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Krimi/Thriller: Das Schweigen der Toten: Thriller
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Titel:      Das Schweigen der Toten: Thriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      1855
Autor:      Todd Ritter
ISBN-10(13):      349925588X
Verlag:      rororo
Publikationsdatum:      2011-02-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      384
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Das Schweigen der Toten
   


Rezensionen
Nichts für Leser mit empfindlichem Magen ...

05.02.2011 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Schon allein das Cover des 384 Seiten starken Thrillers spricht eine deutliche Sprache. Darauf sieht man die Beine einer in Plastikfolie eingewickelten Leiche, die zudem noch gefesselt ist. Ein so schonungsloses Cover sieht man auf Büchern eher selten. Spätestens nach dem Lesen des Titels und des Klappentextes steht fest, dass das Buch ganz bestimmt nichts für schwache Nerven ist und Todd Ritter in seinem Debütroman scheinbar mehr als nur eine Leiche im Keller hat.

Kat Campbell, Sheriff der Stadt Perry Hollow wird mit ihrem ersten Mordfall konfrontiert. Ein Bürger des Ortes, in dem jeder jeden kennt, wird tot in einer Holzkiste aufgefunden. Der Mörder hat ihm die Lippen zugenäht und ihn ausbluten lassen wie ein Stück Vieh. Der einzige Hinweis ist ein Fax, was kurz vor dem Mord bei der Perry Hollow Gazette einging. Darauf vermerkt: Die entsprechende Todesanzeige und der Zeitpunkt zu dem der Mord geschieht. Und das nächste Fax ist bereits unterwegs …

Todd Ritter ist mit „Das Schweigen der Toten“ ein sehr gutes Debüt gelungen. Bereits der Prolog, der den Tod des ersten Opfers in aller Ausführlichkeit schildert, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Der spannende Schreibstil zieht sich konstant bis zum Ende des Buches hin. Selbst die Beschreibungen der Figuren sind interessant, denn natürlich versucht man auch als Leser den Mörder zuerst im Umfeld der Ermittlungen ausfindig zu machen. Der Zeitraum vom ersten Mord bis zur Auflösung erstreckt sich fast über ein Dreivierteljahr. Dies ist recht ungewöhnlich, denn in den meisten Thrillern sind es eher wenige Tage oder Wochen.

Ritters Figuren waren mir auf Anhieb sympathisch. Kat Campbell, als Chief der hiesigen Polizeistation und Mutter eines am Down-Syndrom erkrankten Sohnes, kommt sehr menschlich rüber. Auch die Zusammenarbeit mit der Landespolizei, dem BCI, die die Ermittlungen leitet, klappt vorbildlich und verschont den Leser von nervigen Machtkämpfen innerhalb der Polizei. Das Wechselspiel zwischen Normalität und den brutalen Schilderungen der Morde beherrscht der Autor auf jeden Fall.

Genau wie die Ermittler, tappt der Leser sehr lange im Dunkeln. Ich habe mich einmal auf eine falsche Fährte locken lassen, die aber nicht offensichtlich war, sondern eher ein bisschen versteckt erwähnt wurde, sodass ich auch erst viel später für mich eine Verbindung gezogen habe – die sich aber eben als falsch erwies. Ganz zum Schluss blieben für mich noch zwei Figuren übrig, die ich im Visier hatte und was soll ich sagen? Ich tendierte zur falschen. Ja, ich denke, Todd Ritter hat erreicht, was er erreichen wollte. Ob es zum Bestseller reicht? Keine Ahnung – aber für mich war es Unterhaltung pur.

Lesern mit einem etwas empfindlichen Magen würde ich allerdings eher von dieser Lektüre abraten. Die detaillierte Beschreibung der Einbalsamierung von Leichen könnte nicht ganz so angenehm sein …



goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.


