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Krimi/Thriller: Das Regenmädchen
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Titel:      Das Regenmädchen
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1817
Autor:      Gabi Kreslehner
ISBN-10(13):      3550088604
Verlag:      Ullstein Hardcover
Publikationsdatum:      2010-12-16
Edition:      Hardcover
Number of pages:      304
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Das Regenmädchen
   


Rezensionen
Überzeugendes Krimi-Debüt

08.01.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Jens Bohrmann befindet sich auf dem Rückweg von einem Wochenende mit seiner Geliebten. Er nutzt die A9 um zu seiner Ehefrau und den Kindern zu fahren. Plötzlich taucht vor seinem Wagen eine junge Frau auf. Bevor Bohrmann reagieren kann kommt es zum Aufprall. Die junge Frau stirbt noch an der Unfallstelle.

Die Kommissare Franza Oberwieser und Felix Herz werden an den Unfallort gerufen und mit den Ermittlungen betraut. Sie treffen dort auf den Unglücksfahrer, der mit der Situation völlig überfordert ist, da es für ihn nicht die geringste Chance gab, dem Mädchen auszuweichen. Auf einem Rastplatz in der Nähe findet die Polizei Blutspuren des Opfers. Die junge Frau muss also bereits vor dem tödlichen Aufprall verletzt gewesen sein. Ein gewöhnlicher Unfall kommt den Ermittlern deshalb unwahrscheinlich vor. Sie gehen von einem Mord aus. Doch wer könnte das Mädchen auf die Autobahn und damit in den Tod getrieben haben?

Meine Meinung

Das Buch ist in einzelne, manchmal recht kurze, Kapitel unterteilt. Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Dabei stehen in der Gegenwart die aktuellen Ermittlungen im Vordergrund. Man lernt allerdings auch die ermittelnden Beamten und ihre privaten Hintergründe kennen. In kursiver Schrift gibt es Rückblicke in die Vergangenheit. Hier erfährt man etwas aus dem Leben von Marie, der getöteten jungen Frau. Durch die Rückblenden zieht man eigene Schlüsse, wird dabei allerdings oft auf falsche Fährten geführt. Denn zunächst ist nicht klar aus wessen Sicht die beschriebenen Szenen betrachtet werden und wie sie in die aktuellen Ermittlungen einzuordnen sind. Dadurch bleibt die Handlung durchgehend interessant. Die kurzen Kapitel verleiten zusätzlich zum Weiterlesen, sodass es schwer fällt das Buch aus der Hand zu legen.

Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Doch schon nach wenigen Seiten fällt es leicht, sich auf den anspruchsvolleren und stellenweise sogar melancholisch wirkenden Erzählstil einzulassen. Fast schon poetisch schildert Gabi Kreslehner einzelne Abschnitte. Es gibt allerdings auch starke Kontraste in diesem Stil. Denn in einigen Passagen verwenden die Protagonisten eine derbe und vulgäre Ausdrucksweise. Aufgrund der Beschreibungen der Autorin kann man sich die Handlungsorte sehr gut vorstellen und die dort herrschende Stimmung spüren.

Die Protagonisten dieser Kriminalhandlung sind facettenreich. Kommissarin Franza Oberwieser ist beruflich ziemlich ausgebrannt und verfügt über ein ziemlich bewegendes Privatleben. Das Verhältnis zu ihrem Sohn Ben ist nicht ganz einfach und ihre Ehe kurz vor dem Ende. Franza hat ein Verhältnis mit einem Schauspieler und meint, dass nur sie davon wüsste. Diese Hauptprotagonistin hat einige Ecken und Kanten und deshalb fällt es anfangs nicht ganz leicht, sie sympathisch zu finden. Auch Kollege Felix Herz ist mit seinem Privatleben momentan nicht so ganz zufrieden. Ohne überhaupt mit ihm darüber zu sprechen, hat seine Ehefrau beschlossen, dass es Zeit wäre ein viertes gemeinsames Kind zu bekommen. Über das Opfer Marie erfährt man im Verlauf der Ermittlungen immer mehr. Dabei stellt sich heraus, dass die junge Frau kein leichtes Leben hatte und kurz vor ihrem Tod gerade auf dem Weg war, ihr Leben doch noch in den Griff zu bekommen. Die Protagonisten wirken real und lebendig. Sie sind keine Helden, sondern haben Fehler und Schwächen. Dennoch wirkte das turbulente Privatleben der Kommissarin und die Lebensgeschichte der Getöteten stellenweise etwas überzogen und damit unglaubwürdig.

