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Bibliothek: Hochsaison von Jörg Maurer
Titel:      Hochsaison
Autor:      Jörg Maurer
ISBN-10(13):      3596186536
Verlag:      Fischer
Publikationsdatum:      2010
Edition:      Taschenbuch
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      4  (8 von 10 Punkten)
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Beschreibung:     

Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer - und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr...



 

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Rezensionen
09.03.2010 Bewertung:  2.5 Ailis vergibt 5 von 10 Punkten

Wirr und konfus

Userpic

Ja, das ist er nun, mein erster Alpenkrimi. Leider hielt die Freude nicht lange an und den ersten guten Eindruck aus der Leseprobe muss ich revidieren.
Es fällt schwer, dieses Buch inhaltlich zusammenzufassen, da geht zu viel durcheinander, es gibt zu viele Handlungsstränge, die nebeneinander herlaufen und am Ende nur recht holprig zusammenfinden.
Es beginnt mit einem Attentat auf den dänischen Skispringer Age Sorensen, das nicht aufgeklärt werden kann. Drei Monate nach dieser Tat erreicht die Polizei ein anonymes Bekennerschreiben, in dem der Täter noch weitere Vergehen ankündigt. Kommissar Jennerwein und seine Leute machen sich nun auf die Suche nach diesem Mann, nebenbei wuseln aber noch zwei undurchsichtige Asiaten durch die Alpenwelt, samt Problemlöser der Mafia, der ihnen mehr oder weniger hilfreich zur Seite steht. Ebenfalls Teil des Alpenpanoramas sind Führungskräfte, die in den unsinnigsten Kostümierungen Teil eines Management-Events sind und nicht zu vergessen die gesammelte Prominenz, die rund um den Kurort natürlich auch nicht fehlen darf.
Klingt wirr? So habe ich mich während der Lektüre auch gefühlt. Mir war klar, dass mich mit \"Hochsaison\" ein untypischer, weil eher humoriger Krimi erwartet, aber insgesamt empfand ich das Ganze dann doch als zu klamaukig und zu überzogen. An einigen Stellen gab es für mich auch logische Lücken, doch damit würde ich dem jetzt noch optimistisch und lesewillig gestimmten Leser zu viel verraten. Das alles hätte man noch verzeihen können, wenn die Spannung einen abgelenkt hätte, nur leider war mir schon sehr früh klar, wer der Schreiber dieser ominösen Bekennerbriefe ist.
Doch ich will nicht nur klagen, es gab auch schöne Passagen, denn Jörg Maurer besitzt einen wunderbaren Sprachwitz, in dessen Genuss man während der Lektüre wirklich oft kommen durfte.


Ailis hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt.

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29.03.2010 Bewertung:  5 lenchen vergibt 10 von 10 Punkten

Hochsaison und Hochspannung

Userpic

Es gibt eine Menge Bekennerbriefe von einem (angeblichen) Täter. Es wird eine Straftat vorbereitet, nur ist bis jetzt unklar, welche und von wem. Oder ist es nur ein Witz? Ob es mit weiteren Geschehnissen zu tun hat?


An einem Wintersportkurort stürzte ein Skispringer. War es ein Attentat? Es scheint Schwierigkeiten zu geben, weil der Ort sich gerade für die Olympischen Spiele bewirbt. In der VIP-Loge geht auch etwas vor. Verdächtige Leute zwischen Prominenten, verdächtige Schüsse, die keiner bemerkt...


Ein Pärchen „fernöstlicher Herkunft“ hält sich in dem Ort auf und bereitet auch etwas Schreckliches vor.


Alle parallelen Fäden sehen wie selbständig aus, müssen aber von dem Kommissar Jennerwein und seinem Team zusammengezogen werden, weil es sich um ein echtes Verbrechen von weltlichen Maßstäben handelt. Ja-ja, im Ernst.


Also wer hinter was steht, wer welche Ziele verfolgt und was im Endeffekt wohl rauskommt?


Dem Leser sind alle „schlechten“ Hauptfiguren und ihre bösen Taten praktisch von Anfang an bekannt, allerdings bleibt der Zusammenhang bis zum Ende rätselhaft und somit die Handlung sehr spannend.


Die Geschichte selber kommt einem fast verrückt vor. Viele Stränge sehen irreal aus, wurden aber vom Autor als ernsthaft erklärt. Zum Schluss wird alles ans Licht gebracht, keine Fragen bleiben offen.


Feines Lokalkolorit und der sehr witzige und präzise Schreibstil des Autors machen das Lesen zu einem Vergnügen. Das fesselnde Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Die Kuhabbildung auf dem Cover und auf jeder Seite, wo der neue Abschnitt beginnt, ist ganz sympathisch und verleiht dem Roman eine besondere Note aus dem Bergen. Man lernt sogar a bißl von den bayrischen Dialektausdrücken und einige seltsame Bräuche aus dem Region ;-)


Diesen Alpenkrimi würde ich gerne weiterempfehlen.


lenchen hat insgesamt 20 Rezensionen angelegt.

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05.04.2010 Bewertung:  4 strabo2001de vergibt 8 von 10 Punkten

Unterhaltsam

UserpicIn einem Allgäuer Kurort findet gerade das Neujahrsspringen statt und eine beachtliche Anzahl von Promis hat sich versammelt um diesem Skisprungereignis beizuwohnen. Während man sich bei Champagner und Thüringer Rostbratwurst vergnügt oder Geschäfte bespricht, stürzt ein dänischer Skispringer plötzlich ab. Wenig später tauchen Bekennerschreiben auf, die weitere Anschläge ankündigen. Ah, ein Alpenkrimi, dachte ich. Es gibt Inselkrimis aller deutschen Inseln, jede Stadt hat inzwischen auch ihre eigenen Krimis und sogar um den Wein werden Mordgeschichten gesponnen. Hier also die Alpen. Ist das Originell? Nein, das wäre es sicherlich nicht, wenn nicht der Autor eine wunderbar überspitzt bombastische Sprache, mit einem gehörigen Maß an Ironie, verwenden würde. Da poltert ein Bach durch die Berge und ein babyblauer Himmel legt sich dröhnend über die Landschaft. Auf solche Beschreibungen muß man erst mal kommen. Der aus Garmisch-Partenkirchen stammende Autor beschreibt zielsicher die Situation in der bayrischen Provinz. Der internationale Skizirkus trifft auf provinzielle Ureinwohner. Die große weite Welt auf Schützenvereine. Dabei wird aber sicher so manches Klischee bedient und manchmal hat man durchaus den Eindruck, eine Krimifolge aus einer Vorabendserie im TV zu lesen. Nach einem furiosen Start plätschert die Geschichte doch eine Weile vor sich hin, um am Ende wieder etwas Fahrt auf zu nehmen. Trotzdem fühlt man sich durchaus unterhalten. Jörg Maurer versteht es eine, wenn auch etwas weit hergeholte, Krimigeschichte in eine Satire auf provinzielle Lebensart zu verwandeln, ohne allzu bösartig zu werden. Ein unterhaltsamer und origineller Krimi, der auch ohne Hochspannung zu unterhalten weiß.

strabo2001de hat insgesamt 2 Rezensionen angelegt.

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