Todd Ritter - Das Schweigen der Toten

08.02.2011 Bewertung:  3 Stahlfixx vergibt 6 von 10 Punkten

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Über das Buch:
In Perry Hollow, einem verschlafenen kleinen Nest, mitten im ländlichen Nirgendwo Pennsylvanias wird eine grausam zugerichtete Leiche in einer Holzkiste gefunden. Der Tote ist ein älterer (unbescholtener) Farmer, George Winnick, aus Perry Hollow, der weder Feinde hatte, noch sonst irgendein Motiv für die Tat liefert. Kat Campbell die örtliche Polizeichefin, die bisher außer einigen Raufereien oder Trunkenheitsfahrten keine großen Verbrechen aufklären musste, holt sich Hilfe von der Bundespolizei, das ruft Nick Donelly zusammen mit seinem Team, auf den Plan.
Nachdem sich der örtliche \"Nachrufschreiber\" Henry Goll meldet, dass er kurz vor dem Tod des Farmers schon ein Fax über sein Ableben erhalten hat, wird klar, hier geht es um mehr als nur Rache an einem älteren Mann.


Meine Meinung:
\"Das Schweigen der Toten\" ist der Debüt-Thriller von Todd Ritter, dem ich leider, auch mit viel gutem Willen, kaum mehr als Mittelmaß bescheinigen kann. Für einen \"Erstling\" sicher kein schlechtes Buch, allerdings für mehr als einen Versuch, sich von der Masse der (Einheits-)Thriller abzuheben, reicht es nicht aus. Ich weiss nicht, ob ich gerade nicht einfach zu viele Bücher aus dieser Richtung gelesen habe, dass mich dieses bekannte Schema (Psycho-Täter, Ermittler mit kleinem bis mittelgroßem Spektrum an Problemen, einige (mitunter ungeschickt präsentierte) Verdächtige, bei denen von vornherein klar ist, dass sie noch nicht der richtige Psycho sein können, denn was wäre dann der Inhalt der restlichen zwei Drittel des Buches) einfach nicht mehr \"vom Hocker reißt\".
Normalerweise sind Thriller meine bevorzugte \"Einschlaflektüre\", ich erwarte damit auch keine großen Denkanstöße, nur sehr (sehr) bedingt (Lebens-) Weisheit, nicht unbedingt Stoff zum Nachdenken, nur etwas, das mich \"beunruhigt\" einschlafen lässt - einfach ein wenig \"Thrill\" oder Gruselstimmung, menschliche Abgründe und eine Geschichte, die mich (trotz oder gerade wegen meines recht geringen Anspruchs) nicht unterfordert und an 100 andere Bücher erinnert.

Todd Ritter hatte auch einige gute Ansätze, sich etwas von der Masse abzuheben, welche allerdings entweder etwas halbherzig waren oder irgendwie verkümmert sind. So beginnt es schon mit dem Opfer, keine schöne junge Frau, nein, ein älterer Mann, das hat ja prinzipiell schon einmal ein gewisses Potenzial.
Dem ersten Toten folgen natürlich noch weitere, zeitlich aber mit größerem Abstand, die Geschichte zieht sich quasi über mehr als ein halbes Jahr (was man fast überlesen hätte können).
Einige Klischees wurden auch gar nicht bemüht (schön), so gab es keine Reibereien zwischen den Behörden und keine Lovestory zwischen Kat und Nick (was ich mir allerdings durchaus noch vorstellen könnte, sollte dies nicht das einzige Buch mit den beiden bleiben).
Dann gab es noch Henry Goll, ein Charakter, der eigentlich auch noch ausbaufähiger gewesen wäre, Problembeladen, entstellt, einsam und durch die seltsamen Faxe in den Fall involviert, aber auch seine Geschichte verläuft recht seicht im Sand.
Aber damit hat es sich dann auch schon, mit dem Auslassen der (schon zig malig bemühten) Klischees - Kat (eine perfekt unperfekte Frau mit kleinen Fehlern, geschieden, alleinerziehend…) ist Mutter eines Sohnes mit Down-Syndrom (was mir so zwar noch nicht untergekommen ist, aber leider so herzig und relativ problemlos geschildert wird, als wäre er nur ein Kind mit einer gewissen Lernschwäche). Nicks (er ist übrigens gutaussehend) Schwester wurde wahrscheinlich Opfer eines Serientäters und er klärt (Serien-)Verbrechen sozusagen in ihrem Namen auf… (…kommt mir irgendwie \"unheimlich\" bekannt vor…).
Das ganze ist noch garniert mit einigen Bewohnern von Perry Hollow, dem örtlichen Kleinganoven, Leuten die entweder ihren (seltsamen) Hobbys nachgehen oder sich anderweitig ein wenig verdächtig machen, aber alle beschriebenen Menschen sind oder werden in irgendeiner Form in den Fall einbezogen, es gibt niemanden, der nicht involviert wird, da fehlt der Geschichte einfach ein \"Teil Geschichte\", der der Tiefe und Atmosphäre verleiht, der zu den Morden noch etwas erzählt - so war mir das leider einfach zu wenig, Ansätze dazu wären ja auch vorhanden gewesen.

