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Bibliothek: Im Schatten der Königin von Tanja Kinkel
Titel:      Im Schatten der Königin
Autor:      Tanja Kinkel
ISBN-10(13):      3426198177
Verlag:      Droemer
Publikationsdatum:      2010
Edition:      Hardcover
Sprache:      Deutsch
Bewertung:      4.5  (9 von 10 Punkten)
Bild:     

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Beschreibung:     

Als am 8. September 1560 eine junge Frau tot am Fuße einer Treppe aufgefunden wird, ist ganz Europa überzeugt, den Mörder zu kennen: ihren Ehemann Robert Dudley, Favorit von Elizabeth I., der sich berechtigt Hoffnungen auf die Hand der Königin macht. Musste er deswegen seine Frau loswerden? Dieser Verdacht bringt auch Elizabeth in Gefahr, denn noch ist ihr Thronanspruch nicht gefestigt. Was aber geschah wirklich in jenem Haus in Oxfordshire - und welche Geheimnisse hat die Frau, die wie keine andere im Schatten der Königin stand, mit ins Grab genommen?

Die Zeit, in der das britische Empire entstand. Eine Welt voller Machthunger und Geheimnisse. Zwei Frauen, die um ihr Glück kämpfen.



 

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Rezensionen
06.03.2010 Bewertung:  4 Ailis vergibt 8 von 10 Punkten

Im Schatten der Königin

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Im Jahre 1560 wird Lady Amy Dudley tot am Fuße einer Treppe gefunden. Ein Verdächtiger ist schnell gefunden: ihr Ehemann Robert \"Robin\" Dudley. Dudley ist der Günstling von Elizabeth I. und das Volk vermutet schon seit langem, dass er versuchen wird, seine Frau los zu werden, damit der Weg frei ist für eine Ehe mit der jungen Königin. Also schickt Dudley seinen Vetter und treuen Freund und Diener Thomas Blount an den Ort des schrecklichen Unglücks, um dort zu ermitteln und seinen Herrn von den Anschuldigungen freizusprechen, die nun sehr offen an ihn herangetragen werden.
Doch auch die Gouvernante der Königin, Kat Ashley, macht sich Sorgen um ihren Schützling. Elizabeth sitzt erst seit zwei Jahren auf dem britischen Thron und ihr Stellung ist alles andere als gefestigt. Sie kann es sich also nicht leisten, mit einem solchen Verbrechen in Verbindung gebracht zu werden.
\"Im Schatten der Königin\" ist eine gelungene Mischung aus historischem Roman und Krimi. Auch wenn die eigentliche Handlung nur ein paar Tage im September 1560 umfasst, lernt man durch Rückblenden eine Menge über britische Geschichte. Die Autorin stellt das aktuelle Geschehen in einen größeren Kontext, unterstützt durch eine Auflistung der wichtigsten Stammbäume im Anhang.
Es gelingt Tanja Kinkel gut, die verschiedenen Protagonisten so zu schildern, dass man sich nicht eindeutig auf die Seite eines Einzelnen
schlagen kann. Die Figuren sind vielschichtig, ebenso sind es ihre Motive - weswegen es auch bis zum Schluss unmöglich ist, den Ausgang des Romans zu erahnen.
Das einzig Irritierende war, dass Thomas Blount laut Stammbaum bereits 1559 verstorben ist, im Roman aber ein Jahr später noch recht munter durch England reitet. Diese Diskrepanz wird auch im Nachwort der Autorin nicht aufgeklärt.


Ailis hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt.

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26.03.2010 Bewertung:  4.5 KimVi vergibt 9 von 10 Punkten

Mord oder Unfall?

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Inhalt

 

Am 8. September 1560 wird eine junge Frau tot am Fuße einer Steintreppe, in Cumnor Place aufgefunden. Es handelt sich um Amy Dudley, die Ehefrau von Robert Dudley, einem der engsten Vertrauten der Königin Elisabeth. Seit Elisabeths Thronbesteigung hält sich Robert stets bei Hofe, in der unmittelbaren Nähe der Königin auf. Seine Ehefrau Amy bekommt ihn in dieser Zeit nur selten zu Gesicht und deshalb wird Robert, trotz seiner Ehe, als möglicher Heiratskandidat für die Königin gehandelt.

Der plötzliche und geheimnisvolle Tod Amys, lässt die Gerüchteküche in ganz Europa kochen. Wurde Amy Dudley absichtlich aus dem Weg geräumt, um Robert eine Heirat mit der Königin zu ermöglichen? Auch über die Motive und Hintergründe des verhängnisvollen Sturzes gibt es die wildesten Spekulationen. Eine gerichtliche Jury soll den ungewöhnlichen Todesfall aufklären.

Da Robert nicht selbst nach Cumnor Place reisen kann, da er sonst schnell den Verdacht auf sich zöge, seine vermeintlichen Spuren zu verwischen, schickt er seine rechte Hand, Vetter Thomas Blount an den Unglücksort. Von ihm verlangt er, die Wahrheit herauszufinden und dabei keine Rücksicht auf das Ansehen der in den Tod verwickelten Person zu nehmen.

