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Krimi/Thriller: Blut will fließen
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Titel:      Blut will fließen
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1094
Autor:      James Ellroy
ISBN-10(13):      3550086776
Verlag:      Ullstein Hardcover
Publikationsdatum:      2009-12-30
Edition:      Hardcover
Number of pages:      784
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

1.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Aus der Amazon.de-Redaktion
Er werde nie ein Buch schreiben, das später als 1972 spielt, sagte James Ellroy einmal in einem Interview, womit Blut will fließen der am nächsten an der Gegenwart liegende Roman des großen amerikanischen Ausnahmekrimischriftstellers wäre: Denn das Buch behandelt die vier Jahre von 1968 bis 1972, dreckige Jahre der amerikanischen Geschichte, regiert von Perversion und Korruption bis in die höchsten Spitzen der Politik hinein – so zumindest die Überzeugung Ellroys. Und so spinnt er um die historischen Fakten dieser Zeit – die Ermordung von Martin Luther King und Robert Kennedy, den chaotischen Wahlkampf zwischen Nixon und Humphrey, den Vietnamkrieg und die Studentenproteste, den verbitterten Kampf des FBI-Chefs J. Edgar Hoover gegen die schwarze Bürgerrechtsbewegung, die Versuche des Milliardärs Howard Hughes, sich Las Vegas unter den Nagel zu reißen, und, und, und – eine fiktive Handlung von schmutzigen Geschäften, Millionenbestechungen, Sex, Macht und Gewalt, die einem den Atem raubt.

Ellroys Ansatz ist der eines Verschwörungstheoretikers: Dass es in Politik und Wirtschaft unsauber zugehe, dass die großen Entscheidungen in Wirklichkeit in Hinterzimmern von Drahtziehern getroffen würden, dass alle Mächtigen gehörig Dreck am Stecken hätten – das glaube doch in Wahrheit jeder, so seine Grundannahme. Und so nimmt er sich die Freiheit und konstruiert innerhalb der historischen Eckdaten die denkbar finsterste Alternativversion der Geschichte, die natürlich fiktiv ist, aber immerhin so stattgefunden haben könnte. Nicht von ungefähr beschäftigt Ellroy Rechercheure, die sicherstellen, dass alles, was er schreibt, zumindest keinen historischen Fakten widerspricht.

Ist dies noch ein Krimi oder schon ein historischer Roman? Spannend wie ein Krimi ist das Buch allemal, schon allein aufgrund der schier unglaublichen Verstrickungen, die Ellroy den Mächtigen und den an die Macht Wollenden, den Strippenziehern und ihren Marionetten, den Schlägern und den Geschlagenen andichtet. Aber, das muss auch gesagt werden: Das Buch ist keine einfache Lektüre, es liest sich alles andere als leicht; das Attribut „sperrig“ ist noch schmeichelhaft. Dies liegt zum einen an Ellroys charakteristischem Stil, der in extremer Dichte stakkatohaft mit Fakten vollgestopfte Hauptsätze aneinanderreiht und die Handlung in nicht nachlassendem Tempo vorantreibt, zum anderen an der kaum zu überblickenden Vielzahl an Figuren – so ist nun mal die Wirklichkeit, scheint Ellroy einem auf jeder Seite zuzurufen, die Dinge sind kompliziert und verwickelt, und es sind immer mehr Leute in die dunklen Machenschaften verstrickt, als einem ein „gewöhnlicher“ Thriller an Figuren zumuten würde. Die Welt ist schlecht, und das Leben ist kein Roman. -- Christoph Nettersheim

   


Rezensionen
Keine leichte Lektüre

18.01.2010 Bewertung:  2 lenchen vergibt 4 von 10 Punkten

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Amerika in den 60ern. Die schwere Zeit der Unruhen, der Ermordungen der hohen politischen Figuren, des Kampfs um die Macht. Der abschließende Teil der Trilogie von James Ellroy spielt während des Wahlkampfs von Nixon und zeigt uns alle verdeckte Motiven und politische Hintergründe, die diese Zeit bestimmt haben. Gangster, Politiker, FBI-Leute, arme Studenten und \"bööööööse Schwarze\", alle sind an der Handlung mehr oder weniger beteiligt.


