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Krimi/Thriller: Totenpfad. Roman
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Titel:      Totenpfad. Roman
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1081
Autor:      Elly Griffiths
ISBN-10(13):      380520874X
Verlag:      Wunderlich
Publikationsdatum:      2009-12-18
Edition:      2.
Number of pages:      320
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Roman
Erscheinungsjahr: 2009
Dtsch. v. Tanja Handels
Gewicht: 408 gr / Abmessung: 21 cm
Von Griffiths, Elly / Übersetzt v. Handels, Tanja

Vor zehn Jahren verschwand die fünfjährige Lucy. Seitdem schreibt ein Unbekannter verstörende Briefe an die Norfolk Police.
An einem nebligen Herbsttag werden in den Salzwiesen nahe der Küste Mädchenknochen gefunden. Lucys? Ruth Galloway, die forensische Archäologin, sieht auf einen Blick: Sie steht vor einem Fund aus vorgeschichtlicher Zeit. Damals opferte man Menschen, wo Land und Wasser aufeinandertreffen.
Zufall? Ein weiteres Mädchen verschwindet, und Ruth ahnt, dass sie dem Täter nahe ist. Wie nahe, ahnt sie nicht.
Die Knochen sind alt, das ist der forensischen Archäologin Ruth Galloway sofort klar. Das Mädchen hingegen konnte noch nicht so alt gewesen sein. Wie sie zu Tode gekommen ist, kann Ruth nicht mehr ermitteln, aber die Faserreste an ihren Handgelenken lassen vermuten, dass sie gefesselt und der Flut ausgesetzt worden ist. Doch das war schon vor 2000 Jahren geschehen. Es hat nichts mit dem Fall der vermissten Lucy Downey zu tun. Oder? In den anonymen Briefen, die Detective Chief Inspector Harry Nelson von der Norfolk Police seit dem Verschwinden der Fünfjährigen bekommt, ist immer wieder vom Moor die Rede, von Opferungen und heidnischen Ritualen.
Darum bittet Harry Ruth um ihre Mithilfe. Als kurz darauf ein weiteres Mädchen verschwindet, muss Ruth entdecken, dass sie den Täter besser kennt, als sie glaubt. Und er sie ...

   


Rezensionen
Da birst das Moor, ein Seufzer geht hervor aus der tiefen Höhle ...

20.12.2009 Bewertung:  4 Cabriofahrerin vergibt 8 von 10 Punkten

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Ruth Galloway, 40 Jahre alt, unverheiratet, ist Archäologie-Dozentin an der University of North Norfolk, Spezialgebiet Forensik. Zusammen mit zwei Katzen bewohnt sie eines von drei kleinen Häusern am Rand des Salzmoors. Sie fühlt sich wohl, ja geradezu hingezogen zu dieser unerbittlichen, trostlosen Landschaft.
Zwei kleine Mädchen, Lucy Downey und Scarlet Henderson, sind innerhalb von zehn Jahren verschwunden. Detective Chief Inspector Harry Nelson arbeitet mit vollem Einsatz an den Fällen. Als er dann noch zwölf rätselhafte anonyme Briefe erhält, wendet er sich an Ruth. Kann sie vielleicht einige Teile deuten (wir erfahren in diesem Zusammenhang viel über nordische Mythologie) und Hinweise zu den verschwundenen Kindern finden?
Detective Nelson und Ruth fahren ins Salzmoor zum Ort des Knochenfundes - dabei handelt es sich um einen \"schmalen Arm mit einem Taufarmband\". Sind das die Reste eines Säuglings? Ist es eine Moorleiche, oder sind es die Überreste der vermissten Lucy? Der Horror ... Was mag noch alles zum Vorschein kommen?
Die Autorin beobachtet Handlungsorte und Personen mit scharfem Auge. Ruths einsames Haus, ihren Arbeitsplatz an der Uni, ihre Beziehung zu Eltern und Kollegen kann sich der Leser gut vorstellen. Die Novemberstimmung im Moor ( \"ein gottverlassenes, unwirtliches Sumpfland\") und die ihm eigene typische Flora und Fauna fängt die Autorin mit ihrer einfühlsamen Beschreibung sehr gut ein und spricht dabei alle unsere Sinne an: Wir spüren förmlich die Nässe, das Undurchsichtige, und die leise wahrgenommenen Geräusche klingen wie verstärkt. Unser Schaudern, Frösteln und Gruseln erreicht seinen Höhepunkt, wenn wir erfahren, dass sich an dieser Stelle ein henge befindet - ein steinzeitlicher kreisförmiger Erdwall, der als Kultstätte für Gaben und Opferhandlungen schon in der Eisenzeit diente. Eine perfekte Kulisse für einen spannenden forensischen Thriller.


