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Krimi/Thriller: Vor dem Regen kommt der Tod: Thriller
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Titel:      Vor dem Regen kommt der Tod: Thriller
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      2116
Autor:      Lieneke Dijkzeul
ISBN-10(13):      3423248556
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2011-09-01
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      336
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Nicht so spannend wie erhofft...

17.09.2011 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

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Die rothaarige Polizistin Renée wird abends bei ihrer Heimkehr hinterrücks überfallen. Obwohl sie sich mit aller Kraft gegen ihren Angreifer wehrt, merkt sie bald, dass sie ihm unterlegen ist. Der Täter geht äußerst entschlossen vor und sticht brutal auf die junge Frau ein. Mit letzter Kraft gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit der Nachbarn zu erregen. Das Klingeln an Renées Haustür schlägt den Angreifer in die Flucht. Renée mobilisiert ihre letzten Kräfte und ruft ihren Kollegen Inspecteur Paul Vegter an. Als Vegter in der Wohnung von Renée eintrifft, bietet sich ihm ein grauenvoller Anblick. Renée ist blutüberströmt und dem Tod näher als dem Leben. Im Krankenhaus wird entdeckt, dass die Wunden auf ihrem Bauch die römische Ziffer I. ergeben und dass der Täter versucht hat, sie zu skalpieren. Vegter hat es schon bald mit dem nächsten rothaarigen Opfer zu tun. Eine junge Studentin wird tot aufgefunden. Ihr fehlt die rote Haarpracht und die brutalen Stichwunden ergeben die römische Ziffer II. Vegter ermittelt fieberhaft, denn er hegt den Verdacht, dass der brutale Killer schon bald wieder zuschlagen könnte....

 

Meine Meinung


Der Einstieg in Lieneke Dijkzeuls Thriller ist rasant. Bereits nach den ersten Sätzen kann man sich den spannenden Anfangsszenen kaum noch entziehen. Der brutale Überfall auf die rothaarige Polizistin Renée wird intensiv geschildert. Man hat sofort das Gefühl, dass es sich um einen Kampf auf Leben und Tod handelt. Man fühlt mit der sympathischen Polizistin und hofft, dass sie ihrem Angreifer entkommen kann. Leider kann die aufgebaute Spannung nicht durchgehend gehalten werden. Das mag auch daran liegen, dass die Identität des Killers sehr früh bekannt wird. Eigene Ermittlungen, hinsichtlich des Täters, braucht man also nicht anzustellen.

 

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Wobei man auch dem Killer über die Schulter schauen  und sich recht bald einen Eindruck von seiner Persönlichkeit machen kann. Er wirkt egoistisch und kaltherzig. Dennoch scheint er ein guter Schauspieler zu sein, der sein Umfeld lange Zeit täuschen kann. Die Protagonisten der Handlung wirken lebendig und keinesfalls hölzern. Man kann sich in sie hineinversetzen und dem Handlungsverlauf mühelos folgen. Obwohl die rasante Hochspannung der Anfangsszene schnell abflacht, bleibt das weitere Geschehen dennoch interessant. Das liegt sicher auch am Schreibstil der Autorin. Es gelingt ihr mühelos die Handlungsorte so zu beschreiben, dass man die entsprechenden Szenen beim Lesen vor Augen hat. Die wechselnden Perspektiven wecken zusätzlich das Interesse am weiteren Geschehen. Der Thriller lässt sich dadurch angenehm und flüssig lesen.

 

Die polizeilichen Ermittlungen fallen kürzer als erhofft aus. Denn hier gibt es nur leider kurze Einblicke. Im Zentrum der Handlung stehen die Galeristin Vivienne, die ihren Mann zunächst im Verdacht hat, eine Affäre zu haben, der Täter selbst, der Ermittler Paul Vegter und die Polizistin Renée. Die Perspektiven, die sich mit Vivienne und ihrem Verdacht befassen, sind interessant und aufschlußreich. Auch die Kapitel, in denen der Täter seine Sichtweise präsentiert, sind spannend und flüssig zu lesen. Die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Vegter und Renée wirkt dagegen gezwungen und nicht besonders fesselnd.