 

Meine Meinung

 

Dieser historische Roman, der sich mit dem bis heute nicht mit Sicherheit aufgeklärtem Todesfall von Amy Dudley befasst, wird in der Ich-Perspektive geschildert. Thomas Blount, der von Dudley nach Cumnor Place geschickt wird um den Tod der jungen Frau aufzuklären, ist der Erzähler der Handlung. Seine Erzählung wird durch einige Zwischenspiele unterbrochen, in denen ebenfalls die Ich-Form verwendet wird, allerdings aus der Sicht von Elizabeth Gouvernante Kat Ashley. Auch sie hat großes Interesse daran, die tatsächlichen Umstände des mysteriösen Todesfalls aufzuklären. Diese Abschnitte sind mit \"Zwischenspiel\" gekennzeichnet und heben sich durch eine andere Schriftform von Tom Blounts Schilderungen ab. Die Ich-Form aus Toms Sicht ermöglicht zwar eine uneingeschränkte Sicht auf die Ermittlungen, Erkenntnisse und Gedanken des Erzählers, doch eine umfassende Betrachtung der Nebenhandlungen ist nicht immer möglich. In den Zwischenspielen aus der Sicht der Gouvernante, erhält man nähere Informationen über die Königin und kann ihr Verhalten in der Zeit nach dem skandalösen Todesfall beobachten.

Trotzdem bleibt die Königin in diesem historischen Roman eher eine Randfigur. Die Handlung beschäftigt sich hauptsächlich mit dem traurigen Schicksal Amy Dudleys. Durch ihren Tod tritt sie aus dem Schatten der Königin heraus und die Untersuchung des Treppensturzes rückt ihre Figur in den Mittelpunkt.

Bei seinen Untersuchungen stößt Tom Blount auf einige Ungereimtheiten. Denn das Haar der Verunglückten, saß selbst nach dem tödlichen Sturz von der Treppe, noch wie frisch frisiert unter der Haube der Verstorbenen. Unklar ist Tom Blount auch, warum Amy Dudley am Unglückstag alle Dienstboten auf den Jahrmarkt schickte und allein blieb, obwohl sie sonst die Gesellschaft bevorzugte. Hatte sie eine geheime Verabredung getroffen? Ein Dienstbote, der genaueres angeben könnte, wird vor seiner Befragung zum Schweigen gebracht. Auch die Briefkorrespondenz scheint unvollständig zu sein und was verschweigt Amys Zofe? Amys Gastgeberfamilie auf Cumnor Place scheint auch Geheimnisse zu haben, die lieber unausgesprochen bleiben. Toms hartnäckige Nachforschungen bringen ihn in große Gefahren. Ausserdem macht Edith Odingsells, die ebenfalls zum Zeitpunkt des Unfalls auf Cumnor Place wohnte, ihm das Leben schwer. Diese Dame ist Tom bereits aus frühester Kindheit bekannt und selbst da bereitete es ihr großes Vergnügen, Tom mit ihren Äusserungen und Handlungen zu reizen. Bei seinen Ermittlungen wird Blount von Frobisher, einem Schauspieler, unterstützt. Da Frobisher allerdings erst auf dem Weg nach Cumnor Place in Blounts Dienste trat, kann es sich dessen Loyalität nicht sicher sein. Die Ermittlungen erfordern also einiges Fingerspitzengefühl, besonders als die gerichtliche Jury und der Bruder der Toten vor Ort eintreffen.


Trotz der manchmal etwas langatmig wirkenden Ermittlungsarbeit des Erzählers Tom Blount, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Figuren und Handlungsorte werden glaubhaft beschrieben, sodass die Geschichte zum Leben erwacht. Tom Blount wirkt sehr sympathisch und bei den Rededuellen, die er sich mit seiner Kindheitsplage Edith Odingsells liefert, leidet man förmlich mit ihm mit, da er ihr nicht gewachsen zu sein scheint. Dadurch wirken die Figuren lebendig und die Erzählung stellenweise humorvoll. Auch der Nebenakteur Frobisher bringt Thomas Blount gelegentlich zur Verzweiflung und sein Mitwirken bei den Nachforschungen haucht der Handlung frischen Wind ein.

Neid und Intrigen am Hofe führen dazu, dass fast jede Figur ein Motiv hätte, die arme Amy Dudley aus dem Weg zu räumen. Dadurch bleibt die Ermittlungsarbeit spannend und abwechslungsreich und das Buch liest sich quasi von allein. Auf einem Gerüst von historisch belegten Fakten und Persönlichkeiten basiert die Handlung des schon fast als Krimi einzuordnenden Romans. Gemischt mit fiktiven Akteuren und künstlerischer Freiheit, liefert Tanja Kinkel eine schlüssige Auflösung, die sich so tatsächlich zugetragen haben könnte.

Die Stammbäume der Familien Tudor, Dudley und Blount am Ende des Buchs helfen dabei die Personen und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen einzuordnen. Ausserdem kann man so historische von fiktiven Persönlichkeiten unterscheiden. Das im Stammbaum der Familie Blount mit 1559 angegebene Todesjahr vom Erzähler Thomas Blount verwirrt allerdings, da sich der Tod von Amy Dudley ja erst im Jahr 1560 ereignet hat. Im informativen Nachwort der Autorin wird auf diese Tatsache nicht eingegangen, doch in einem Lesekreis gibt sie eine einfache Antwort auf diese Frage. Denn es handelt sich um einen Tippfehler beim Abschreiben der Stammbaumtafel. Das tatsächliche Todesjahr von Thomas Blount war 1569. Das erklärt natürlich, warum er in diesem Roman quicklebendig die Ermittlungen für Robert Dudley durchführen kann.

Mir hat dieser historische Roman ausgesprochen gut gefallen und deshalb habe ich ihn innerhalb kürzester Zeit verschlungen und kann ihn deshalb guten Gewissens weiterempfehlen.


KimVi hat insgesamt 69 Rezensionen angelegt.

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