Der aufmerksame Leser kann den Täter wahrscheinlich schon vor der eigentlichen Auflösung erahnen. Da das Motiv allerdings zunächst nicht klar ist, bleibt die Handlung dennoch interessant.

Mein Fazit

Das Krimi-Debüt von Gabi Kreslehner konnte mich durch einen außergewöhnlichen Erzählstil überzeugen. Obwohl ich zunächst Schwierigkeiten hatte, mit der Kommissarin Franza Oberwieser warm zu werden, würde ich gerne weitere Fälle des Ermittlerteams verfolgen und nebenbei erfahren, wie sich das recht turbulente Privatleben der Hauptprotagonisten weiterentwickelt. Ich bewerte das Buch mit acht von zehn möglichen Bewertungssternen. Einen ziehe ich ab, da die Handlung stellenweise etwas klischeehaft und konstruiert wirkte.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Gabi Kreslehner - Das Regenmädchen

14.01.2011 Bewertung:  4 Stahlfixx vergibt 8 von 10 Punkten

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Über das Buch:
Eine junge Frau läuft über die Autobahn und wird nachts, bei Regen, von einem Auto erfasst und überfahren. Die Tote ist jung, hübsch, gut gekleidet und bei sich hat sie nichts, was auf ihre Identität schließen lassen könnte. Die Ermittler Franza Oberwieser und Felix Herz stellen schnell fest, dass die junge Frau Verletzungen hat, die nicht von dem Unfall herrühren können, als in der Nähe der Autobahn, auf einem Rastplatz Blutspuren gefunden werden, wird recht schnell klar, der Tod war (nicht ausschließlich) ein Verkehrsunfall, die junge Frau wurde schon auf dem Rastplatz verletzt und möglicherweise ihrem Schicksal überlassen oder auch verfolgt und von ihrem Verfolger auf die Autobahn getrieben.
Franka und Felix machen sich auf die Suche nach der Identität der Toten, nach dem Motiv, das ein eventuell vorhandener Verfolger gehabt haben könnte und finden die traurige Geschichte des \"Regenmädchens\".

Meine Meinung:
\"Das Regenmädchen\" ist das Krimidebüt von Gabi Kreslehner, vorher hat sie einige Kinderbücher veröffentlicht.
Zum Einstieg in die Geschichte findet sich der Leser (oder wahrscheinlich eher die Leserin, ich denke, es ist ein Buch, das eher die Damenwelt anspricht) in dem Fahrzeug des Unfallfahrers, der auf der regennassen A9 zu seiner Familie unterwegs ist, unterwegs  mit einer Lüge im Gepäck, denn er war bei seiner Geliebten, nicht auf Geschäftsreise, als plötzlich eine Gestalt auf sein Auto zutorkelt und er nichts gegen die Kollision tun kann. Ein Unfall - der nicht nur das Leben der jungen Frau kostet, auch das Leben des Fahrers wird von einer Sekunde auf die andere aus der Bahn geworfen, einerseits wird er die Wahrheit sagen müssen, andererseits muss er auch mit der Schuld weiterleben, die, auch wenn er eigentlich nichts dafür kann, mit dem Tod der Frau verbunden ist.

Danach entwickelt sich die Geschichte in drei Ebenen weiter, zum Großteil mit der Geschichte der Kommissare und deren Ermittlungen, einen kleineren Teil des Buches nehmen die Gedanken eines jungen Mannes namens Ben ein, der seine Beziehung zu seiner Freundin Marie schildert und im letzten Drittel des Buches werden einige Gedanken des Täters offenbart, diese beiden Erzählstränge sind kursiv gedruckt, was dem Leser den Wechsel der Perspektive ankündigt und am Schluss vermuten lässt, dass Ben und der Täter identisch sein könnten.