 

Insgesamt gesehen hat mir der Thriller recht gut gefallen, doch leider hatte ich mir, aufgrund des spannenden Einstiegs, deutlich mehr davon erhofft. Die aufgebaute Spannung lässt leider recht schnell nach und dann plätschert die Handlung, ohne große Höhen und Tiefen, vor sich hin. Das Ende konnte mich leider auch nicht überzeugen und deshalb vergebe ich \"nur\" drei von fünf Bewertungssternen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


Bei Regenwetter besser als nichts

06.01.2012 Bewertung:  3 kerry3 vergibt 6 von 10 Punkten

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Die junge Polizistin Renée Pettersen kommt eines Abends heim und stellt fest, dass das Licht im Laubengang vor dem Haus nicht funktioniert. Im selben Moment wird sie auch schon von einem unbekannten Mann überfallen, der sie mit einem Messer bedroht und in ihre Wohnung drängt. Dort wird Renée klar, dass es dem unbekannten nicht um Vergewaltigung oder Raub geht: er will sie töten. Ein erbitterter Kampf entbrennt und trotz ihrer Ausbildung kann Renée dem Angreifer nicht entgegen halten – sie verdankt ihr Leben der Tatsache, dass ein Nachbar aufgrund des Lärms an ihrer Tür klingelt und der Angreifer flüchtet. Mit letzter Kraft kann sie auf dem Handy ihren Kollegen, den Inspektor Paul Vegter alarmieren, bevor sie ohnmächtig wird. Vegter trifft schnellstmöglich ein, ruft den Notarzt und stellt mit Entsetzen fest, dass bei Renée der Versuch unternommen wurde, sie zu skalpieren, ein Teil ihrer Kopfhaut und der kupferroten Haare fehlen. Die Ermittlungen beginnen…

Die rothaarige Galeristin Vivienne ist erfolgreich, aber durch eine leichte Gehbehinderung nicht allzu selbstbewusst. Dass sie mit dem gutaussehenden John Verbruggen verheiratet ist, ist für sie ein kleines Wunder, das sie oft kaum fassen kann. Die Tatsache, dass John sie oft nicht gut behandelt, ein Aufschneider und Traumtänzer ist verdrängt sie erfolgreich – bis ihr der Verdacht kommt, er könnte sie betrügen…

Der Täter schlägt erneut zu und ermordet eine junge rothaarige Frau, die außer ihrer Haarfarbe nichts mit Renée gemeinsam hat. Vegter sieht dennoch einen Zusammenhang und der Mörder hat diesmal auch Spuren hinterlassen. Gleichzeitig zieht auch Vivienne Schlüsse aus den Ereignissen, die in der Zeitung zu lesen sind. Schlüsse, die ihr Angst machen, die sie aber veranlassen, die Augen zu öffnen und ihrem Mann nicht mehr ganz zu vertrauen. Sie hat nicht mehr Angst vor einem Betrug, sie hat Angst um ihr Leben…

 

===WAS IST EIN THRILLER?===

 

Nachdem ich in letzter Zeit einige Bücher gelesen habe, die diese Genrebezeichnung auf dem Cover trugen und die nicht so ganz in mein Bild von einem klassischen Thriller passten, kam mir diese Frage in den Sinn.

Als ich vor hundert Jahren eine Bibliothek leitete, war es noch ganz einfach: ein Thriller unterschied sich von Krimis darin, dass schonungsloser grausame Verbrechen geschildert wurden, dass er rasanter und voller Action war und dass es nicht nur darum ging, ein Verbrechen aufzuklären, sondern auch darum weitere zu verhindern. Kam ein Mann in meine Bibliothek und wollte etwas Spannendes zu lesen, empfahl ich John LeCarré, Tom Clancy, Michael Crichton oder John Grisham, für Frauen waren Robin Cook oder Mary Higgins Clark die erste Wahl und mit meinen Empfehlungen lag ich zu 99,9% richtig. Heute sind für mich Dan Brown, Sebastian Fitzek, Simon Beckett, Stig Larsson, Tess Gerritsen oder Karin Slaughter klassische Thrillerautoren, die ich Freunden des Genres vorbehaltslos empfehlen würde.

