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Krimi/Thriller: Totenzimmer
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Titel:      Totenzimmer
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10027
Autor:      Susanne Staun
ISBN-10(13):      9783608502138
Verlag:      Tropen Bei Klett-Cotta
Publikationsdatum:      2012-08-24
Edition:      1., Aufl.
Number of pages:      333
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Rezensionen
Eine etwas andere Rechtsmedizinerin

12.08.2012 Bewertung:  3 EmilyE vergibt 6 von 10 Punkten

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Inhalt (Klappentext)

Die Rechtsmedizinerin Maria Krause steht vor einem Rätsel: Vor ihr liegt die geschändete Leiche einer jungen Frau, und die einzige Spur, die der Täter hinterlassen hat, ist ein Abdruck rot gefärbten Schweißes. Eine Spurensuche beginnt, die einige Abgründe aufreißt... Maria Krause braucht nicht lange, um herauszufinden, dass die merkwürdige Rotfärbung am Hals der Leiche von der Einnahme eines Lepra-Medikaments herrührt. Doch in Dänemark gab es seit 1911 keinen Fall von Lepra mehr. Wer also verschreibt ein solches Medikament? Und wer nimmt es ein? Auf der Suche nach dem mysteriösen Mörder gerät Maria Krause an ihre Grenzen. Denn sie trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum: Vor Jahren hat sie ein Kind abgetrieben, und das belastet sie schwer. Bei der Obduktion der Leiche meint sie nun zu erkennen, dass es sich um ihre Tochter handelt. Seltsam nur, da sie keine Kinder hat. Bald kann ihr selbst ihre beste Freundin nicht mehr dabei helfen, zwischen Realität und Wahnsinn zu unterscheiden.

Der Roman bildet den Auftakt einer neuen Krimiserie um die psychisch labile Rechtsmedizinerin Maria Krause. Susanne Staun, eine neue Bestsellerautorin aus Dänemark, bietet dem Leser psychologische Hochspannung - an der Grenze zwischen Realität und Wahnsinn.

Meine Meinung:

In „Totenzimmer“ geht die etwas andere Rechtsmedizinerin Dr. Maria Krause auf Verbrecherjagd. Sie arbeitet im rechtsmedzinischen Institut von Odense, zusammen mit ihrer besten Freundin Nkem. Seit einer Abtreibung vor 18 Jahren sind bei ihr „ein paar Schrauben locker“, was sie selbst im Buch auch immer wieder zugibt. Auch ihre sexuellen Gewohnheiten/Bedürfnisse haben sich damals verändert und nehmen einen recht großen Teil des Buches ein. Im eigentlichen Kriminalfall geht es um mehrere grausam getötete junge Mädchen, an deren Körper übereinstimmende rote Flecken gefunden werden. Parallel zu den Polizeiermittlungen stellt Maria zusammen mit Nkem ihre eigenen Untersuchungen an.

Zwischen den eigentlichen Kapiteln, in denen der Fall und das persönliche Leben von Maria Krause aus der Ich-Perspektive geschildert werden, gibt es immer wieder kurze Tagebuchkapitel, die sich auch durch eine andere Schriftart vom anderen Text abheben. Das Tagebuch wird von einem Mann verfasst und schildert Tierquälerei und Morde, die er begangen hat – und das bereits als Jugendlicher!! Insbesondere diese Kapitel sind nichts für schwache Nerven, da der Schreiber einem wirklich als sehr unmenschlich erscheint. Ich musste ein paar Mal tief Luft holen beim Lesen.

Die Idee einer psychisch labilen Protagonistin fand ich an sich recht interessant, doch trotz der Erzählung aus der Ich-Perspektive bin ich leider nicht richtig mit Maria warm geworden. Leider hat mich auch der Kriminalfall hat nicht wirklich gepackt. Mit dem im Klappentext erwähnten Lepra-Medikament wird bereits eine der Hauptentdeckung des Buches vorweggenommen und auch die Auflösung des Falles kommt mit etwas kurz und abrupt vor. Plötzlich ergibt jeder Hinweis einen Sinn und zack, ist der Fall gelöst. Ich denke, ein paar mehr Seiten hätten der Krimihandlung nicht geschadet.

Fazit

Neben der reinen Kriminalgeschichte nimmt in diesem Buch vor allem das persönliche Leben der labilen Protagonistin einen Hauptteil ein, so dass der eigentliche Kriminalfall leider etwas zu kurz kommt. In der Hoffnung, dass dies sich im nächsten Teil vielleicht bessert, werde ich Frau Dr. Krause im nächsten Roman noch eine Chance geben, kann dieses Buch aber nur mit 3 Sternen bewerten.