Der Stil in dem das Buch geschrieben ist, lässt sich durchaus als sehr eigen bezeichnen, kurze Sätze, teilweise mit poetischem Einschlag, die mir außergewöhnlich gut gefallen haben und die meist Franzas Gedankenwelt entsprungen sind. Am Anfang des Buches kommt das recht häufig vor, was das Buch wirklich besonders macht, allerdings relativiert sich leider die Häufigkeit der schönen verschnörkelten Gedanken im Laufe des Buches.
Ein extremer Kontrast zu den lyrischen Gedanken bietet auch relativ schnell schon Bens Geschichte, von Marie erzählend (…\"Titten wie Melonen\"…) - hmm, nicht ganz so schön (und verdammt wenig poetisch), einerseits ok, verdeutlicht es, als Kontrast, Franzas doch recht poetische und schön düster \"ver-rückte\" Welt, aber andererseits passt es für mich nicht so ganz in den Kontext (…Ben scheint Marie zu lieben, zu vergöttern, denkt ein halbwegs intelligenter Mensch (auch wenn es ein Mann ist) so etwas?…). So wechseln sich schöne (wenn auch meist traurige) Gedankenfragmente, mit teilweise sehr umgangssprachlichen (und harten) Begriffen ab - zumindest ungewöhnlich, ich weiss nicht, ob das der Versuch ist, das Buch auch für die Herren der Schöpfung lesbar zu machen (aber reicht da ab und zu mal \"Titten\" und \"fi..en\" aus?), oder ob es einfach nur als Kontrastpunkt dienen soll, um die düstere Grundstimmung des Buches besser zur Geltung kommen zu lassen.

Die Stimmung des ganzen Buches ist durchaus als \"regnerisch\" zu bezeichnen, ein düsteres, fast hoffnungsloses Buch, das ein wenig an die düsteren Krimis und Thriller aus nordischen Landen erinnert, aber nicht ganz an die Qualität der Geschichten der \"Nordländer\" heranreicht. Sprachlich finde ich das Buch außergewöhnlich und durchaus (… für Leser, die die zwischendurch härtere Gangart nicht stört…) gelungen, anfangs kann auch die Story auch noch einiges bieten, was sich aber im Laufe der Geschichte etwas (wie auch die Poesie) relativiert.

Ein Krimi der mit wenig Blut auskommt, die Stärke des Buches ist eigentlich die ruhige Weise, in der es erzählt wird, im Vordergrund stehen die Geschichten (vor allem Franzas) und der Beteiligten.
Die Autorin versucht über die kursiven Gedankeneinschübe Spannung zu erzeugen, was auch anfangs gut gelingt, denn der Leser weiß nicht wer Ben (Franza hat einen gleichnamigen Sohn) und Marie (die Tote?) sind. Jedoch verzettelt sie sich meiner Meinung nach recht schnell, indem sie das Augenmerk auf Franzas Leben lenkt, eine Frau am Rande eines Burnout, vom Ehemann betrogen, selbst ihren Mann betrügend, die versucht Ehe, Boyfriend, Familie und Beruf in einem Leben unterzubringen.
Wahrscheinlicher wäre ich etwas begeisterter, wenn sich Franzas anfängliche Gedankengänge durchs ganze Buch gezogen hätten, wenn sie auch ihr Leben, ihre Ehe oder ihren Freund auf eine ähnliche Weise \"bedacht\" hätte wie sie anfänglich über den Regen oder das \"Regenmädchen\" philosophiert hat, jedoch verliert sich das zunehmend und ein ebenfalls etwas härterer Ausdruck hält Einzug.