Cabriofahrerin hat insgesamt 6 Rezensionen angelegt.


Harry & Ruth

30.01.2010 Bewertung:  4 hrafnaklukka vergibt 8 von 10 Punkten

UserpicTotenpfad von Elly Griffith ist der erste Fall für die etwas eigenwillige Archäologin Ruth. Schon der Anfang der Geschichte mit der sympathischen Heldin macht Lust auf mehr – einmal angefangen, habe ich das Buch n einem Rutsch durchgelesen. Ruth Galloway ist mit ihrem ruhigen, beschaulichen Leben am Rande des Salzmoores zufrieden. Das ändert sich schlagartig, als DCI Harry Nelson sie um Hilfe bittet: im Moor sind die Knochen eines Kindes gefunden worden, und er braucht Ruth, um deren Alter zu bestimmen. Handelt es sich bei der Toten etwa um die vor 10 Jahren verschwundene Lucy? Bald darauf verschwindet noch ein kleines Mädchen. Und der Mörder scheint sich einen Spaß daraus zu machen, anonyme Briefe an Nelson zu schicken. Und auch Ruth rückt bald in das Blickfeld seines Interesses …... Die Idee ist toll, die Protagonisten sehr lebhaft dargestellt, die Handlung stimmt. Leider ist das ganze nicht so stimmig umgesetzt: teilweise wirkt alles sehr konstruiert, und so mancher Zufall ist etwas zu viel des guten – da wäre weniger mehr gewesen. Allerdings ist der Thriller auch ein echter Pageturner: flüssig geschrieben kann der Leser direkt in die Geschichte eintauchen und bleibt es eigentlich durchweg spannend, auch wenn die Geschichte manchmal an Tempo verliert. Auch der Plot kommt überraschend, auch wenn ich den Mörder eigentlich von Anfang an in Verdacht hatte. Und doch hat es die Autorin geschafft, so geschickt die Spur in eine andere Richtung zu lenken, das ich zwischenzeitlich völlig auf dem Holzweg war. Die privaten Eskapaden wer-wann-mit-wem der Hauptpersonen waren hingegen nicht so mein Fall, auch wenn sie zu der Entwicklung der Handlung beigetragen haben. „Totenpfad“ ist ein durchaus solides Erstlingswerk, und den zweiten Teil werde ich mir sicher nicht entgehen lassen!

hrafnaklukka hat insgesamt 12 Rezensionen angelegt.


Zwar nicht hochspannend, aber durchaus lesenswert!