EmilyE hat insgesamt 15 Rezensionen angelegt.


Völlig abgedreht, aber gut!

26.08.2012 Bewertung:  5 NiliBine70 vergibt 10 von 10 Punkten

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Inhalt:

In Odense geht ein Mörder um. Ein grausamer Mörder, der junge Mädchen tötet, bestialisch verstümmelt und dann ausgeblutet wie auf dem Präsentierteller ablegt. Zu eben so einem Fund wird Maria gerufen. Maria ist Rechtsmedizinerin und sollte eigentlich gelassener an diesen Job herangehen. Doch sie hat ein Geheimnis, von dem niemand wissen soll. Doch ist das wirklich der Fall? Oder gibt es jemanden, der sie ganz persönlich damit in den Wahnsinn treiben will, indem die Mädchen so aussehen wie…

Also ob das nicht ausreicht, ist auf den toten Mädchen keine einzige Spur zum Täter zu finden. Es gibt nur äußerst merkwürdige rote Spuren, die in der Konsequenz auf einen Täter hindeuten, der ein Medikament gegen Lepra einnimmt, welches den Schweiß rot färbt. Maria hat immer mehr das Gefühl, dass die ganze Welt verrückt spielt, gab es nach ihren Erkenntnissen seit 1911 doch keine Leprakranken mehr in Dänemark.

Maria hat mehr als ein Problem und diese Probleme und auch sich selbst im Allgemeinen versucht sie zu betäuben, indem sie ein merkwürdiges Mittel gefunden hat, ihre Sexualität auszuleben. Sie lässt sich arrangiert vergewaltigen, es ist alles eine große Show. Doch eines Tages wird aus so einem kleinen Ausflug in die merkwürdige Sado-Maso-Welt bitterer Ernst und Maria wird schwer verletzt. Sie glaubt, dass auch das gewollt war, dass ihr jemand ans Leder wollte.

Und dann ist da noch die Tatsache, dass ihr Chef, ein echter Widerling, sich an sie rangeschmissen hat, sie im Büro sexuell angegangen hat und das Schlimmste an dieser Tatsache ist: Es hat ihr so gut gefallen. Noch ein Punkt, der sie an ihrer eigenen geistigen Gesundheit sehr zweifeln lässt.

Auch ihre Freundin kann sie nicht aus dem ganzen Wahnsinn, der sich immer mehr zu entfalten scheint, retten. Denn Maria hört nicht mal ansatzweise auf ihre Freundin und spielt bewusst immer und immer wieder mit dem Feuer, um der Wahrheit nahe zu kommen.

Meine Meinung:

Völlig abgedreht, aber gut!

Ich wusste es schon beim Lesen der Leseprobe, Maria und ich, wir verstehen uns! Dieses Buch hat alles für mich bereit gehalten. Ich habe gelacht, über Marias Ausdrucksweise, manchmal war ich aus dem gleichen Grund auch schockiert, weil ich an dieser Stelle oder in dem Buch jetzt nicht damit gerechnet hatte. Und dann war ich neugierig, was alles ans Tageslicht kommt und ob sich Marias Ängste bewahrheiten.

Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass so mancher sich denkt, nein, das ist nichts für mich, die derbe Sprache, das doch manchmal sehr sexualisierte Verhalten, die Gedanken in einer Tour an Sex in allen Lebenslagen, das kann auch verstören. Ich finde, darauf sollte man potentielle Leser hinweisen. Sofern also jemand sich dem Buch zuwenden mag, bitte seid Euch im Klaren, dass es hier ziemlich hart zur Sache geht, kein Blatt vor den Mund genommen wird. Wer damit klar kommt oder so was auch mal ganz gern liest, der findet eine echt coole (Anti-)Heldin in Maria vor, die genug Potential für noch mehr Fälle hat, da bin ich sicher. Ich für meinen Teil möchte sie gern noch mehr ermitteln sehen und vielleicht ihre ganz persönlichen Probleme aufarbeiten, vielleicht auch das private Liebesglück finden, um dem Wahnsinn, dem sie sich da selbst permanent aussetzt und wo sie ziemlich heftig mit dem Feuer spielt, zu entgehen und das alles zu beenden.

Mir hat die völlig abgedrehte Maria auf jeden Fall supergut gefallen, ich hab sie ins Herz geschlossen, genauso, wie ihre Freundin, Nkem, die Chemikerin, die ihr auch ansonsten helfend zur Seite steht und auch schon mal versucht, Maria auf den Boden der Tatsachen zu holen!

