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Krimi/Thriller: Das Schiff
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Titel:      Das Schiff
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      170
Autor:      Stefán Máni
ISBN-10(13):      3550087403
Verlag:      Ullstein Hardcover
Publikationsdatum:      2009-01-01
Edition:      Hardcover
Number of pages:      416
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

UserpicTeuflischer Tanz mit dem Tod

Saeli, Runàr, Jòn Karl, Àsi, IsàkÒli, Gummi und Jònas bilden die Crew des Frachtschiffes Per se. Doch über jedem Mitglied der Crew schwebt ein dunkler Schatten. Kurz vor der Abfahrt wird auch noch bekannt, das die Reederei die Veträge kündigen will, was die Besatzung sehr ärgerlich und ängstlich stimmt. Das Schiff gerät in einen Sturm, der Hass, die Angst und das misstrauen kochen in den einzelnen Männern und treiben einige von ihnen in den Wahnsinn. Funk, Radar... keiner kann sich mehr sicher fühlen. Doch nicht nur Männer sind gefährlich, auch das Meer bietet einige Gefahren und so beginnt bald ein Tanz mit dem Tod...

Ein hoch verschuldeter Familienvater, ein skrupelloser Geldeintreiber, ein Mann der seine Frau erschlagen hat, ein von Schuldgefühlen geplagter Kapitän, ein von Satan faszinierter Seemann, ein Mann im Kampf gegen den Alkohol und weitere Crewmitglieder voller dunkler Gefühle - das sind die Protagonisten von Stefàn Màni's Romans "Das Schiff". Ihre Namen sind genauso gewöhnungsbedürftig wie ihr Charakter, sie alle sind knofus & verwirrt, alle haben Dreck am Stecken und manche von ihnen dazu noch ein paar Schrauben locker. Das alles wirkt arg konstruiert und wenig glaubwürdig, ein Zusammentreffen so vieler dunkler Persönlichkeiten ist doch eher unwahrscheinlich.
Überzeugend dagegen sind die Parallelen die der Autor zwischen den Protagonisten und ihrer Umwelt schafft. Während die Männer gegen ihre Probleme kämpfen, kämpft die Per se gegen die äußeren Bedingungen. Si entsteht trotz inhaltlicher Schwächen ein annehmbares Konzept.
Unterstützend wirkt hier auch die Covergestaltung, die diese Umstände übermitteln kann.

Die Handlung umfasst 412 Seiten und einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten. Der Roman beginnt mit mehreren Handlungssträngen die erst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, aber dann schnell zusammenfließen. Die Handlung im Roman wird meist parallell verlaufend geschildert, d.h. ein Zeitraum wird aus Sicht verschiedener Protagonisten geschildert. Teils läuft die Handlung aber auch chronologisch ab. Leider sind auch zum Teil sehr große Zeitsprünge enthalten. Dies alles macht es an manchen Stellen etwas anstrengend das Buch zu lesen.
Fast die komplette Handlung spielt sich auf dem Schiff, dadurch enthält der Mittelteil viele, recht langatmige Passagen. Doch ein paar unerwartete Vorkommnisse sorgen für Lichtblicke und erzeugen Spannung.

Die Sprache ist düster & teils nüchtern, bedrohlich & beunruhigend, offen & ungeschönt. Sie ist der Stimmung an Bord, aber auch dem wilden Treiben des Meeres angepasst. Der Autor spricht auch das Gehör des Lesers an, in dem er Geräusche wie "Bumm Bumm" oder "Klick Klick" umgangssprachlich übermittelt. Diese Geräusche haben auch erheblichen Einfluss auf die Handlungsweisen der Protagonisten.

Alles in allem ein lesenswertes Buch, in dem Handlung, Psyche und Witterung perfekt aufeinander abgestimmt sind. Ein Buch voller Höhen und Tiefen, wie auch die Wellen des Meeres, die das Schiff umspülen.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3 Anonym vergibt 6 von 10 Punkten

UserpicDer Inhalt ist schnell erzählt: Neun (See-) Männer auf einem Frachtschiff, auf dem Weg von Island nach Surinam und ein Haufen Geheimnisse.

Dies ist das erste vom Autor ins Deutsche übersetzte Buch, in seiner isländischen Heimat hat er bereits sieben Bücher veröffentlich. Für das Buch "Das Schiff" hat er einen isländischen Krimipreis gewonnen, wobei es sich m.E. eigentlich gar nicht um einen Krimi handelt. Eigentlich passt die Geschichte in kein Genre so richtig.

Meinen Geschmack hat das Buch nicht getroffen. Wenn es ein Krimi ist, dann erwarte ich Spannung und Auflösung, und wenn es kein Krimi ist, dann gefiel es mir trotzdem nicht, weil es eben an Spannung und Auflösung fehlte und dann doch so einen Hang zum Übernatürlichen hatte.