20.02.2010 Bewertung:  4 Nordlicht vergibt 8 von 10 Punkten

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Als im Salzmoor die Knochen eines Mädchens gefunden werden, vermutet der Polizist Harry Nelson, es könnte sich um die Überreste der vor 10 Jahren verschwundenen Lucy handeln. Um seine Theorie zu verifizieren, bittet er die forensische Archäologin Ruth Galloway um Hilfe. Deren Fachkenntnis ermöglicht zwar rasch die Feststellung, dass es sich um einen Fund aus der Eisenzeit handelt, dennoch hat dieser Fund den Polizisten darin bestärkt, die Ermittlungen im Fall der verschwundenen Lucy wieder zu intensivieren. Kurz darauf verschwindet erneut ein kleines Mädchen und die Polizei erhält merkwürdige Briefe, in denen es von Zitaten aus der Bibel und aus der klassischen Literatur sowie von Anspielungen auf die nordische Mythologie nur so wimmelt. Hat man es mit einem psychisch gestörten Mörder zu tun? Die Protagonistin dieses ersten Bandes einer bereits geplanten Reihe ist keine perfekte Superheldin, sondern eine Frau Ende Dreißig, die beruflich erfolgreich ist, aber kein nennenswertes Privatleben hat. Sie ist übergewichtig, eher schüchtern und hat nicht besonders viel Selbstbewusstsein, ihre wichtigsten Bezugs\"personen\" sind ihre zwei Katzen. Ruth ist sehr sympathisch und bodenständig. Auch die Figur des männlichen Protagonisten, Harry Nelson, ist gut ausgearbeitet, man kann ihn sich gut vorstellen. Der Erzählstil ist geradlinig, was das Buch schnell und einfach zu lesen macht. Die Spannungskurve bleibt bis kurz vor dem Schluss relativ flach, es handelt sich also nicht gerade um einen hochspannenden Thriller. Dennoch kommt keine Langeweile auf, da man interessante Informationen über die Arbeit von Archäologen erfährt, ohne durch zuviel Fachwissen überfordert zu werden, und da die Autorin außerdem recht humorvoll schreibt. Zur Veranschaulichung befindet sich im vorderen und hinteren Einband des Buchs eine Karte des Salzmoors und der in der Nähe angesiedelten Örtlichkeiten,die es ermöglichen, die Wege der Romanfiguren stets zu verfolgen. In einem Nachwort äußert sich die Autorin zu Fakten und Fiktivem. Ich würde gern weitere Bände mit Ruth Galloway als Hauptfigur lesen .


Nordlicht hat insgesamt 44 Rezensionen angelegt.


Sympathisches Ermittlerteam

08.04.2010 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

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Die forensische Archäologin Ruth Galloway ist Dozentin an der Universität von North Norfolk. Ruth ist Single und lebt gemeinsam mit ihren beiden Katzen in einem kleinen Häuschen am Salzmoor. Als dort die Knochen eines Mädchens entdeckt werden, bittet Detective Chief Inspector Harry Nelson Ruth um ihre fachliche Unterstützung. Er muss herausfinden, wie alt die gefundenen Knochen sind. Denn seit zehn Jahren ist er auf der Suche nach Lucy Downey. Das damals fünfjährige Mädchen verschwand und wurde niemals wieder gesehen. Obwohl ein Unbekannter all die Jahre Briefe mit Hinweisen und verschlüsselten Botschaften  an die Polizei schickt, hat  Harry Nelson keine Hoffnung mehr, Lucy lebend zu finden und vermutet, dass es sich bei den gefundenen Knochen um ihre sterblichen Überreste handelt.

Doch Ruth kommt zu dem Ergebnis, dass die Knochen bereits aus der Eisenzeit stammen. Damit ist Lucy Downeys Verschwinden noch immer ungeklärt. Ruths Interesse  an diesem alten Fall ist geweckt und deshalb beginnt  sie in den Briefen nach Hinweisen zu suchen. Dabei stößt sie auf archäologische Fachbegriffe und kommt der Lösung näher. Plötzlich verschwindet ein weiteres Mädchen und Ruth bekommt vom Täter eine deutliche Warnung....

 

Meine Meinung


Totenpfad ist der Auftakt einer Reihe um die forensische Archäologin Ruth Galloway und Detective Chief Inspector Harry Nelson. In diesem ersten Teil werden die beiden Hauptprotagonisten vorgestellt und man erfährt, wie es zu einer Zusammenarbeit kommt und wie sich diese weiterentwickelt. Ruth Galloway ist keine durchgestylte Superermittlerin, sondern eine ganz normale Frau, die sich mit Figurproblemen herumschlägt. Ruth ist fast vierzig und ihre Familie wartet schon lange darauf, dass sie sich einen Ehemann sucht. Doch Ruth denkt gar nicht daran, sondern ist mit ihrem Leben zufrieden. Die Archäologin wirkt auf mich sehr sympathisch und lebendig.