So einfach habe ich es aber bei anderen Autoren nicht. So las ich kürzlich zum Beispiel einen Roman von Nicci French, der als Thriller bezeichnet und richtig gut war, der für mich aber eher ein Psychodrama darstellte und den ich zum Beispiel niemals einem männlichen Thrillerliebhaber empfehlen würde. Einige andere Thriller, die ich zum Teil auch hier rezensiert habe, hatten zwar durchaus grausige Szenen vorzuweisen, waren aber insgesamt nicht sehr actionreich. So auch „Vor dem Regen kommt der Tod“.

Action gibt es vor allen am Anfang des Romans: über 9 Seiten hinweg wird um Leben und Tod gekämpft, Blut spritzt, Knochen knirschen, Messer dringen ein. Sehr detailliert, sehr farbig beschrieben. Danach wird es ruhiger, die Spannung zieht sich zwar durch das ganze Buch nahezu ununterbrochen durch, aber auf einem niedrigeren, kaum aktionsreichen und mehr unterschwellig bedrohlichem Level. Vom zweiten Mord liest man detailliert über die Vorbereitungen, der Mord selber wird nicht beschrieben.

Der Roman teilt sich im Prinzip in zwei Ebenen auf: die eine betrifft Vegter, Renée und die Ermittlungen, wobei die Ermittlungen irgendwie untergehen. Darüber erfährt man nicht viel, sie scheinen kaum eine Rolle zu spielen, wichtig ist der Autorin eher das Gefühlsleben des verwitweten Inspektors, dass und warum er sich ein Haus renoviert, wie sich die Beziehung zu Renée entwickelt, für die er mehr als nur Kollegialität empfinden. Nicht gänzlich langweilig, aber immer wieder hat man das Gefühl es reicht, wie geht´s jetzt mit dem Verbrecher weiter.

Die andere Ebene ist die der Vivienne und ihres Gatten John, von dem man schon schnell erfährt, dass er der Täter ist, der die Verbrechen deswegen begeht, weil er seine Frau ermorden und dies einem vermeintlichen Serientäter in die Schuhe schieben will. Sehr schnell, so dass man nur noch gespannt ist, wann Vivienne endlich begreift, mit wem sie da verheiratet ist und wie sie zu reagieren gedenkt. Psychologisch gesehen ist diese Ebene sehr gut aufgebaut, aber manchmal sitz man wirklich da, denkt sich „Mensch Mädel, mach doch mal die Augen auf und Nägel mit Köpfen“ und ist versucht, ein paar Seiten zu überspringen.

Letztendlich – und ich will den Schluss dabei nicht verraten, wem hier zu viel erzählt wird, der überspringe diesen kurzen Abschnitt  –  ist das Ende des Romans zwar logisch aufgebaut, dennoch aber nicht besonders realistisch und  Polizei und Inspektor spielen für die Auflösung des Falles überhaupt keine Rolle, weswegen ich mich frage, warum das ein Paul-Vegter-Roman sein muss und ob man die Ermittler nicht einfach komplett hätte weglassen können.

 

===VERSUCH EINER BEWERTUNG===

 

„Vor dem Tod kommt der Regen“ ist keine schlechte Unterhaltung, ich bin aber schwer am überlegen, wem ich diesen Roman empfehlen würde.

Das Wort „Thriller“ kommt ja von dem englischen Wort „thrill“, was soviel heißt wie „Nervenkitzel“. Nervenkitzel habe ich allerdings außer ganz am Anfang kaum empfunden.

Wer also bei einem Thriller nahezu durchgehend hohe Spannung erwartet, wer Action sucht, wer von A bis Z den Atem anhalten und kaum mehr in der Lage sein möchte, das Buch beiseite zu legen, der ist mit diesem Roman schlecht bedient.