Charaktere neben Franza und dem \"Regenmädchen\" bleiben etwas blass, hätten mehr Tiefe benötigt, was schon bei Felix beginnt, der zum 4. Mal Vater wird und ab der zweiten Buchhälfte ständig Magen- und Verdauungsprobleme hat (will ich so etwas als Leser eigentlich überhaupt wissen?), aber ansonsten irgendwie nicht greifbar wird.
Einige (kleinere) Handlungsstränge fand ich deplaziert (z.B. die Entwicklung des Unfallfahrers) und kann mir nicht erklären, warum das überhaupt Erwähnung fand, denn zur Entwicklung der Geschichte war es nicht notwendig (und auch noch vollkommen unglaubwürdig).
Die \"Krimihandlung\" plätschert eigentlich nur neben viel Privatem dahin, der geübte Krimileser wird schnell merken woher der Wind weht, welche Spur(en) in die  falsche Richtung gehen und wer wirklich etwas mit dem Tod der jungen Frau zu tun hat.
Die Covergestaltung ist passend zu Buch, visualisiert die Traurigkeit, die sich eigentlich durch das ganze Buch zieht und auch, wenn man sich anfangs wundert, warum ein Kind, denn die Tote ist ja schon etwas älter, abgebildet ist, gibt das Buch zum Ende eine Erklärung dafür.

Insgesamt ein eigenständiger (nicht ganz genretypischer) Krimi, der mir als Leser nicht schon bekannt vorkam und der auf sehr eigenwillige (und außergewöhnliche) Art erzählt wird - allerdings auch mit kleinen Schwächen kämpft. Für ein Debüt vergebe ich vier Sterne (sonst würde ich wohl noch einen abziehen, denn aus der Geschichte und den sprachlichen Spielereien hätte noch einiges mehr herausgeholt werden können).


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


Krimi mit viel Gefühl

15.02.2011 Bewertung:  4 coffee2go vergibt 8 von 10 Punkten

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Kurze Inhaltsangabe:

Marie wird an einem regnerischen Tag in einem hübschen Abendkleid von einem unbekannten Mann auf der Autobahn überfahren. Mysteriös daran ist, dass Marie bereits vorher schwer verletzt war. Wusste Marie etwas, das sie nicht wissen sollte? Die beiden Ermittler Franza Oberwieser und Felix Herz versuchen den Fall zu lösen.

 

Meine Meinung zum Buch:

Die Autorin, Gabi Kreslehner, hat einen sehr weiblichen und emotionalen Schreibstil, der in vielen detaillierten Schilderungen, zB aus dem Privatleben der beiden Ermittler und in einem sehr emotionalen Erzählstil der Handlungen sichtbar wird. Mir hat diese Erzählweise für einen Krimi sehr gut gefallen; es kommen wenige blutige, brutale Szenen vor, sondern vielmehr Spekulationen, Emotionen und auch die Charaktere werden sehr gut und authentisch beschrieben, da sehr viel Platz für den privaten und familiären Hintergrund der einzelnen Personen gelassen wurde. Gefallen hat mir auch, dass keine starke oder übertriebene Trennung von positiven und negativen Eigenschaften der Charaktere vorgenommen wurde, sondern dass jede/r auch ihre/seine Laster hat. Für mich macht dies den Krimi besonders lebendig und realistisch. Spannend ist natürlich auch immer, wenn Familienmitglieder in das Verbrechen involviert sind.

Ein kleiner Kritikpunkt von mir ist, dass die Handlung recht schnell vorhersehbar geworden ist. Hier hätten noch ein paar Überraschungseffekte oder Wendungen eingebaut werden können.

 

Cover und Titel:

Das Cover ist bereits auf den ersten Blick sehr ansprechend, ein richtiger Hingucker und fällt auf! Auch der Titel passt gut zum Buch und hat mich in seiner einfachen, aber aussagekräftigen Weise angesprochen.

 

Mein Fazit:

Das Ende des Buches lässt auf alle Fälle die Möglichkeit offen, dass noch weitere Krimis vom Kommissaren-Duo Franza und Herz folgen könnten. Ich würde mich über einen zweiten Fall von ihnen freuen!


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


Das Regenmädchen

19.03.2011 Bewertung:  4 linus63 vergibt 8 von 10 Punkten

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Ein tragischer Unfall auf der A9, ein totes, junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid, Blut auf dem Rastplatz einhundert Meter entfernt - Franza Oberwieser und Felix Herz ermitteln ....

