ein hoffnungsloser Glückspieler. Während des kompletten Thrillers hat er eigentlich keine Chance, auch mal selbst zu agieren, sondern ist ständig gezwungen, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und entsprechend zu reagieren. Der zweite Hauptakteur ist der überaus fette, korrupte und bigotte Bure und Inspektor Rudi Barnard, der ohne Skrupel erpresst und mordet. Dann gibt es noch den Farbigen Wachmann Benny „Niemand“ Mongrel, der den Großteil seines Lebens im Gefängnis verbracht hat; die Farbige Carmen Fortune, eine Tik-Hure, die eine Schlüsselrolle in dem Thriller spielt und zum Schluss noch der Sonderermittler vom Stamm der Zulu Disaster Zondi aus Johannisburg. Dieser wurde beauftragt, der Korruption in der Polizei-Hierarchie in Kapstadt den Kampf anzusagen und er ist zwar absolut nicht bestechlich, jedoch eindeutig emotional gestört.

 

Die Geschichte an sich ist zwar stellenweise voraussehbar, jedoch von der ersten bis zur letzten Seite logisch und durchaus nachvollziehbar umgesetzt. Besonders das Ende ist meiner Meinung sehr passend für die komplette Story. Überraschend ist auch, dass es in diesem Thriller wirklich nicht einen Charakter gibt, der sympathisch ist bzw. in den man sich hineinversetzen könnte. Und trotzdem gelingt es dem Autor mühelos, einen von Anfang an an seinen Thriller zu fesseln.

 

Alles in allem ist Roger Smith mit seinem Debütroman ein exzellenter, äußerst realer und brutaler Thriller gelungen, der einem die andere, düstere Seite von Kapstadt zeigt.


Bellexr hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Bellexr anzeigen.
24.05.2010 Bewertung:  4 Pharo72 vergibt 8 von 10 Punkten

Südafrikas Kapstadt – Traum oder Albtraum?

Userpic

Der Amerikaner Jack Burn ist mit seiner hochschwangeren Frau und dem kleinen Sohn auf der Flucht vor den Behörden der USA in Kapstadt untergetaucht. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich herausstellen soll. Bei einem versuchten Raubüberfall durch zwei Gangster ist Jack gezwungen seine Familie zu verteidigen und die Angreifer auszuschalten. Durch seine Vergangenheit kommt eine Zusammenarbeit mit der Polizei nicht infrage. Seine Tat bleibt auch nicht unbeobachtet und somit kommt ein Stein ins Rollen, der eine Lawine beispielloser Gewalt und Korruption auslöst.

Wir lernen im Lauf des Romans weitere für den Fortgang der Handlung wichtige Personen, wie den Exsträfling Benny, der einfach nur ein neues Leben beginnen möchte, und die drogensüchtige Carmen kennen. Die wahrhaft abscheulichste Figur des Romans ist allerdings der korrupte und äußerst brutal agierende Polizist Gatsby. Durch die ständigen Perspektivenwechsel wird eine Spannung aufgebaut, die den Leser nicht mehr loslässt. Es gibt keinen Moment der Langeweile. Der Autor versteht es meisterhaft, die vielen losen Fäden zu einem Ganzen zu vereinen und auch das Ende war für mich befriedigend.

Für etwas empfindlichere Leser ist das Buch vielleicht nicht optimal geeignet, da einige Zugriffe und Foltermethoden doch sehr detailliert geschildert werden. Ich nehme mal an, da der Autor selbst in Kapstadt lebt, wird es sich nicht nur um reine Fiktion handeln und ein gehöriges Körnchen Wahrheit in der Geschichte stecken. Es war immer mal ein Traum von mir die Stadt am Tafelberg zu besuchen. Der Roman hat mir doch ein wenig die Augen geöffnet und lässt mich zweifeln, ob ich diesen Traum wirklich noch leben möchte.


Pharo72 hat insgesamt 27 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von Pharo72 anzeigen.
31.05.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

Willkommen in Kapstadt

Userpic

Der Amerikaner Jack Burn ist auf der Flucht vor der Justiz. Gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem kleinen Sohn Matt ist er in Kapstadt untergetaucht. Die junge Familie hat sich für sechs Monate ein Haus in einer noblen Wohngegend  der südafrikanischen Metropole gemietet. Abseits der gefährlichen Wohngegenden versuchen sie  unauffällig zu leben und die Zeit bis zu Susans Niederkunft zu überbrücken. Doch eines Abends wird die Familie beim Abendessen brutal von einer südafrikanischen Gang überfallen.  Der Ex-Marine Burn reagiert eiskalt und instinktiv, vor den Augen seiner Familie gelingt es ihm die Gangster zu überwältigen und zu töten. Um nicht ins Visier polizeilicher Ermittlungen zu geraten, muss er nun die Leichen und alle verräterischen Spuren verschwinden lassen.


