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Krimi/Thriller: Das Rätsel der Masken: Roman
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Titel:      Das Rätsel der Masken: Roman
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1050
Autor:      Elia Barceló
ISBN-10(13):      3492250483
Verlag:      Piper Taschenbuch
Publikationsdatum:      2007-10
Edition:      8
Number of pages:      528
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Das Rätsel der Masken
   


Rezensionen
Ungewöhnlicher Krimi

05.11.2009 Bewertung:  3 Maren vergibt 6 von 10 Punkten

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Ariel Lenormand, Philologe und Journalist, möchte eine Biographie über den argentinischen Schriftstellers Raul de la Torre schreiben. Für seine Recherchen sucht er dessen Witwe, Amelia auf. Denn vieles in Rauls Leben – und auch die Umstände seines Selbstmordes – liegen im Dunkeln. Nach und nach kommt Ari so sämtlichen Geheimnissen auf die Spur. Und auch Amelia findet dabei noch so einiges über den Mann heraus, der ihre große Liebe war und lange Zeit mit einem Geheimnis lebte. Denn Raul war homosexuell, heiratete Amelia zur Tarnung und bekannte sich erst sehr spät zu seinem wahren Geliebten, mit dem er dann auch zusammenzog.
Doch wie es aussieht, hatte Raul gefährliche Feinde. Zusammen entdecken Amelia und Ari, dass er Kontakt mit einer Frau hatte, die für den Geheimdienst arbeitete. Das wirft sogleich viele Fragen auf. Welche Rolle spielte Raul dabei? Und war sein Tod wirklich ein Selbstmord?
Und noch etwas stürzt Ari und Amelia in Verwirrung: Sie fühlen sich zueinander hingezogen, so sehr, dass sie eine Affäre beginnen. Amelia wehrt sich gegen ihre Gefühle, denn sie ist unheilbar krank und zwanzig Jahre älter als Ari.

Auf dem Klappentext steht, dieses Buch sei ein Gesellschaftskrimi. Nun ja, wie ein Krimi liest es sich nicht wirklich, auch ist es kein Liebesroman oder gar Thriller. Trotzdem hat es was. Ari ist ein sympathischer Protagonist, auch seine Gefühle für Amelia werden glaubwürdig geschildert. Er ist Anfang Vierzig, also kein schwärmender Teenager, sondern sich seiner Handlungen bewusst, was die Liebesgeschichte zwischen ihm und Amelia nachvollziehbar macht.
Obwohl der Roman oft sehr lange sehr ruhige Strecken hat, habe ich ihn doch nicht als langweilig empfunden. Langatmig allerdings schon. Es ist kein Buch, das man unbedingt in einem Rutsch durchlesen will. Der Schreibstil ist gut, wenn es auch stört, dass die Autorin oft elendlange Sätze (teilweise mehr als über eine halbe Seite gehend) verwendet.
Die Covergestaltung dagegen ist einfach nur scheußlich und wirkt ziemlich abstoßend auf mich.


Maren hat insgesamt 176 Rezensionen angelegt.


Ist die Welt auch nicht die Liebe...

21.07.2012 Bewertung:  5 FrankyMarc vergibt 10 von 10 Punkten

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..., die Liebe ist die Welt. ~ (Dr. phil. Manfred Hinrich)


Ariel Lenormand, genannt Ari, ist Dozent an der Uni Heidelberg. Sein Ziel - eine lückenlose Biografie über den argentinischen Schriftsteller Raul de la Torre zu verfassen. Aus diesem Grund vermittelt André, ein alter Freund aus Paris, der auch Verleger von Raul war, ein Treffen mit Rauls Ex-Frau Amelia. Doch Amelia gibt sich verschlossen über Raul, der sich damals von ihr hat scheiden lassen, um die Polin Amanda zu heiraten, sich nach deren Tod zur Homosexualität bekannt hat und später mit dem jungen Hervé sein Leben verbrachte. Ein paar Jahre nachdem dieser dann an Aids starb, nahm sich Raul selber das Leben. Aris Ziel ist es, mehr über die Gründe zu erfahren, aber auch mehr über Rauls Persönlichkeit. Von Gespräch zu Gespräch werden jedoch Erinnerungen in Amelia wach, die sie lieber im Verborgenen gelassen hätte. Dennoch schöpft sie im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen zu Ari, der sich auf eine unerklärliche Weise zu Amelia hingezogen fühlt. Teils durch Zufall, teils durch Amelia gelangen immer mehr dunkle Geheimnisse der Vergangenheit ans Tageslicht, die für alle Beteiligten zwar Fragen klären, aber auch wieder neue stellen. Nur, wer alles weiß, wird am Ende das Puzzle zusammenfügen können, es ist aber nicht jeder bereit, sämtliches Wissen zu teilen.

Wird Aris Biographie ein Erfolg? Werden alle Fragen geklärt? Was wird aus Ari und Amelia? Dies alles möchte ich vorab nicht verraten, auch weil ich ansonsten zu sehr ins Detail gehen müsste. Doch ich kann sagen, es bleibt bis zur letzten Seite spannend.