 

Von den ersten Sätzen an war ich von dieser Geschichte gefesselt und dies hielt bis zum Ende des Buches an, das ich innerhalb eines Tages gelesen habe. Nach ein paar Seiten hatte ich mich in den ungewöhnlichen Schreibstil eingefunden und ihn bis zum Ende sehr geschätzt. Kurze Kapitel mit aneinandergereihten, kurzen Sätzen vermitteln mir nicht nur sehr effizient Informationen, sondern auch sehr ansprechend - teilweise sogar poetisch - Empfindungen, Sehnsüchte und Emotionen der jeweiligen Person und bringen Tempo in die Geschichte.

 

Das Ermittlungsteam lerne ich im Laufe des Buches immer besser kennen und die Personen kommen sehr sympathisch bei mir an. Jede ist menschlich und noch nicht abgestumpft, hat ihre Schwächen, Empfindungen und Gedanken, die von Frau Kreslehner ausführlich beschrieben werden. So spürt man z.B. bei Kommissarin Franza Oberwieser immer wieder die Last und die Müdigkeit ihrer nicht nur körperlichen, sondern vor allem auch seelischen Belastung durch ihren Beruf, während sie ihre Ermittlungen aber gleichzeitig als Auftrag oder Sucht sieht und deshalb immer weiter macht. Die Autorin gibt jeder der Figuren im Team ihren individuellen, außergewöhnlichen, familiären Hintergrund, der während des Falls immer wieder zur Sprache kommt und um ein weiteres Stück ergänzt wird, sowie ihre charakteristischen Merkmale, auf die Belastung durch die Arbeit bei der Kripo zu reagieren. Allerdings wirkt dies bei der Kommissarin für meinen Geschmack etwas überzogen - die kaputte Ehe und ihr Verhältnis, von dem sie annimmt, dass keiner Bescheid weiß, die Sorge um ihren Sohn und immer wieder der Wechsel zwischen der toughen Kommissarin und der (mit)fühlenden Frau und Mutter.
Maire als Opfer ist ebenfalls eine sehr individuelle Persönlichkeit, von der ich im Laufe der Ermittlungen immer mehr erfahre. Als Kind missbraucht, dann weggelaufen und als sie endlich ihren Weg gefunden hat, wird sie jäh gestoppt. Beeindruckend finde ich auch die Darstellung der Folgen des Unfalls beim Fahrer des Unglückswagens, die letztendlich seine Familie in ihrer anscheinend heilen Welt zerstören.

 

Eine wirklich überraschende Wendung gibt es im Laufe der Ermittlungen dieses Mordfalls nicht, lediglich einige Hintergründe und damit einige Zusammenhänge waren nicht vorhersehbar. Dennoch bleibt die Spannung und das Fesselnde, teilweise durch die verknüpften Familienschicksale, aber auch durch die kursiv gedruckte Vorgeschichte Maries bzw. Parallelhandlung des Täters zur eigentlichen Ermittlung, erhalten. Besonders angenehm finde ich, dass sowohl das geflossene Blut, als auch die Anzahl der Toten überschaubar ist und trotzdem keine Langeweile beim Lesen aufkam.

 

Das Buch hat mir gut gefallen und ein weiteres Buch der Autorin werde ich sicher lesen.


linus63 hat insgesamt 4 Rezensionen angelegt.


Nicht nur ein Regenschauer...

12.04.2011 Bewertung:  3 metAlpAnda vergibt 6 von 10 Punkten

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Im nächtlichen Regenschauer wird auf der Autobahn nahe einer Kleinstadt an der Donau ein verwirrtes, junges Mädchen von einem Wagen erfasst und getötet. Die feierliche Kleidung des Mädchens und die Aussage des Todesfahrers bringen die Kriminalbeamten Franza Oberwieser und Felix Herz auf die Spur eines möglichen Gewaltverbrechens. Der Fund von Blutspuren und Zigarettenstummeln an einem nahe gelegenen Rastplatz erhärten diesen Verdacht, die Polizisten beginnen mit ihrer Arbeit und treffen dabei nur auf Menschen, die alle ihre ganz eigenen Leichen im Keller haben.