Die Taten an sich sind relativ brutal, was sich schon im Prolog abzeichnet, denn da erlebt man die letzten Minuten von George Winnick mit und man (frau) möchte nicht unbedingt mit hm tauschen… Aber auch das ist nichts was ich nicht schon unzählige Male gelesen habe, brutal - \"schön und gut\", ein schockierender Einstieg - mag ich eigentlich, aber wenn der einzige Unterschied zu anderen Büchern in den Details der Grausamkeiten liegt, ist mir auch das zu wenig. Ansonsten finden sich noch Beschreibungen zum Einbalsamieren von Toten, was zwar auch nicht für schwache Nerven geeignet ist, allerdings weit hinter meinen Erwartungen zurückblieb (denn auf einer der ersten Seiten bekam der Leser Vorschusslorbeeren in Form von: «Ein äußerst überzeugendes, vor Blut nur so triefendes Debüt.»….. präsentiert.)
Die Geschichte wird genretypisch (einfach) aus der Sicht von Kat, Nick oder Henry Goll erzählt. Kurze Kapitel mit  einigen Überraschungen und kleinen Cliffhangern, die sich in der Regel im nächsten Kapitel auflösen. Vieles wird meiner Meinung nach (zu) kurz abgehandelt, Nebenhandlungen und Nebencharaktere (und damit auch der gesamte Inhalt) kommen etwas zu kurz (und wenn nicht zu kurz, dann einfach etwas lieblos und mit wenig Raffinesse).
Zeitlich ist der Thriller in drei Teile aufgeteilt, grob gesagt handelt es sich die jeweiligen Zeitabschnitte der Morde, die jeweils ähnlich strukturiert sind und sich kaum voneinander unterscheiden.
Die Umschlaggestaltung verspricht meiner Meinung nach mehr \"Thrill\" als das Buch letztendlich bietet, der Titel dagegen ist eigentlich recht passend, denn den Opfern wird (vor ihrem Tod) der Mund zugenäht…

Auch mit dem Ende lässt es sich bei mir nicht punkten, erwartungsgemäß ein großer Showdown mit einem Täter, der dem geübten Leser spätestens ab der Mitte des Buches, ins Visier gekommen ist und ein Motiv, das man nur als an den Haaren herbeigezogen bezeichnen kann.

Insgesamt kein schlechter, aber auch keinesfalls mehr als ein durchschnittlicher (teilweise recht brutaler) Debüt-Thriller, der dem Genrekenner leider kaum etwas neues oder außergewöhnliches bieten kann - keine neue Idee, im besten Fall einige spannende Lesestunden.


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.


In einer kleinen Stadt...