 

Ich habe keine zu hohen Erwartungen in dieses Buch gesetzt. Letztendlich wurde ich jedoch mehr als positiv überrascht. Was unspektakulär beginnt, steigert sich immer mehr in ein Versteckspiel der einzelnen Charaktere. Keiner ist bereit, all seine Informationen preiszugeben - nicht mal Ari teilt all seine Rechercheergebnisse mit Amelia. Der Leser allerdings ist allen immer einen Schritt voraus, denn keine der Figuren steht im Mittelpunkt. Man erlebt das Jetzt im Zuge von Aris Recherchen, aber auch die Vergangenheit durch Rückblenden aus Amelias Erinnerung, die sie in Briefen an Ari niederschreibt - diese bleiben allerdings vorerst noch in ihrem Besitz, ob Ari diese jemals zu Gesicht bekommen wird ist, wie sie immer wieder schreibt, noch nicht klar. So kann man als Leser das Puzzle wesentlich besser zusammenfügen, kennt man doch die Zusammenhänge. Geht dadurch die Spannung verloren? Nein, definitiv nicht, denn auch mit den einzelnen Informationen fehlen immer noch ein paar Puzzleteile zur Auflösung aller Fragen, die Rauls Leben offen ließ. Auch dadurch, dass nur Stück für Stück weitere Informationen preisgegeben werden, formt sich das Gesamtbild nur langsam. Und wie heisst es so schön? Es kommt immer anders, als man denkt. Auch in \"Das Rätsel der Masken\" ist dies der Fall, denn die Geschichte nimmt immer wieder überraschende Wenden an. Mit neuen Erkenntnissen werden alte Fragen geklärt, jedoch meist neue wieder aufkommen. War der Tod von Amanda kein Unfall? Wenn nein, wer steckt dahinter? Wenn nicht Liebe der Grund für Rauls Scheidung war, was dann?

Letztendlich gibt sich jeder Charakter des Buches nur aus einem Grund so verschlossen - jeder hat sein dunkles Geheimnis, das nicht ans Tageslicht gelangen soll. Amelia hat ihres, André hat seins, selbst Andrés Lebensgefährte Yves weiß mehr, als er jemals erzählt hat. Dieses Versteckspiel ist aber nur ein Teil des Buches. Neben der detektivischen Aufklärungsarbeit Aris, die dem Buch einen Hauch von Krimi verleiht, finden wir alle möglichen Genres wieder. Auch die Liebe darf natürlich nicht zu kurz kommen, nimmt gegen Ende sogar einen immer wichtigeren Platz ein. Doch ein Liebesroman wird es dadurch noch lange nicht. Dramatik sowie Komik findet man auch oft genug in der Geschichte wieder - teilweise sogar ineinander verknüpft. Ist es schlimm, wenn man an traurigen Stellen schmunzeln muss? Nein, ich denke nicht - und dies scheint auch Elia Barcelo so zu sehen, denn komplett Ernst bleibt dieses Buch nicht überall. Gerade die sehr komplizierte Beziehung zwischen der kühlen Amelia und dem neugierigen Ari bietet einige Vorlagen für ein Lächeln - jedoch ohne das Buch ins Lächerliche abdriften zu lassen.

 

Sprachlich ist \"Das Rätsel der Masken\" sicherlich eher im anspruchsvolleren Bereich eingeordnet, passt dadurch aber wunderbar zur Geschichte. Auch diese ist nicht ganz einfach hier geht es ja auch nicht um Otto Normalverbraucher aus dem Ruhrgebiet, nein, es geht um die Ex-Frau eines gefeierten Schriftstellers, die neben ihrer Liebe zu Raul auch eine Liebe für\'s Schreiben hatte - um einen Professor der Literatur, der Fakten für die Biografie sucht und um die Liebe im allgemeinen, die sich immer wieder, wie ein roter Faden zwischen den einzelnen Schicksalen und Erinnerungen hindurchzieht. Die Liebe zwischen Frau und Mann, zwischen Mann und Mann, zwischen jung und alt - in vielen Variationen findet sie sich in Barcelos Werk wieder, doch genauso vielseitig wie die Liebe ist auch dieses Buch. Fantasie trifft Realismus, Erinnerung trifft Gegenwart, Freude weicht Trauer und wird wieder zu Freude - innerhalb von 2 Zeilen kann sich alles wieder ändern, und gerade dies macht die Spannung aus, die den Leser an dieses Buch fesselt.


Der ausschmückende Stil Barcelos hat ich anfangs zwar ein wenig erschlagen - dennoch liest es sich erstaunlich leicht. Auf keinen Fall ist es die leichte Lektüre für zwischendurch, man sollte sich schon ein wenig Zeit nehmen - nicht zuletzt, weil man das Buch nicht sofort wieder weglegen mag, auch dadurch, dass man die Geschichte von Amelia, Ari & Co. meist ein wenig sacken lassen muss. Mir persönlich spukte die Geschichte auch noch Stunden, nachdem ich das Buch zur Seite legen musste, im Kopf herum. Man liest sicher, dass ich aus dem Schwärmen kaum noch herauskomme, doch auch die euphorischste Lobeshymne muss irgendwann zu einem Ende kommen, genau wie jedes Buch. Für mich war es ein unvergleichbares Erlebnis, dieses Werk gelesen zu haben - vergleichen mit einem anderen Buch könnte ich es auf keinen Fall. Dies mag aber auch daran liegen, dass ich bisher eher zu anderen Genres gegriffen habe. Autoren wie Stephen King fesseln den Leser durch extreme Spannung, Wladimir Kaminer fesselt durch seinen trockenen Humor, aber Elia Barcelo hat ein Buch geschaffen, dass sowohl durch die Charactere, durch die Handlung als auch durch den Stil den Leser verleitet, dieses Buch nicht mehr so schnell aus der Hand zu legen.

 

Für mich bleibt hier nur ein Fazit übrig - Kaufen, sofort. Ohne die geringste Einschränkung kann ich dieses Buch empfehlen, denn sogar das Ende hat etwas für sich. Nicht ganz abgeschlossen, aber auch nicht komplett offen bildet es einen guten Abschluss für die Geschichte. Man quält sich nicht mit der Frage \"Wie geht es wohl weiter\", nein, man kann dieses Ende auch als Ende akzeptieren.


FrankyMarc hat insgesamt 1 Rezensionen angelegt.


 
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