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Bibliothek: Mittwinternacht von Phil Rickman
Titel:      Mittwinternacht
Autor:      Phil Rickman
ISBN-10(13):      3499249065
Verlag:      Rowohlt
Publikationsdatum:      2009
Edition:      Taschenbuch
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      3.5  (7 von 10 Punkten)
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Beschreibung:     

Als Merrily Watkins vom Bischof zur Beraterin in spirituellen Grenzfällen ernannt wird, ahnt sie nicht, was auf sie zukommt. Hinter dem modernen Titel verbirgt sich ein düsteres Amt: Exorzist. Schon bald droht Unheil: In Merrilys Kirche wird eingebrochen. Eine Leiche treibt im Fluss. Satanisten schänden die Kathedrale von Hereford. Haben die neuen Freunde ihrer Tochter etwas damit zu tun? Dann erfährt Merrily von einer Verschwörung, die die englische Kirche in ihrer Existenz bedroht. Im Zentrum der Umtriebe: der Bischof persönlich.



 

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Rezensionen
26.03.2010 Bewertung:  3.5 KimVi vergibt 7 von 10 Punkten

Exorzistin wider Willen

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Inhalt

 

Merrily Watkins ist Pfarrerin der kleinen Ortschaft Ledwardine im Westen Englands. Sie wird von ihrem Bischof zu einem Seminar geschickt und soll nach erfolgreicher Teilnahme als Beraterin für spirituelle Grenzfragen eingesetzt werden. Hinter dieser wohlklingenden Berufsbezeichnung verbirgt sich ein eher düsteres Amt in der Kirche. Um es kurz zu machen: Merrily soll den recht betagten Exorzisten ersetzen. Der ist allerdings entsetzt, dass ausgerechnet eine Frau seine Nachfolge antreten soll.

Schon recht bald wird sie zu ihrem ersten Einsatz gerufen, denn im Krankenhaus stirbt ein scheinbar besessener und abgrundtief böser Mann. Merrily soll ihm in seiner letzten Stunde beistehen. Obwohl sie versucht ihre Unsicherheit zu überspielen, scheint der Mann sie selbst nach seinem Tod noch zu verfolgen. Als dann auch noch eine Leiche im Fluss gefunden wird, Merrilys Tochter Jane unter den Einfluss einer spirituellen Gruppe gerät, der äusserst attraktive Bischof ihr eindeutige Avancen macht und die Kathedrale von Hereford durch Satanisten geschändet wird, kommen in Merrily Zweifel, hinsichtlich ihrer Eignung für das Amt der Exorzistin, auf. Doch dann kommt alles noch viel schlimmer....

 

Meine Meinung

 

Es handelt sich bei diesem Buch um den zweiten Teil einer Bücherserie, in deren Mittelpunkt die Pfarrerin Merrily Watkins steht. Die Lektüre des ersten Teils ist zwar nicht zwingend notwendig, da beide Bücher in sich abgeschlossen sind, aber trotzdem empfehlenswert, da sonst einige Hintergrundinformationen zu den agierenden Personen und ihrer Beziehung untereinander, fehlen. Ich bin jedenfalls froh, den ersten Teil gelesen zu haben, da mir sonst der Einstieg in die Handlung deutlich schwieriger gefallen wäre.

Die Handlung besteht aus verschiedenen Erzählsträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, sich aber im Laufe der Erzählung verknüpfen, um am Schluss ein stimmiges Ende zu bilden. Einen großen Teil der Handlung macht dabei natürlich Merrilys neues Amt und die damit verbundenen Probleme aus. Auch der Musiker Lol, der bereits im ersten Band eine wichtige Rolle übernahm, ist in diesem Teil wieder dabei. Er kümmert sich um Moon, die sich stark für die Vergangenheit ihrer Familie interessiert und als sehr labil gilt. Ausserdem spielt auch Merrilys Tochter Jane wieder eine große Rolle. Denn sie hat eine neue Freundin. Durch dieses Mädchen lernt sie eine Wahrsagerin kennen, die sie mit einer spirituellen Gruppe bekannt macht.

Die Beschreibung der sehr unterschiedlichen Protagonisten ist wieder sehr gelungen. Denn durch die detailliert ausgearbeiteten Merkmale der jeweiligen Personen, wirken sie durchgehend glaubhaft und lebendig. Ein übelstriechender und unheimlich wirkender Besessener, ein modisch gekleideter und äusserst attraktiver Bischof und ein verbohrter, berufserfahrener und mit allen Weihwassern gewaschener Alt-Exorzist, bilden nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Protagonisten. Ausserdem schafft der Autor eine neblige und unheimliche Atmosphäre, die den Leser in die kleine englische Ortschaft entführt.