08.03.2011 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

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Perry Hollow ist eine typische amerikanische Kleinstadt. Kat Campbell ist der weibliche Sheriff in dem beschaulichen Örtchen. Besonders aufregend ist ihr Job nicht, denn von Gewaltverbrechen liest man hier nur in Zeitungen. Doch plötzlich geschieht das Unfassbare: Am Straßenrand wird eine Holzkiste gefunden. Beim Öffnen entdeckt Kat Campbell darin die sterblichen Überreste von George Winnick. Die Lippen der Leiche sind zugenäht und der Körper ausgeblutet. Kat erkennt schnell, dass dieser Fall eine Nummer zu groß für sie ist und fordert Verstärkung an. Lieutenant Nick Donnely trifft mit seinem Team vor Ort ein und übernimmt die Ermittlungen. Henry Goll erscheint aufgeregt bei der Polizei. Er bearbeitet bei der ansässigen Tageszeitung die Nachrufe und wurde per Fax über den Tod von George Winnick benachrichtigt. Eigentlich ist das ein ganz normaler Arbeitsvorgang für ihn, doch das Fax wurde bereits vor dem Tod von Winnick abgeschickt. Nick Donnely und Kat Campbell ermitteln fieberhaft in alle Richtungen. Da erreicht Henry Goll ein weitere Traueranzeige per Fax. Der angegebene Todeszeitpunkt ist in einer halben Stunde. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.....

 

Meine Meinung


Der Thriller startet mit einem spannenden Prolog. Hier erlebt man die letzten, grausamen Eindrücke eines Mannes. Man befindet sich somit, ohne jegliche Eingewöhnungsphase, sofort mitten im Geschehen. Der weitere Verlauf der Handlung ist in drei Hauptteile ( März, Juli und Oktober) gegliedert. Diese Abschnitte sind nochmals in einzelne Kapitel unterteilt.

 

Der Einstieg in den Thriller gelingt durch den fesselnden Prolog mühelos. Die aufgebaute Spannung kann recht lange gehalten werden. Doch leider gibt es im Mittelteil einige Längen, die den Lesefluss stören. Zum Ende hin nimmt die Handlung allerdings wieder deutlich an Fahrt auf, sodass man für die langatmigen Szenen entschädigt wird. Der Schreibstil des Autors ist flüssig und insgesamt gesehen angenehm lesbar. Man darf sich allerdings nicht an den sehr detaillierten Schilderungen der Einbalsamierung von Leichen stören. Denn hier beschreibt der Autor die Vorgehensweise ausführlich und erspart dem Leser dabei keine noch so unangenehme Einzelheit. Dafür ist das Blut, das laut Pressestimmen aus diesem Debüt trieft, eher spärlich gesät. Auf den finalen Showdown mag diese Redewendung zutreffen, doch insgesamt gesehen, haben andere Genrevertreter in dieser Hinsicht mehr zu bieten.

 

Es gelingt dem Autor hervorragend, die beschauliche Atmosphäre des Ortes zu beschreiben und diese an den Leser zu vermitteln. Dadurch wird das lähmende Entsetzen, das die Bewohner des kleinen Städtchens bereits beim ersten Mord befällt, nachvollziehbar. Die Charaktere dieser Erzählung sind facettenreich und wirken lebendig. Allerdings wirkt die Vielzahl der schweren Schicksale, die die Hauptakteure in ihrer Vergangenheit erlitten haben, sehr klischeehaft und unglaubwürdig. Etwas weniger wäre hier deutlich mehr gewesen. Auf der Suche nach dem Täter geraten mehrere Verdächtige ins Visier der Ermittlungen. Obwohl routinierte Thrillerleser den Killer erahnen können, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man nicht ganz sicher sein kann. Die Spannung bleibt also, trotz Vorahnungen, erhalten.

 

Mein Fazit


Trotz der aufgeführten Kritikpunkte habe ich mich beim Lesen gut unterhalten und schwanke deshalb etwas in meiner Bewertung.  Zu einer vier Sterne Bewertung kann ich mich, im direkten Vergleich mit anderen Genrevertretern, nicht durchringen. Denn dafür wurden, meiner Meinung nach, zu viele Klischees bedient. Dadurch wirkte die Handlung stellenweise unglaubwürdig und konstruiert. Deshalb vergebe ich \"nur\" drei Sterne.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Solider Thriller im Kleinstadtmilieu

31.03.2011 Bewertung:  3.5 Pharo72 vergibt 7 von 10 Punkten

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Im verschlafenen Perry Hollow hat Polizeichefin Kat Campell ein ruhiges Leben, denn außer ein paar Kleinstdelikten passiert nicht viel. Das ändert sich, als in einer sargähnlichen Kiste ein Einwohner des Städtchens bestialisch ermordet aufgefunden wird.