Der Titel „Totenzimmer“ erweist sich als ziemlich zweideutig, denn es geht nicht ausschließlich um einen Raum, in dem ein toter Mensch liegt, also gern in der Rechtsmedizin, sondern auch um etwas ganz anderes. Maria wird es dem Leser selbst erzählen, wenn er sich auf sie und ihre Geschichte einlässt!

Fazit:

„Totenzimmer“ ist ein Thriller, blutig an manchen Stellen, brutal alle mal und das nicht nur in dem, was beschrieben wird, sondern auch wie es beschrieben wird. Die Sprache ist nichts für zarte Gemüter und auch nicht für Leute, die mit sexualisierter Sprache es nicht so haben. Aber wer auf hartes „Zeug“ steht –so wie ich- der ist hier bestens bedient und wird seinen Spaß haben!


NiliBine70 hat insgesamt 188 Rezensionen angelegt.


Oyinbo

03.09.2012 Bewertung:  4 coffee2go vergibt 8 von 10 Punkten

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Kurze Inhaltszusammenfassung:

Dr. Maria Krause ist keine gewöhnliche Rechtsmedizinerin, sie lebt ein sehr extravagantes und gefährliches Leben und kombiniert Alkohol mit Schlaftabletten, obwohl sie Bereitschaftsdienst hat, trotzdem ist sie gut in ihrem Job. Eine Mordserie mit sehr jungen Mädchen, die brutal ermordet und zerstochen wurden, belastet Dr. Krause sehr, da sie in der Leiche eines Mädchens ihre vermeintliche Tochter Emilie, die sie vor langer Zeit nach einer Vergewaltigung abgetrieben hat, zu sehen glaubt. Durch ihre emotionale und persönliche Involviertheit gerät sie beruflich in Schwierigkeiten und bringt sich durch das Ausleben ihrer sexuellen Vorlieben in Lebensgefahr, bis nur noch ihre Freundin Nkem zu ihr hält.

 

Meine Meinung zum Buch:

Das Buch dreht sich hauptsächlich um die Hauptakteurin Dr. Maria Krause und ihr extravagantes, gefährliches Leben, die Ermittlungen um die ermordeten jungen Mädchen treten dadurch ein wenig in den Hintergrund. Dr. Krause ist beruflich eine ausgezeichnete Rechtsmedizinerin und in ihrem Privatleben durchlebt sie sehr gefährliche sexuelle Phantasien, indem sie sich nachts in Parks mit ihr unbekannten Vergewaltigern verabredet. Außerdem ist sie abhängig von Schlaftabletten, dem Alkohol nicht abgeneigt und hat eine „Phantasietochter“ namens Emilie, das sie vor achtzehn Jahren nach einer Vergewaltigung schwanger wurde und danach dieses Kind abgetrieben hat. Es ist teilweise sehr schwierig auseinanderzuhalten, was sich wirklich abspielt und wann die Phantasie mit Dr. Krause durchgeht. Aufgrund ihres verschlossenen und missmutigen Charakters ist sie auch bei ihren Kollegen nicht besonders beliebt und es war auch für mich als Leser des Buches schwierig Sympathie für Maria Krause aufzubringen. Ihre einzige und beste Freundin Nkem hält immer zu ihr, egal was geschieht, obwohl sie sie als „oyinbo“ bezeichnet, was in etwa bedeutet, dass sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und da kann ich Nkem nur zustimmen!

 

Titel und Cover:

Der Titel „Totenzimmer“ passt meiner Meinung nach nicht optimal zum Buch, hier hätte ich mir mehr Bezug zum Inhalt gewünscht. Der Begriff wird lediglich im letzten Drittel des Buches kurz erwähnt. Das Cover hingegen finde ich optisch sehr ansprechend gestaltet und es ist durch die Schnitte im Papier, durch die das glänzende Rot hindurchschimmert sehr treffend zu den Themen Rechtsmedizin, Skalpell, Blut, etc. ausgewählt worden.

 

Mein Fazit:

Ein etwas anderer Thriller, der zum Ende hin nicht immer ganz glaubwürdig, aber trotzdem spannend zu lesen ist mit einer Rechtsmedizinerin, deren Privatleben so außergewöhnlich und abstoßend ist, sodass es gleichzeitig auch wieder faszinierend und fesselnd ist.


coffee2go hat insgesamt 62 Rezensionen angelegt.


 
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