Detective Chief Inspector Harry Nelson ist ein erfahrener Ermittler, der in seinem Beruf aufgeht. Nelson verkörpert einen hartgesottenen, meist schlecht gelaunten, Polizisten. Dennoch weckt auch diese Figur Sympathien. Nelson wird facettenreich beschrieben und wirkt dadurch glaubhaft und interessant.

Der Schreibstil ist flüssig, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt. Die Landschaftsbeschreibungen sind detailliert. Dadurch erwachen die Handlungsorte förmlich zum Leben. Eine Skizze im Buch hilft dabei, sich am Strand zu orientieren und sich das Salzmoor, den Binnensumpf und die Lage am Meer vorzustellen. Es gelingt der Autorin eine dunkle Atmosphäre zu erschaffen. Da Ruths archäologisches Wissen sie ja erst zur Co-Ermittlerin in diesem Fall macht, befasst sich ein großer Teil der Handlung mit ihrer Arbeit. Dieser Aspekt ist verständlich und interessant beschrieben.

Der kriminalistische Teil der Handlung beginnt recht spannend. Doch leider kann die aufgebaute Spannung nicht lange gehalten werden. Das Geschehen wird interessant geschildert und es gibt durchaus Momente die fesseln, doch insgesamt plätschert die Geschichte eher unspektakulär vor sich hin. Für einen echten Krimifan dürfte einiges vorhersehbar sein und auch der spätere Täter gerät früh in Verdacht. Zudem hat Kommissar Zufall einen Tick zu oft seine Hände im Spiel, sodass einige Szenen stark konstruiert wirken.

 

Mein Fazit


Die Krimihandlung konnte mich zwar nicht ganz überzeugen, doch die detaillierten Naturbeschreibungen, den archäologische Aspekt und die sympathischen Hauptprotagonisten fand ich sehr gelungen. Wahrscheinlich werde ich aus diesen Gründen doch einen weiteren Versuch mit dieser Reihe wagen.

 

 


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Elly Griffiths - Totenpfad

20.09.2010 Bewertung:  4 Stahlfixx vergibt 8 von 10 Punkten

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Über das Buch:
Ruth Galloway, eine in Norfolk lebende Dozentin für forensische Archäologie an der Universität von Norfolk, wird zu einem Knochenfund am Salzmeer gerufen, sie soll der örtlichen Polizei helfend unter die Arme greifen, um das Alter eines Kinderskelettes zu bestimmen - die Polizei erhofft sich Informationen über ein vor 10 Jahren spurlos verschwundenes Mädchen. Die Polizei erhält seit dem Verschwinden des Kindes rätselhafte Briefe, die die Polizei anscheinend verhöhnen und unverständliche Hinweise zu geben scheinen. Ruth, eine eigenbrötlerisch lebende, fast 40 jährige, etwas pummelige Frau freundet sich mit dem, auf den ersten Blick etwas muffeligen Chef Inspektor Harry Nelson an, der ihr, nachdem sie das Alter des gefundenen Skelettes auf die Eisenzeit datiert, die Briefe über das verschwundene Kind zeigt und ihre Ideen zu den rätselhaften Schriften mit in die Ermittlungen einfließen lässt, als wieder, auf die gleiche Weise ein Mädchen verschwindet...