An ihm wurde eine Einbalsamierung nach altem Verfahren vorgenommen. Mysteriös wird der Fall, als sich herausstellt, das Henry Goll, ein verschlossener, mit Narben gezeichneter Einzelgänger, der Nachrufe auf verstorbene Personen verfasst, ein Fax mit dem Todeszeitpunkt erhält, noch bevor die Leiche gefunden wurde. Es kann also nur vom Mörder stammen. Die Landespolizei wird zur Unterstützung eingeschaltet und ein Verdächtiger ist bald gefunden und hinter Schloss und Riegel gebracht, wo er den Mord gesteht. Erst vier Monate später stellt sich raus, dass er aus Geltungssucht diesen Mord zu seinen eigentlich verübten dazugezählt hat und in Perry Hollow geht erneut ein Fax mit einer Todesankündigung ein.

Der erste Roman des Autors Todd Ritter, der bisher nur Theaterstücke und Kurzgeschichten zu Papier gebracht hat, beginnt mit einem in den Bann ziehenden Prolog, wo ein Mann sehr bildhaft zu Tode kommt. Dieser Einstieg baut eine Spannung auf, die sich fast durch den ganzen Roman zieht, um in einem spektakulären und sehr blutigen Finale zu enden. Einigen Lesern wird die genaue Beschreibung alter Einbalsamierungstechniken etwas zu detailliert sein, ich kann den Pressestimmen, die von einem vor Blut nur so triefendem Debüt sprechen, nicht Recht geben. Wirklich Blut fließt nur am Ende und ich habe schon weit Bluttriefenderes gelesen.

Die Kleinstadtatmosphäre von Perry Hollow kommt sehr glaubhaft rüber, ebenso wie der Charakter von Kat. Ihr als behindert beschriebener Sohn kommt, trotzdem ich mich mit der Krankheit nicht so gut auskenne, sehr normal rüber. Weitere Personen, mit Ausnahme von Henry Goll, bleiben relativ blass. Der aufmerksame Leser wird hinsichtlich der Identität des Mörder sehr schnell einen Verdacht haben, was ein wenig schade ist.

Insgesamt kann ich den Thriller, der sich durchweg flüssig liest, aber auch Kennern des Genres empfehlen, obwohl er jetzt nicht unbedingt der angekündigte Bestseller ist.


Pharo72 hat insgesamt 83 Rezensionen angelegt.


Hätte Potential gehabt...

13.04.2011 Bewertung:  1 CabotCove vergibt 2 von 10 Punkten

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Perry Hollow ist ein recht verschlafenes, kleines Nest, in dem Kriminalität so gut wie nie vorkommt.

Bis man die Leiche eines Mannes findet, der grausam ermordet wurde. Der Mörder nähte ihm die Lippen zu und ließ ihn ausbluten, wie der Leser gleich im Prolog erfährt.

Sheriff Kat Campbell übernimmt den Fall und sieht sich rasch mit einem Psychopathen konfrontiert, der die Morde vorab per Fax an die dortige Zeitung übermittelt: per Todesanzeige und exaktem Zeitpunkt des Mordes... Und es bleibt nicht bei einem Fax...

 

Todd Ritter´s Thriller fängt ganz gut an, man kommt als Leser gut ins Geschehen rein und ist auch nicht von zig Figuren überfordert, wie das oft bei Thrillern der Fall ist, damit der Leser dem Autor/Mörder nicht gleich auf die Schliche kommt. Eigentlich finde ich das gut, aber bei diesem Buch hätte ich mir dann doch mehr „Auswahl“ an Verdächtigen gewünscht, denn ich hatte rasch raus, wer hinter den Morden steckt, was mir das Buch leider dann „verdorben“ hat. Als Leser fragt man sich auch, warum die Ermittlerin einen wichtigen, recht offensichtlichen Hinweis auf den Täter einfach nicht sieht. Das wirkt schlicht unlogisch und der Autor tut sich und dem Leser damit keinen Gefallen.