Die Handlung entwickelt sich in Kraslehners Erwachsenenromandebüt langsam und lässt Zeit für eigene Vermutungen, man hat durch die immer wieder eingeschobenen Gedankengänge zudem eine interessante, manchmal jedoch nicht wirklich aussagekräftige Abwechslung zum Hauptstrang der Handlung. Selbst auf den zunächst nur als Randfigur wahrgenommenen Unfallfahrer kommt der rote Faden im späteren Verlauf wieder zurück, wenn auch hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit, die ansonsten, abgesehen von der Verstrickung einer der Hauptfigur nahe stehenden Person mit dem Opfer, durchaus gegeben ist. Die Ermittlungsarbeit der beiden Polizisten scheint nachvollziehbar, nicht übertrieben, die Vernehmungen von Zeugen und Verdächtigen wirken hingegen bisweilen zu leicht, schnell kommen die Beamten hinter die dunkelsten Geheimnisse ihrer möglichen Motivspender, scheinbar der Versuch die \"kaputte Welt\", in der die Handlung ihren Lauf nimmt, zu unterstreichen. Der Ort der Handlung wirkt insgesamt fast völlig austauschbar, ob die Geschichte nun in einer Kleinstadt nahe der Donau, Berlin oder Hintertupfingen stattgefunden hätte ist recht belanglos, was allerdings nicht wirklich tragisch ist, denn davon abgesehen sind die Schauplätze der Handlung stimmig gewählt und passen gut ins Gesamtbild der Handlung.

Der Grund für die eher kurz geratene Darstellung der Ermittlungsarbeit liegt an dem besonderen Augenmerk der Autorin für die Einführung und Fortentwicklung ihrer \"Helden\", die eigentlich gar keine sind. Die Schilderung menschlicher Abgründe ist sowohl bei den Haupt- als auch bei den Randfiguren sehr vielseitig, wenn auch in der Gleichartigkeit zur Unterstreichung der düsteren Welt wiederum manchmal etwas einseitig. Die beiden Polizisten haben ihre Stärken und Schwächen, dennoch sind sie insgesamt eher holzschnittartig als wirklich Charaktere mit Profil. Die früher vielleicht einmal fürsorgliche Mutter und liebende Ehefrau, hart geworden durch die Wirrungen des Lebens, vom Mann betrogen, vom Sohn fallengelassen, sich immer wieder in leidenschaftliche Eskapaden flüchtend und der bald vierfache Familienvater, finanziell ausgebrannt und in der Ehe nach eigenem Empfinden auf den Rang eines Zuchtbullen herabgestuft. Auch alle Personen, denen die beiden im Buch begegnen haben ihre Schattenseiten, Licht sieht man in Kraslehners Welt selten bis gar nicht.

Haben die Schatten hier nicht ihr Licht, so hat zumindest der Sprachgebrauch hier seine Gegensätze. Einerseits befleißigt sich die Autorin einer sehr blumigen Sprache, man mag fast meinen Shakespeare würde einen Kriminalroman schreiben, andererseits sind die Umschreibungen, wie sie die Hauptfigur Franza nutzt so derb, dass der Gegensatz recht krass erscheint. Das kann man mögen, es kann aber auch ein wenig nach unsicherem Stil aussehen, was für ein Erstlingswerk in einem Genre auch kein Genickbruch sein muss.

Kraslehner hat mit ihrem Debüt im Bereich Kriminalroman eine insgesamt solide Arbeit abgeliefert, es mangelt manchmal ein wenig an Sogwirkung der Handlung, dafür ist die Mühe gute Charaktere zu schaffen deutlich spürbar, genauso wie der Hang zur Lyrik, da erkennt man recht deutlich die Deutschlehrerin. Dennoch wirken gerade die Figuren noch ausbaufähig. Lobenswert ist anzuführen, dass die Handlung insgesamt stimmig ist, man verfängt sich nicht in Logiklücken, höchstens an ein oder zwei Stellen bleibt die Glaubwürdigkeit ein bisschen auf der Strecke. Für einen ersten Roman in diesem Genre kein schlechter Einstand, ich habe das Lesen jedenfalls nicht bereut und kann das Buch insbesondere Leuten ans Herz legen, die gerne düstere Romane ohne wirkliche Helden lesen, in denen die Abgründe des Menschlichen im Vordergrund stehen und die seltenen schönen Dinge der Welt mit teilweise poetischer Bildhaftigkeit umschrieben werden.