Meine Meinung:
\"Totenpfad\" ist der erste Roman aus der Feder von Elly Griffith und der Auftakt zu einer Serie von Büchern um Harry Nelson und seine archäologisch-forensische Unterstützung Ruth Galloway. Das Buch ist ein gelungener Einstieg für die folgenden Bücher, lässt aber durchaus, für die Folgebände noch etwas Spielraum nach oben frei. Die beiden Hauptfiguren wurden gut eingeführt, der Leser lernt hauptsächlich Ruth und ihr (herrlich unkompliziertes und unaufgeregtes) Leben kennen, ich denke für Harrys Lebensgeschichte wird es noch genügend Platz in den Folgebänden geben. Ruth ist eine sympathische Frau mit einer gesunden Portion Selbstironie und als Leser habe ich sie gerne kennengelernt. Harry bedient einige Klischees, aber in einem Rahmen mit dem man als Leser leben kann und beide zusammen ergeben ein wirklich nettes Gespann, welches mir in dieser Art noch in keinem Buch begegnet ist.
Das Buch punktet bei mir vor allem durch die Atmosphäre und den Schauplatz. Ich bin ein großer Fan der britischen Inseln und Elli Griffith versteht es sehr gut, die einsame, unwirtliche Gegend Norfolks, geprägt durch die menschenleere Küste und das nebelverhangene Salzmoor, für den Leser spürbar werden zu lassen. Das Buch bietet sehr viel düstere englische Küstenatmosphäre, viel Nebel und Regen, ist auf eigenständige Weise düster, aber nicht \"hoffnungslos\" und kopiert dabei aber auch nicht den \"nordischen Stil\". Trotz der ganzen düsteren Beschreibungen nimmt man als Leser das Salzmoor vor der Küste Norfolks zwar durchaus als gefährlich, doch auch als wunderbare, rauhe Landschaft wahr, die auch einige Geheimnisse der Vergangenheit unter sich begraben hält und die schon vor Urzeiten Menschen beeindruckte und inspirierte und sie zu einem Teil ihrer Mythologie werden ließ.
Die Idee Archäologie und Krimielemente zu mischen hat mir gut gefallen. Auch die Mischung der Geschichte im hier und jetzt mit Fakten aus der Eisenzeit, der Henge im Salzmoor, das tote Mädchen, das eventuell seinerzeit geopfert wurde, die damaligen Druiden, Rituale und Mystik und Menschen, die sich heute (wieder) mit den damaligen heidnischen Kulten identifizieren können, ist ungewöhnlich, und erzeugt ein wenig Grusel-Stimmung (ohne allerdings jemals wirklich blutig zu werden, also ein Buch, dass auch für zartere Gemüter geeignet ist), ohne ins Reißerische abzugleiten.
Das Buch ist angenehm zu lesen, die Geschichte ist (anfangs etwas gewöhnungsbedürftig) im Präsens geschrieben. Meist folgt der Leser Ruth oder Harry, zudem gibt es einige Zwischensequenzen aus der Sicht einer Gefangenen. Der Prolog ist ebenfalls gut gemacht (aber auch noch mit Potenzial nach oben, für das nächste Buch), Ruth und Harry werden zu einem Leichenfund gebracht (den man erst einmal nicht zuordnen kann), danach lernt der Leser erst einmal die Hauptprotagonisten kennen. Gefallen haben mir auch die beiden Karten vom Salzmoor, auf den ersten und letzten Seiten des Buches, welche ausgezeichnet verhindern, dass sich der Leser im Salzmoor \"verirrt\". Auch die Umschlaggestaltung fand ich sehr gelungen, sie spiegelt wunderbar die düstere und unheimliche Stimmung an einem wolkenverhangenen Tag im Salzmoor.
Es gibt sicherlich spannendere oder actionreichere Thriller (wobei ich hier wieder mit der Genrewahl nicht ganz zufrieden bin, das Buch wird als Thriller angepriesen, ich fände das Buch wäre Kriminalroman passender beschrieben), aber das Buch wurde für mich an keiner Stelle langweilig, die ruhigere Gangart überwiegt zwar, es passt meiner Meinung nach aber auch gut zu den Charakteren und der Umgebung. Sehr ausführlich wird vor allem Ruths Leben beschrieben, was mich durchaus manchmal stört, wenn zuviel Privates ausgebreitet wird, war hier irgendwie stimmig und passend. Der Leser sollte auch etwas geschichtliches/archäologisches Interesse mitbringen, was für mich ein großer Pluspunkt des Buches war, kann für jemanden, der dahingehend nicht interessiert ist natürlich komplett daneben sein. Die ganze Geschichte beschreibt insgesamt relativ wenige Personen (welche auch zum Teil etwas mehr Tiefe hätten vertragen können, aber die Autorin hat sich in punkto Ausführlichkeit fast vollständig auf die beiden Hauptprotagonisten konzentriert), was natürlich die Täterauswahl recht schmal ausfallen lässt, vor allem weil man als Leser schon beim \"Schnuppern\" im Klappentext erfährt, dass der Täter Ruth näher steht, als man denkt (schon wieder ein Klappentext mit (halbem) Spoiler - ärgerlich). Das Motiv und die Zusammenhänge dagegen bleiben bis zum Schluss im Dunkeln.
Der Schluss hat mir persönlich nicht ganz so gut gefallen, ein kleiner \"privater\" Cliffhanger zum nächsten Buch, der Ruth und Harry betrifft, ok, ist zwar nicht unbedingt, das was ich mag aber fand ich persönlich nicht zu störend. Aber die Auflösung des Falles hat mir nicht gefallen, zu viele der (eigentlich wenigen) Personen, die im Buch beschrieben werden, sind involviert, alles ist ein wenig zu viel und wirkt, im Gegensatz zu den Geschehnissen und Beschreibungen davor im Buch, nicht mehr elegant sondern etwas \"wie der Elefant im Porzellanladen\".