Pluspunkt war die gut gezeichnete Figur von Kat Campbell, die als Mutter eines am Down-Syndrom erkrankten Kindes sehr sympathisch und authentisch wirkt, aber auch das konnte nicht von den unlogischen Stellen ablenken, auf die man immer wieder stößt.

Ritter beschreibt auch gewisse Teile der Geschichte recht schonungslos, was wirklich nur etwas für recht Hartgesottene ist. Andere werden Thriller wohl auch ohnehin nicht lesen, aber ich fand das dann etwas übertrieben teilweise. Es scheint, als hätte Ritter mit seinem Erstlingswerk vor allem schocken wollen in Teilen. Hätte er sich mehr auf die Logik der Geschichte konzentriert und ein wenig mehr auf spannende Wendungen, wäre das komplett unnötig gewesen und das Buch trotzdem ein guter Thriller.

 

Fazit

Stark angefangen, aber leider konnte Todd Ritter das Tempo nicht halten und enttäuscht mit einem schwachen Ende, das so schon so oft da gewesen ist. Man hätte weit mehr draus machen können..!

 

 

 


CabotCove hat insgesamt 39 Rezensionen angelegt.


Das Schweigen der Toten

20.12.2011 Bewertung:  3 Themistokeles vergibt 6 von 10 Punkten

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Inhalt: In der Kleinstadt Perry Hollow wird am Straßenrand eine Kiste aufgefunden, die große Ähnlichkeit mit einem Sarg aufweist. Als Sheriff Kat Campbell am Fundort eintrifft, muss sie schnell feststellen, dass die Ähnlichkeit nicht nur äußerlich ist, denn in der Kiste befindet sich ein Bürger ihrer Stadt, tot, blutleer und mit zugenähten Lippen sowie einer genähten Wunde am Hals.
Zudem erhält Henry Groll, der bei der Lokalzeitung für die Nachrufte verantwortlich ist und sich nie groß Freunde in der Stadt gesucht hat und lieber für sich allein gelebt hat, ein Fax auf dem die Todeszeit des Ermordeten angegeben ist. Nur wurde das Fax schon eine halbe Stunde vor der angegebenen Todeszeit verschickt.
Die Fahndung nach dem Mörder läuft ab diesem Punkt auf Hochtouren, denn die Angst vor einem weiteren Mord ist groß und einen solchen will Sheriff Kat Campbell um jeden Preis verhindern.

Meinung: Die Handlung dieses Thrillers weicht nicht wirklich von der anderer Thriller ab und auch die Mordmethoden, noch die Auswahl der Opfer oder das Motiv des Mörders sind etwas besonderes. Von daher handelt es sich auf keinen Fall um ein überragendes oder überraschendes Werk, da man weder besonders dazu verleitet wird Ekel oder Angst zu empfinden, wie Thriller es oft versuchen heraufzubeschwören, noch etwas vollkommen unerwartetes passiert. Jedoch erhält man einen grundsoliden Thriller.
Die Charaktere entsprechen stark dem Bild, das aktuelle in Thriller vorherrscht: Irgendeine traumatische bzw. schreckliche Erfahrung in der Vergangenheit liegt, sowohl auch bei den Polizisten und anderen wichtigen Charakteren vor und nicht ausschließlich beim Mörder. Insgesamt sind die Charaktere nicht vollkommen flach, jedoch auch nicht plastisch genug, um sie als real zu empfinden. Insbesondere, was die Gegenwart der Charaktere anbelangt trifft diese Tatsache zu, da die Vergangenheit meist recht ausgearbeitet ist.
Überrascht hat mich, dass ich jedoch ehrlich sehr lange vom falschen Täter ausgegangen bin und das bis sehr kurz vor der Auflösung, auch wenn ich von der Richtung her schon sehr gut lag.
Alles in allem also ein ordentlicher Thriller, auch wenn das Ende in meinen Augen nicht ganz stimmig und er nicht viel neues zu bieten hat.


Themistokeles hat insgesamt 66 Rezensionen angelegt.


 
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