Den dritten Teil kann man auch ohne Bezug auf die ersten zwei betrachten. Und auch ohne Lust die vorherigen zwei zu lesen.


Das Buch hat mir nicht besonders gefallen. Es ist zu dick und damit zu unübersichtlich. Es kommen immer neue Personen in die Handlung und es ist zu schwer, sie sich alle zu merken bzw. zu verstehen, wer für wen oder gegen wen arbeitet, sei es offensichtlich oder heimlich. Und sie wechseln ständig die Seite, was noch mehr Verwirrung stiftet. Keiner der Charaktere ist detailliert beschrieben. Das sind alles Leute ohne Gesichter.


Die Sprache ist auch sehr gewöhnungsbedürftig, die kurzen und einfachsten Sätze, viele Wiederholungen, kaum Dialoge und sehr seltsamer Humor. Dazu noch die seitenlangen Dokumenteneinschübe, nicht unbedingt sehr interessant, eher langweilig.


Es handelt sich immer um Drogen, Sex, Gewalt, rassistischen Hass, Korruption und schmutzige politische Geschäfte – und das in Unmengen. Ja, klar, so war das Gangster-Lebens damals und so ist es höchstwahrscheinlich auch heute, aber das ist nicht mein Lesestoff. Die Sprache ist absichtlich grob und hier muss ich sagen, dass es dem Autor sehr gelungen ist, mittels Sprache die Atmosphäre des damaligen Leben in solchen Kreisen in Amerika wiederzugeben.


Viele Ereignisse aus der amerikanischen Geschichte, die mehr als 40 Jahre zurückliegen, beschreibt der Autor ohne jegliche Einführung oder Erklärung, als ob alle Leser damit so vertraut wären oder sich besonders dafür interessiert hätten. Viele Hintergründe wurden als selbstverständlich jedem bekannt dargestellt. Für fast 800 Seiten ist es einfach zu viel.


Ich würde das Buch nur bedingt empfehlen und nur an solche Leser, die an der amerikanischen Geschichte der 60er einen Narren gefressen haben. Sie hätten an diesem Buch vielleicht ihren Spaß. Für Uneingeweinte dagegen ein sehr schwerer Lesestoff.


lenchen hat insgesamt 58 Rezensionen angelegt.


Harte Action zur Prohibitionszeit; konnte mir nichts bieten

21.09.2011 Bewertung:  1 Nazena vergibt 2 von 10 Punkten

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Man wird gleich auf den ersten Seiten mit einer geballten Flut von Informationen eingedeckt, so dass man kaum nachkommt, geschweige denn sich alles merken kann. Dies setzt sich in den späteren Kapiteln fort. Man wird unmittelbar ins Geschehen gestoßen, und obwohl zu jedem Charakter eine (viel zu detaillierte) Hintergrundgeschichte geboten wird, kann man die Akteure kaum auseinanderhalten. Die Handlung ist sprunghaft, dies macht es zudem noch schwieriger den roten Faden zu finden.

 

Der Schreibstil ist sehr direkt, nüchtern und sachlich und besteht aus kurzen, prägnanten abgehakten Sätzen. Allerdings bleibt der Autor nur an der Oberfläche, es wird kein Einblick in das Gefühlsleben der Charaktere gewährt.

 

Die Handlung ist extrem verworren und ich habe sie ganz ehrlich nicht verstanden. Es passiert einfach viel zu viel, ohne Verbindung untereinander. Insgesamt vermittelte das Buch eine Stimmung wie in Amerika zur Zeit der Prohibition (a la \"Die Unbestechlichen). Dieses Flair wurde sehr gut eingefangen, aber insgesamt konnte mir das Buch nichts bieten.


Nazena hat insgesamt 88 Rezensionen angelegt.


 
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