Er beseitigt die Leichen in den Cape Flats, den Siedlungen der Farbigen. Da hier Kriminalität und gewaltsame Ermordungen die Tagesordnung bestimmen, hofft Burn darauf, dass die toten Gangmitglieder hier kein besonderes Aufsehen erregen. Nachdem er die Leichen entsorgt und  die gemietete Wohnung vom Blut der Gangster gereinigt hat, fällt Burn nach einer ausgiebigen Dusche ins Bett. Am nächsten Morgen fällt ihm entsetzt ein, dass er vergessen hat, den Wagen der Gangster verschwinden zu lassen und so parkt der auffällige rote BMW noch immer in der Nähe des Hauses.

 

Bald klingelt Inspector Rudi Barnard an seiner Haustür. Er ist ein  weisser, fetter und äusserst korrupter Polizist, der in den Cape Flats berüchtigt ist. Dort nimmt er das Gesetz in die eigenen Hände. Niemand kann ihn stoppen, da er Vorgesetzte erpresst und sich so den Rücken frei hält. Burns Antworten  auf die Frage nach dem roten BMW, stellen ihn nicht zufrieden. Mit dem Instinkt eines Raubtiers ahnt der korrupte Bulle, dass hier etwas nicht stimmt. Nun beginnt ein Katz- und Mausspiel, das dem Leser einen schonungslosen und ungeschminkten Blick in menschliche Abgründe und die Kehrseite der paradiesischen Metropole gewährt.

 

Meine Meinung

 

Schon auf den ersten Seiten dieses Thrillers legt der Autor ein enormes Tempo vor. Zunächst beschreibt Roger Smith einen traumhaft schönen Sonnenuntergang am Meer, den Jack Burn auf seiner Terrasse geniesst. Durch seine Beschreibung vermeint man förmlich, den Wind auf der eigenen Haut zu spüren und selbst im noblen Viertel der südafrikanischen Metropole  zu stehen. Doch dann mischen sich bereits die ersten Missklänge, in Form von wummernden und dröhnenden Gangsta-Rap-Beats, ins Bild. Beim nun folgenden Abendessen wird die Familie brutal überfallen und die Ereignisse überschlagen sich. Willkommen in Kapstadt!

 

In diesem Thriller wechseln die Erzählperspektiven häufig, dadurch bekommt man einen genauen Überblick über die verschiedenen Protagonisten, ihre Hintergründe und einen Einblick in ihre Gedankenwelt. Der Schreibstil des Autors ist der jeweiligen Perspektive angepasst. Gerade die Sichtweise des korrupten und skrupellosen Polizisten Barnard, genannt \"Gatsby\", bedient sich einer sehr derben und teilweise vulgären Sprache. Auch die Protagonisten, die in den Cape Flats beheimatet sind, stehen ihm in dieser Hinsicht in nichts nach. Diese Wortwahl empfand ich allerdings nicht als störend, sondern dadurch wirkten die Figuren lebendig und glaubhaft. Innerhalb der Erzählung verknüpfen sich die Erzählstränge  und verbinden  die Schicksale aller Protagonisten miteinander.

 

Nicht nur die Schreibweise und die Erzählperspektiven wechseln häufig, sondern auch das Bild der Stadt. Auf der einen Seite präsentiert sie sich als strahlende Schönheit. Sie lockt die Touristen aus aller Welt an, sie zu bewundern. Mit dem nötigen Geld kann man ein luxuriöses Leben vor einer atemberaubenden Kulisse geniessen. Doch auf der anderen Seite kann man ein ganz anderes Bild der Stadt erkennen. Brutale Gewalt, Mord und Totschlag bestimmen hier den Alltag . In diesen Wohngebieten herrschen ganz eigene Gesetze. Prostitution, Vergewaltigungen, Drogenhandel und Bandenrivalitäten scheinen ganz normal zu sein. Für uns unvorstellbar und dieser derart ungeschminkte Einblick macht diesen Thriller so temporeich und abgründig. Die Polizei steht diesem Treiben fast machtlos gegenüber, da Erpressung und Korruption an der Tagesordnung sind. Sonderermittler versuchen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen auszumachen, doch der Kampf ist nicht nur beinahe aussichtslos, sondern äusserst gefährlich.

 

Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen und deshalb wurde er auch innerhalb kürzester Zeit von mir gelesen. In jeder freien Minute habe ich dieses Buch in der Hand gehalten, da ich mich kaum von der Handlung lösen konnte. Dabei ist sie nicht einmal besonders feinsinnig durchdacht, sondern schlicht und einfach brutal und rücksichtslos. Dieser Thriller ist jedenfalls nichts für schwache Nerven, da er sich einer teilweise sehr derben Sprache bedient und schonungslose Gewalt präsentiert.

 


KimVi hat insgesamt 73 Rezensionen angelegt.

Alle Rezensionen von KimVi anzeigen.
 
Designed by vonfio.de
generic viagra | information about viagra | viagra price | does viagra work for women | buy viagra | viagra side effects | order discount viagra | free viagra | viagra purchase