Wer leisere Spannungsliteratur bevorzugt, könnte schon etwas mehr Gefallen daran finden. Insgesamt ist aber zu viel vorhersehbar, der Leser bekommt von Anfang an viel zu viele Informationen, so dass man nicht wirklich mitfiebern, mitraten und sich gruseln kann. Sogar das Ende kann man sich weit vorher ausrechnen: obwohl ich mir immer wieder dachte „so kann es doch nicht wirklich ausgehen, das einfach unrealistisch, da muss noch eine spannende Wende kommen“, ging es genau so aus, wie man schon viele Seiten vorher erahnt hat.

Sternenvergabe? Auweia, das ist nicht leicht. Für einen Thriller im klassischen Sinn und mit den Erwartungen, die Otto Normalleser an das Genre hat höchstens zwei Sterne. Für ein Psychodrama etwas mehr, aber auch nicht volle Punktzahl: vier Sterne. Macht im Mittel drei Sterne und das Fazit: lesbar, aber nicht mehr.


kerry3 hat insgesamt 30 Rezensionen angelegt.


Rothaarige in Gefahr!

06.03.2012 Bewertung:  4 allegra vergibt 8 von 10 Punkten

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Inhalt: (Verlagsinfo)

 

Ein schauriges Ende eines schwülheißen Sommertages: Die junge Polizistin Renée wird an ihrer Wohnungstür überfallen und brutal niedergestochen. Sie überlebt mit knapper Not. Ein paar Tage später findet man eine Studentin in einem Keller, ermordet. Die Frauen scheinen wenig gemeinsam zu haben - bis auf ihre roten Haare. Inspector Paul Vegter stürzt sich in diesen Fall, denn er hegt für Renée mehr als nur kollegiale Gefühle. Bald ahnt er, dass der Mörder erneut zuschlagen wird. Auch Galeristin Vivienne ist rothaarig. Als sie ihren Mann immer wieder beim Lügen ertappt, wird sie von quälendem Misstrauen erfasst: Ist er der Killer? Ist sie sein nächstes Opfer?

 

 

Eigene Gedanken:

Mit „Vor dem Regen kommt der Tod“ ist Lieneke Dijkzeul ein sehr guter Start auf dem Krimi/Thriller Buchmarkt gelungen. Ich fühlte mich gleich ab der ersten Seite von der, aus verschiedenen Perspektiven erzählten Geschichte angezogen.

 

Der Roman setzt mit einer eindrücklich beschriebenen Kampfszene ein zwischen der Polizistin Renée Petterson und dem Täter. Danach flacht die unmittelbare Spannung etwas ab und verlagert sich subtil auf eine psychologische Ebene zwischen der Galeristin Vivienne und ihrem Ehemann John, der zusammen mit seinem Partner seine eigene Werbeagentur führt.

 

Vivienne und Renée entwickeln sich in gewisser Weise in entgegen gesetzter Richtung. Renée, die selbstbewusste, Nahkampf erprobte Polizistin wird durch den Überfall verletzlich und vorübergehend von ihrem Kollegen Paul Vegter abhängig, während Vivienne an Selbstvertrauen und Kraft gewinnt und sich von der weinerlichen Kindfrau, wie sie ihr Mann John einmal beschreibt, zur überlegenen Gegnerin entwickelt.

 

Es handelt sich bei diesem Buch um keinen typischen „whodunit“-Krimi. Der Leser kennt die Identität des Täters sehr früh und es wird auch sehr bald klar, wer das finale Opfer sein wird. Für mich ist das Buch gar nicht eindeutig in ein Genre einzuordnen. Für einen Thriller fehlt mir die durchgehend hohe Spannung, für einen Krimi habe ich nicht genügend Unsicherheiten zum Mitraten. Ich würde es eher als ein Psychodrama sehen, das für mich sehr angenehm zu lesen war.

 

Die Handlung verläuft sehr geradlinig, es gibt keine unnötigen Nebenschauplätze. Die wenigen Personen sind sehr genau beschrieben und glaubhaft charakterisiert. Mir hat auch sehr gut gefallen, wie die Autorin mit dem Wetter spielt. Der Ablauf des Dramas reflektiert sich im schwülwarmen Sommerwetter, das sich am Ende in einem Gewitterregen entlädt.

 

Ein spannender, leiser Psychothriller, mehr mit Betonung auf Psycho, als auf Thriller.

 

 


allegra hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.


 
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