Aufgrund des Klappentextes hatte ich allerdings einen Kriminalroman erwartet, in dem die Pfarrerin Merrily Watkins die Rolle einer Ermittlerin übernimmt. Auch diesen Teil der Bücherserie würde ich nicht unbedingt in die Kategorie Kriminalroman einordnen, sondern eher bei den unheimlichen Romanen. Denn auch hier übernimmt Merrily nicht die klassische Ermittlerrolle, sondern stolpert eher zufällig in das Geschehen. Von einer kriminalistischen Ermittlung habe ich andere Vorstellungen. Im Nachhinein könnte ich der Einordnung nur mit großen Einschränkungen zustimmen, doch beim Lesen hatte ich überhaupt nicht den Eindruck einen Krimi in der Hand zu haben.

Der erste Teil überzeugte mich durch eine spannende und unheimliche Handlung. Doch dieser zweite Band startet eher langsam und verwirrend. Echte Spannung kommt erst auf den letzten 100 Seiten auf. Sonst plätschert die Handlung teilweise recht langatmig vor sich hin. Für mich kommt diese Spannung schon fast zu spät, denn wenn ich nicht den ersten Teil voller Begeisterung gelesen hätte, dann hätte ich vielleicht beim zweiten Band entnervt aufgegeben.

 

Mein Fazit

 

Mittwinternacht ist zwar für mich kein richtiger Krimi, aber dennoch ein gut lesbarer Fortsetzungsband der Serie um die Pfarrerin Merrily Watkins. Da mich die düstere Atmosphäre und auch die lebendigen Figuren wieder überzeugen konnten. Der erste Teil hat mir in puncto Spannung deutlich besser gefallen, aber dennoch werde ich der Pfarrerin von Ledwardine die Treue halten und mir im Mai 2010 den dritten Band Die fünfte Kirche gönnen. Obwohl die Bände durchaus einzeln lesbar sind, empfehle ich zum besseren Verständnis die Einhaltung der Reihenfolge.


KimVi hat insgesamt 73 Rezensionen angelegt.

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24.05.2010 Bewertung:  3.5 Pharo72 vergibt 7 von 10 Punkten

Die neue Form des Exorzismus

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Mit „Mittwinternacht“ erscheint in Deutschland der zweite Roman der „Merrily-Watkins-Reihe“ des britischen Autors Phil Rickmann, in dessen Heimat die Serie eine große Fangemeinde hat. Es gibt bereits 10 Bände um die Pfarrerin. Den ersten Band der Reihe zu kennen, ist jedoch für die Lektüre des vorliegenden Romans nicht erforderlich.

Neue Herausforderungen, die sie noch gar nicht so richtig einschätzen kann, kommen auf Merrily Watkins zu, als sie vom charismatischen Bischof zur „Beraterin für spirituelle Grenzfragen“ oder auch kurz Exorzistin, ernannt wird. Kaum von einem entsprechenden Seminar zu den verschiedensten Formen von dämonischen Auswüchsen zurück, häufen sich übernatürliche Ereignisse. Ein Sterbender lehrt die Pfarrerin das Gruseln, die Leiche eines Satanisten wird gefunden, eine Kirche geschändet und nicht zuletzt hat es Merrily nicht einfach mit ihrer pubertierenden Tochter, die ihre eigenen Erfahrungen auf spirituellem Gebiet machen möchte und den Glauben ihrer Mutter für überholt und zu eingeschränkt hält.

Meine großen Erwartungen bezüglich des Romans haben sich leider nicht erfüllt, hatte ich mir doch einen packenden Krimi im Kirchenmilieu vorgestellt. Es gibt durchaus spannende Momente, die aber keine befriedigende Auflösung finden. Die sehr häufigen Perspektivenwechsel halten den Leser zwar bei der Stange, sind teilweise aber auch irritierend, weil man wirklich ständig umdenken muss.

Der Autor ist ein guter Erzähler, keine Frage, und das Buch daher auch recht gut zu lesen, nur so richtig fesseln konnte es nicht. Die Exorzismen werden nur angedeutet ebenso wie tatsächliche Erscheinungen. Man weiß eigentlich nie, was ist Realität, was nur Einbildung. Dafür dass das Buch fast 600 Seiten umfasst, passiert erstaunlich wenig und ich bin nicht wirklich an einer Fortsetzung der Lebensgeschichte von Merrily und ihrer Tochter interessiert.


Pharo72 hat insgesamt 27 Rezensionen angelegt.