metAlpAnda hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Das Wesen in Abwesenheit

21.08.2011 Bewertung:  3.5 lenchen vergibt 7 von 10 Punkten

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Die Protagonistin taucht auf den ersten Seiten des Romans auf und verschwindet sofort. Sie taucht auf, um auf der im Nebel versunkenen Fahrbahn der A9 tödlich überfahren zu werden.
Ein paar Zeilen im ersten Kapitel des Buches – und seine Hauptperson existiert nicht mehr. Trotzdem bleibt sie natürlich die Hauptperson, alle Geschehnisse im weiteren Verlauf des Buches haben einen Bezug zu ihr, alle Charaktere reden über sie. Dieser Plotaufbau ist sehr interessant. Eine Person, die nicht mehr existiert, sondern nur anhand der Erzählungen Anderer dargestellt wird. In deren Erinnerungen, Geschichten, und noch mehr in ihrem Schweigen. Dabei wird diese Person sehr lebhaft, real, „sichtbar“ dargestellt.
Je mehr man über das Mädchen erfährt, desto größer wird das Geheimnis um ihr Wesen. Die Leiche liegt im seltsamen Aufzug (ein Abendkleid) auf der Fahrbahn. Kein Personalausweis, keine Papiere, kein Nachweis, woher die Gestorbene kommt. Die Polizei versucht, die Leiche zu identifizieren. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bringt es kein Ergebnis. Seltsam, denn es gibt praktisch überall Leute, die dieses Mädchen sehr eng kannten. Obwohl sie es so eng kannten, können sie unglaublich wenig verraten, wer es eigentlich war. Eine Schülerin auf der Flucht? Eine junge Soziopatin, süchtig nach spontanem Sex? Eine begabte Schauspielerin? Eine nicht weniger begabte Prostituierte?..
Die Suche nach den Antworten auf diese Fragen ist nicht weniger interessant, als die Suche nach dem echten Grund ihres Todes. Anscheinend ein tragischer Unglücksfall. Aber die Polizistin Franza Oberwieser, die in dem Fall ermittelt, erfährt, dass er einen düsteren kriminellen Hintergrund hat. Jemand hat dem Mädchen „geholfen“, bewusstlos auf die gefährliche Autobahnspur zu treten. Wer? Warum?
Wie es in echt spannenden Krimis ziemlich oft passiert, werden am Ende fast alle Beteiligten verdächtigt. Einschließlich der Familienangehörigen von Franza Oberwieser. Das Rätsel könnte man auf viele unterschiedliche Arten lösen. Leider ist die echte Lösung, die uns die Autorin gibt, nicht so faszinierend in Vergleich zu manchen denkbaren Möglichkeiten.
Trotzdem finde ich den Roman gut. Psychologisch, überzeugend, frisch, empfehlenswert. Zum Beispiel ist das Buch von seinem Umfang so gut wie eine Bahnreise von Berlin nach Hamburg. Oder von München (in der Nähe vom Tatort) nach Linz (nah zum Wohnort der Autorin). Ein schönes Mittel gegen Reiselangweile. Jedenfalls ist das Buch tiefer und bedeutsamer, als viele Reisekrimis, die an Bahnhöfen zum Verkauf angeboten werden. Echte Qualität! Trotzdem versucht die Autorin, ihr Buch noch „größer“ zu machen. Aus meiner Sicht sind manche Seiten und Episoden von Das Regenmädchen überflüssig. So wirkt die ganze Episode mit Geiselnahme fehl am Platz: Furchtbar, atemberaubend, scheint jedoch, als würde es aus einem anderen Buch kommen. Oder aus einem fremden Film. Hollywood-Like, sozusagen. Und das nur, um der Kripobeamtin einen Black-Out-Zustand zu verpassen. Weil die Autorin ihre Heldin zum ersten Treffpunkt mit Mörder in hilfloser Lage bringen möchte. Wenn Franza da nicht so hilflos wäre, hätte sie den Verbrecher gute fünfzig Seiten „früher“ verhaftet. Aber wir müssen noch diese fünfzig Seiten durchlesen, obwohl der Täter und das Tatmotiv bekannt sind. Ohne solche erzwungenen „Action“-Einlagen wäre das Buch noch besser.


lenchen hat insgesamt 58 Rezensionen angelegt.


