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Bibliothek: Die Kapuzinergruft von Joseph Roth
Titel:      Die Kapuzinergruft
Autor:      Joseph Roth
ISBN-10(13):      3423131004
Verlag:      dtv
Publikationsdatum:      2003
Edition:      Taschenbuch
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      4.5  (9 von 10 Punkten)
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Beschreibung:      Die Geschichte des Leutnants Trotta, dessen Schicksal mit dem Untergang der k. u. k. Monarchie unauflösbar verwoben ist.

Die Kapuzinergruft, Grabstätte der österreichischen Kaiser, wird hier zum Symbol der vergangenen Donaumonarchie. Der Roman spielt kurz vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg; er endet mit dem sogenannten »Anschluß« Österreichs an das Germane Reich 1938.

Die Hauptfiguren sind – wie im ›Radetzkymarsch‹ – Angehörige der Trotta-Familie, die in dem allgemeinen Umbruch nach dem Krieg 1918 entwurzelt und mittellos wurden. Immer wieder klingt leitmotivisch die Trauer an um eine dahingegangene Lebensordnung, die gebunden war an Tradition und das feste Gefüge einer monarchischen Staatsform. Erotische Abweichungen von der Norm, zweifelhafte Geschäftemacher, als maskulin empfundene Frauen werden als Kennzeichen einer zerrütteten Welt verstanden, deren Niedergang der Adel und die Anhänger der k.u.k. Monarchie mit Trauer, Verzweiflung und einer schwermütigen Resignation verfolgen.

Wie in Roths gesamtem erzählerischem Werk spiegelt sich auch in diesem Roman das Schicksal der Menschen, die durch den Untergang der österreichischen Monarchie nicht nur materiell, sondern auch seelisch zutiefst getroffen wurden.



 

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Rezensionen
05.07.2009 Bewertung:  4.5 Anonym vergibt 9 von 10 Punkten

Rezension

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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich grosser Joseph Roth Fan geworden bin, nachdem ich den Radetzkymarsch und Hiob von ihm gelesen hatte. Dieses Buch schliesst unmittelbar an den Radetzkymarsch an, also sollte man diesen dann auch davor gelesen haben. Die Kapuzinergruft hat auch nur ca. 150 Seiten und liest sich daher dann auch recht fix.

Es geht wie im Radetzkymarsch auch in diesem Buch um die Familie Trotta. Am Beispiel dieser Familie wird in diesem Buch der Untergang der Österreichischen Monarchie nach dem ersten Weltkrieg veranschaulicht. Es ist wirklich ein sehr gelungenes Sittenbild der damaligen Zeit. Der Leutnant ist ein Dandy, und lebt in den Tag hinein, hat aber trotzdem immer genügend Geld, da er aus gutem Hause ist. Die Mutter ist absolut stocksteif, mit immer wiederkehrenden Ritualen (einmal im Monat mit dem Fiaker fahren) und sie ist damit ein sehr gutes Beispiel für die absolut verstaubten Ansichten dieser Zeit. Dies kann der Autor sehr gut rüberbringen. Man kann sich allerdings heutzutage kaum vorstellen, dass es damals solche Ansichten und auch Tagesabläufe gab. Z.B. wurde in über 20 Jahren bei den Trottas beim Mittagessen nur über das Essen und keine weiteren Themen geredet...

Sehr gut gefällt mir der Stil von Roth, auch sehr lange Sätze zu bilden, wobei man sich natürlich auch konzentrieren muss bei diesem Buch. Aber es lohnt sich allemal. Trotzdem hat mir Radetzkymarsch und Hiob noch ein wenig besser gefallen als die Kapuzinergruft.


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