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28.05.2010 Bewertung:  4.5 Rebstock vergibt 9 von 10 Punkten

2. Band um Merrily Watkins

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Hier der 2. Band der Serie um Merrily Watkins. Seit dem ersten Band hat sich viel verändert. Die meisten Einwohner von Ledwardine sind weggezogen nach dem Drama im ersten Band. Nichtsdestotrotz gibt es ein Wieder\"sehen\" mit Lol, denn Merrily wurde berufen Exorzistin zu werden. Da sie ja schon im ersten Band eine sehr sensible Seite zeigte, damit meine ich eine medial veranlagte Fähigkeit, kommt diese Entwicklung nicht sehr überraschend. Das Buch beginnt mit der Fortbildung zum Exorzisten, sehr erstaunlich, aber wie sollen die katholischen Pfarrer auch sonst wissen, wie es funktioniert.
Ich möchte nichts weiter verraten, nur soviel: Gänsehaut garantiert, super diese Parallelen, Merrily begiebt sich in die Tiefen des Satanismus, während ihre Teenager Tochter Jane es gleichzeitig mit Esoterik versucht und anfängt verschiedenen Göttinen zu preisen. Tolle Mischung, der Autor versteht es wirklich, Mutter-Tochter-Differenzen, Problematik der katholischen Kirche und Anhänger der schwarzen Magie zu verschiedenen Erzählketten zu verknüpfen. Schwieriger Satz, aber wer das Buch liest wird verstehen, was ich meine. Es laufen wieder so viele verschiedene Geschichten parallel, die sich aber immer wieder kreuzen und zum Schluss zu einem erstaunlichen Ende finden.
Ich kenne keine ähnliche Reihe, die sich so um Mystik, Kirche, Exorzismus, Mord und Pubertätsprobleme auslässt. Einfach toll!
Beginne mit \"Frucht der Sünde\", es folgt Band 3 \"Die fünfte Kirche\".


Rebstock hat insgesamt 18 Rezensionen angelegt.

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06.06.2010 Bewertung:  3 urmeli vergibt 6 von 10 Punkten

Mittwinternacht

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Merrily Watkins ist Pfarrerin und alleinerziehende Mutter der sechzehnjährigen Jane. Nach einer Fortbildung als Berater für sprituelle Grenzfragen wird sie von ihrem Bischof Mick Hunter, einem sich jugendlich und modern gebendem Bischof, als erste Frau in dieses Amt berufen. Kaum, dass sie in Hereford angekommen ist, passieren auch schon seltsame und beunruhigende Dinge in dem Ort.

Katherine Moon, eine junge Frau mit dunkler Vergangenheit, versucht, das Geheimnis des Selbstmordes ihres Vater zu klären. Sie mietet eine alte Scheune an, die früher Teil des Bauernhofes ihrer Familie war und untersucht unter dem Vorwand ein Buch über die Vorfahren in dieser Gegend zu schreiben, näheres zu erfahren. Durch ihre eigene labile Persönlichkeit ist sie jedoch selbst in Gefahr.

Merrily wird zu einem Sterbenden ins Krankenhaus gerufen. Dieser schafft es, nicht nur durch einen \"teuflischen Geruch\" sie und auch das gesamte weibliche Krankenhauspersonal zu verunsichern. Mittels Rituale, die sie in ihrem Seminar zur Abwendung von Satanisten gelernt hat, versucht sie, diese in den Griff zu bekommen.

Alles scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Auch ihre Tochter interessiert sich immer mehr für Esoterik, Tarotkarten und macht Übungen um die morgendliche Sonne zu begrüßen. Die evangelische Kirche ihrer Mutter lehnt sie immer mehr ab. Auch der Einfluss ihrer neuen Schulfreundin übt einen negativen Einfluss auf.

Als der bisherige Exorzist der Gemeinde einen Schlaganfall erleidet, der Altar der Kathedrale geschändet wird und der Bischof, obwohl verheiratet, sich an sie heranmacht, wird es ihr zuviel. Doch für einen Ausstieg aus ihrem Amt ist es bereits zu spät.

Es ist mehr ein Buch über Spiritualismus, Esoterik und konventieller Religion als ein Krimi. Spannung kommt kaum auf. Die Persönlichkeit Merrily Watkins und der Kampf gegen alle Schwierigkeiten dieser Welt machen diesen Roman jedoch lesenswert. Eine nicht ganz so ausschweifende Beschreibung hätte für mehr Lesevergnügen gesorgt, so gab es immer wieder Passagen, durch die man sich \"hindurchquälen\" musste. Ich habe den ersten Band der Merrily Watkins Serie nicht gelesen, kam aber sehr schnell in das Geschehen hinein. Das es ein Amt \"Berater für spirituelle Grenzfragen\" in England wirklich gibt hat mich überrascht. Geistererscheinungen und Exorzismus hätte ich eher im Genre Fantasyroman vermutet.


urmeli hat insgesamt 11 Rezensionen angelegt.

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