Das Regenmädchen

26.04.2015 Bewertung:  1 Astrid vergibt 2 von 10 Punkten

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Der erste Franza-Oberwieser- Roman „Das Regenmädchen“ von Gabi Kreslehner handelt von dem tragischen Mord an der jungen Marie, die eines Morgens im Ballkleid am Rand einer Autobahn auftaucht, um schließlich von einem herannahenden Auto erfasst zu werden. Was zunächst als Unfall erscheint, erweist sich schnell als Mord und führt die ermittelnden Kripobeamten Franza Oberwieser und Felix Herz zu einem Geflecht aus Lügen, Missbrauch und Prostitution.

 

Dieses Buch zeigt, dass man sich beim Buchkauf nicht zu sehr von einem Buchcover beeinflussen lassen sollte. Denn obwohl das Cover dieses Romans sehr ansprechend gestaltet ist und auch der Klappentext mein Interesse geweckt hat, konnte mich dieser Krimi nicht überzeugen.

Leider kann ich nicht viel Positives über diesen Roman schreiben, da ich mehr von diesem erwartet hätte. Dabei hat mich vor allem der Erzählstil in diesem Romans sehr gestört. Dieser hat mir überhaupt nicht gefallen, wobei es mir schwer fällt, diesen zu beschreiben. Als poetisch wird er in einigen Rezensionen dieses Krimis bezeichnet, dem kann ich nur bedingt zustimmen. Es scheint als könnte die Autorin sich selbst nicht entscheiden, eine zum Teil etwas schräge und/oder vulgäre Ausdrucksweise ist die Folge.

Meiner Meinung nach nimmt außerdem das Privatleben der Kommissarin Franza Oberwieser einen zu großen Teil in diesem Roman ein, was mir diese Person nicht sympathischer macht. Weshalb zusätzlich ihr Sohn in die Handlung verwickelt werde musste, ist mir schleierhaft.

Letztlich war ich froh, dass dieses Buch mit 300 Seiten verhältnismäßig dünn ist, andernfalls hätte ich es möglicherweise nicht bis zu Ende gelesen. Merkwürdigerweise war in diesem Roman dennoch Platz für eine schwer nachvollziehbare Nebenhandlung um den Fahrer des Wagens, der Marie anfangs angefahren hatte. Alle Personen in diesem Roman wirken klischeehaft und wenig glaubwürdig, weshalb dem Leser der Mörder bereits sehr früh offenbart wird.

Auch muss ich sagen, dass mir dieser Roman nicht lange im Gedächtnis geblieben ist, denn jetzt nur einen Monat nach der Lektüre dieses Krimis fällt es mir bereits schwer, mich an einige Passagen zu erinnern. Zum Glück habe ich mir dieses Buch nur als preisreduziertes Mängelexemplar gekauft, andernfalls wäre ich jetzt womöglich enttäuschter. Es wäre zudem sinnvoll gewesen, vor dem Kauf dieses Krimis die Leseprobe zu lesen, da diese bereits einen guten Eindruck von dem Erzählstil dieses Romans vermittelt.

 

Abschließend kann ich sagen, dass sich jeder selbst ein Bild von diesem Roman machen sollte, vor allem da die Meinungen über Gabi Kreslehner Schreibstil doch sehr auseinanderzugehen scheinen. Ich denke jedoch nicht, dass ich in Zukunft weitere Franza-Oberwieser-Krimis lesen werde.


Astrid hat insgesamt 7 Rezensionen angelegt.


 
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