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Fantasy: Das gläserne Tor
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Titel:      Das gläserne Tor
Kategorien:      Fantasy
BuchID:      1103
Autor:      Sabine Wassermann
ISBN-10(13):      3453523393
Verlag:      Heyne TB
Publikationsdatum:      2007-12-11
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      688
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Zwei Welten prallen aufeinander

06.02.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Es war schön, mal ein Fantasy-Buch zu lesen, welches gänzlich ohne Orks, Elfen und sonstige Gestalten auskommt, die man immer wieder trifft.
Sabine Wassermann, die sich ja eigentlich auf das historische Genre spezialisiert hat, beweist mit diesem Roman, dass sie das Schreiben auch in diesem Genre meisterlich beherrscht. Da die Story im Jahre 1895 spielt, können die Fans aufatmen - Frau Wassermann hat sich nicht allzuweit vom historischen Genre entfernt.

Mit Grazia und Anschar hat sie zwei Figuren geschaffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Als die biedere Grazia, Verlobte eines Archäologen, einen fremden Mann im Wasser der Havel verschwinden sieht, gerät ihr wohlbehütetes Leben aus den Fugen. Seit dieser Begegnung hat sie eine Gabe, aus ihrem Körper Wasser sprudeln zu lassen. Auf der Suche nach diesem unbekannten Mann und einer Erklärung für die Ereignisse, gerät sie in eine völlig fremde Welt und trifft auf Anschar, einem der zehn besten Krieger. Ihre Lebensweisen unterscheiden sich so sehr voneinander, dass Komplikationen vorprogrammmiert sind.

Die Autorin schreibt so bildhaft, dass man alles direkt vor Augen hat. 692 Seiten Unterhaltung pur. Erwähnenswert ist in jedem Fall die wunderschöne Zeichnung der schwebenden Stadt. Genau so hätte ich sie mir vorgestellt, wenn es keine Zeichnung davon gegeben hätte.
Ich kann diesen Roman mit gutem Gewissen empfehlen.


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


Mit stöckelschuhen durch die Wüste

15.04.2011 Bewertung:  5 Callisto vergibt 10 von 10 Punkten

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Berlin 1895: Gracia Zimmermann lebt das Leben einer behüteten Tochter aus gutbürgerlichem, preußischem Hause. Sie ist 18 Jahre alt und verlobt mit einem Archäologen namens Friedrich. Dieser Beruf beflügelt Gracias Fantasie zumal auch ihr Vater Altphilologe ist. Als Gracias Verlobter auf der Pfaueninsel Ausgrabungen durchführt und archaischen Schmuck entdeckt, ist Gracia Feuer und Flamme und begleitet ihn.
Nie hätte sie geahnt, dass die Begegnung mit diesem wunderschönen, gottgleichen Mann auf dem Bootssteg ihr Leben derartig verändern sollte, denn er ist wirklich ein Gott und mit seinem Kuss vermacht er ihr eine wundersame Gabe. Gracia kann von nun Wasser erschaffen!
Diese Begegnung lässt der jungen Frau keine Ruhe, sie will das seltsame Tor in der Havel, in welchem der Gott verschwand untersuchen und gerät so in eine archaische, primitive Welt mit zwei Monden und einem nomadisierenden Wüstenvolk. Die Wüstennomaden halten Anschar, einen Krieger der Zehn gefangen, der Gracia langsam die Sprache und die Gebräuche dieser fremden Welt lehrt und auch was es heißt zu lieben.

Die Autorin schafft es eine faszinierende, neue Welt zu erschaffen in welche sie Gracia versetzt. Mit Gracia hat sie einen recht schwierigen Charakter für ein Abenteuer und Fantasy buch geschaffen. Eine preußische junge Dame, die im Korsett und Stiefeletten durch die Wüste reist und sich verschämt hinter Vorhängen und unter langen Gewändern in einer ansonsten sehr freizügigen Gesellschaft verbirgt und permanent an ihren Fingernägeln kaut erscheint zunächst keine reizvolle Heldin für das ansonsten vor Amazonen und starken Frauen strotzende Fantasy Genre zu sein. Aber genau dies macht Gracia wiederum so faszinierend und interessant. Anschar hingegen verkörpert den Archetypen des gefühlvollen Kriegers, der Traum junger Mädchen und Frauen in einsamen Nächten, langhaarig, muskulös und einfühlsam lässt er Gracia Zeit sich zu entwickeln bevor er sie entjungfert...

Dieses Buch verwendet geschickt bekannte Klischees und schafft etwas Neues aus Elementen die schon vorher erfolgreich waren. Mich erinnerte die Beziehung zwischen Gracia und Anschar oft an Jane und Tarzan, nur nicht im Dschungel, sondern in der Wüste.
Ich hatte auch ein wenig Probleme mit den beiden Königen Mallayur und Nadyur, die sehr ähnliche Namen haben und die ich am Anfang daher öfter verwechselt habe. Warum lieben Fantasy Autoren das Ypsilon so sehr?

Unterhaltsam fand ich vor allem auch das berliner Lokalkolorit. Als Süddeutsche fragt man sich beim Essen von Pfannkuchen meist, was die Protagonisten da wohl zu sich nehmen. In diesem Fall (S. 484) wird es jedoch spezifiziert, denn der Pfannkuchen ist mit Puderzucker bestreut und würde im Süddeutschen Sprachraum somit Berliner heißen.

Sehr unterhaltsames und gelungenes Debüt, das es schafft einen in einer neuen, fremden Welt eintauchen zu lassen. Trotz vieler Klischees und einiger kitschiger Plots schafft es die Autorin durch eine sehr liebevolle und detailreiche Beschreibung der Menschen und Orte den Leser zu fesseln und gut zu unterhaltsam.


Callisto hat insgesamt 33 Rezensionen angelegt.


 
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