Mein Fazit:
Wäre ich nicht von der Landschaft und der Thematik so angetan, würde ich das Buch etwas weniger gut beurteilen, also objektiv gesehen, ist \"Totenpfad\" ein spannender Roman (meiner Meinung nach wohl eher für Leserinnen geeignet), eher kein Thriller, mehr ein (ruhiger) Kriminalroman, der mir persönlich gut gefallen hat, aber für einen Leser, der weder England sonderlich mag, noch ein Faible für Geschichte oder Archäologie hat, wahrscheinlich nicht mehr als durchschnittlich ist - aber für ein Debüt, meiner Meinung nach, doch recht beachtlich. Ich für meinen Teil freue mich auch schon auf den Nachfolgeband (\"The Janus Stone\"), der in englischer Sprache bereits erschienen ist.


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


Intelligenter und überraschend guter Krimi

10.11.2010 Bewertung:  5 suse9 vergibt 10 von 10 Punkten

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Das Buch \"Totenpfad\" hat mich völlig überrascht. Unglaublich spannend erzählt Elly Griffiths die Geschichte der Archäologin Ruth, die gemeinsam mit Detectiv Nelson auf der Suche eines vor 10 Jahren verschwundenen Mädchens ist. Dabei ziehen sie im Salzmoor gefundene Knochen und anonyme Briefe, die die Polizei regelmäßig erhält, mit merkwürdigen religiösen, heidnischen und archäologischen Andeutungen zu Rate. Auch die 10 Jahre zurückliegende Entdeckung und umstrittene Demontage eines Henge-Ringes weit draußen im Watt scheint nicht unwichtig zu sein.

Relativ schnell glaubte ich die Lösung und den Täter ausgemacht zu haben. Jedoch holte die Autorin nach und nach weitere Verdächtige in die Nähe Ruths und verwirrte mich zunehmend. Die Handlung hielt viele überraschende Wendungen bereit und wurde niemals langweilig. Auch wenn der Roman ohne reißerische Action auskommt, ist er doch in düsterer Stimmung gehalten und äußerst spannend.

Mit Ruth hat Elly Griffiths eine sympathisch intelligente Protagonistin geschaffen, in deren Leben zwar nicht alles optimal läuft, die aber mit sich im Reinen ist. Sie spielt nicht die Superheldin, hat aber in entscheidenden Momenten genug Mut, sich Herausforderungen zu stellen. Gerne werde ich nach neuen Geschichten mit und über Ruth Ausschau halten.

Der flüssige Schreibstil der Autorin schafft eine oberflächlich ruhige Athmosphäre. Dieser Eindruck täuscht jedoch, da man sich außerstande fühlt, das Buch zur Seite zu legen. Mit welchen stilistischen Mitteln Elly Griffiths das geschafft hat, vermag ich nicht zu sagen. Jedoch Handlung und das geschriebene Wort packen zu und halten fest. Für mich ist \"Totenpfad\" ein sehr gelungener Krimi.


suse9 hat insgesamt 12 Rezensionen angelegt.


 
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