Die nicht vorhandene Auflösung ist für mich *der* Schwachpunkt, der sich durch die ganze Geschichte zieht. Es wird nicht nur am Schluss nichts aufgelöst, es wird auch mittendrin vieles einfach unaufgelöst stehengelassen… sei es der Piratenüberfall, der praktisch einfach so auf einmal im Raum steht, sei es aber auch die Beziehungen und damit einhergehenden Konflikte der Besatzungsmitglieder untereinander. Was mit den an Land verbliebenen Personen geschieht… auch davon erfährt man nichts mehr.

Die Geschichte fängt recht viel versprechend an, wir lernen die Hauptfiguren und verschiedene kleine Teilhappen der beginnenden Geschichte aus verschiedenen Perspektiven kennen und wir ahnen, dass alles und alle irgendwie zusammenhängen. Naive Leser wie ich haben das Vertrauen in den Autor, dass er am Ende alles schön auflöst. Es fehlt ein bisschen der Sympathieträger in der Geschichte, aber entweder das kommt noch oder es geht auch ohne.

Auch wenn die Perspektivwechsel grundsätzlich gelungen fand, waren sie mir doch oft zuuu wiederholend. Da wurden zu viele Fakten einfach wiederholt, ohne dass der Leser aus der neuen Perspektive etwas Neues erfahren hätte.

Nach den ersten Kapiteln, als sich unsere Gefährten endlich auf dem Boot befinden, schleppt sich die Handlung so dahin. Es gibt ein bisschen Sabotage, viel Sturm, es gibt eine Menge durchgeknallter Typen (so dass man sich über die Zusammenballung an Durchgeknalltheit schon wundert), es gibt keinen Sympathieträger und es gibt eine Menge sinnloses Geschwafel. Dann gibt es noch einen Piratenangriff, der durch die momentane Tagesaktualität noch das Beste an der Handlung ist, und am Ende gibt es den abstrusen Versuch der Selbst-Rettung und dann… Nichts.

Fazit: Sowohl Autor als auch Geschichte haben Potential, aber mehr als ein durchschnittliches "ganz ok" mag ich hier nicht vergeben und dies nur für Teile der Geschichte und für das Einfangen der klaustrophobischen Stimmung im Sturm auf See.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  2.5 Anonym vergibt 5 von 10 Punkten

UserpicEin verfluchtes Schiff, das ursprünglich den Namen Noon trug und auf welchen zwei Morde und drei Selbstmorde geschahen, eine dunkle Prophezeiung über „fünf tote Männer, davon vier auf einem Schiff“ und neun Männer an Bord eines Frachters.

Diese Fahrt soll die letzte für Kapitän Gudmundur Berndsen werden. Nachdem er sich von seiner Frau immer mehr entfremdet hat, will er danach mit ihr ein neues Leben beginnen. Arsael Egilsson (genannt Saeli) freut sich auf die Geburt seines zweiten Kindes, muss um seine Wettschulden zu begleichen Kokain nach Island schmuggeln. Jonas hat seine Frau Maria kurz vor Abfahrt erschlagen und verrennt sich in religiöse Wahnvorstellungen von Busse und Vergebung. Isak Sigurdsson, erster Steuermann, Alkoholiker auf Psychopharmaka und Rassist, der eine Meuterei anzetteln will um anstehende Kündigungen zu verhindern. Jon Karl, genannt Satan, König der isländischen Unterwelt und auf der Flucht von einem Geschäftspartner. Oli Johnsson, genannt der Heizer, Cthulhu Gläubiger und abgedrehter Philosoph mit Herz OP. Runar Hallgrimsson, Asmundur Sigjonsson (der Koch) und Johann der Riese (Maschinist). Das ist die Crew der per se. Als die Kommunikation mit Außenwelt durch Sabotage abgeschnitten wird und kurz darauf der Schiffsmotor ebenfalls durch Sabotage unwiederbringlich zerstört wird traut keiner dem anderen mehr über den Weg.

Was sagt es über eine Crew aus, wenn der einzige, der die Nerven behält und alle zusammenhält ein gesuchter Schwerverbrecher ist?

Insgesamt ein interessanter Plot, jedoch ist die Umsetzung zwar stimmungsvoll aber langatmig. Viele Passagen wiederholen sich wie ein Refrain oder ein Mantra immer wieder. Die Selbstgespräche der Protagonisten, ihre Seelische Selbstzerfleischung führen Streckenweise zu Langeweile. Viele Szenen werden mehrfach hintereinander aus den Blickwinkeln verschiedener Personen erzählt, jedoch teils zu unterschiedlichen Zeitpunkten, was schlichtweg verwirrt. Und der Schluss versandet in Esoterik und Mystik, als wenn der Autor selbst sich unschlüssig gewesen wäre, wie er den Plot auflösen soll.

Zu viele nautische Begriffe machten mir die Orientierung an Bord unmöglich und so ein Theater wegen 5000000 Isländischen Kronen (=31.000 EUR) zu veranstalten ist mir auch unverständlich.

Stimmungsvoll aber nicht sonderlich unterhaltsam oder fesselnd.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicIch bin absolut begeistert von diesem Buch.
Obwohl praktisch die komplette Handlung auf dem Frachtschiff Per se stattfindet, hat mich "Das Schiff" durch seinen Abwechslungsreichtum und die Komplexität des Handlungsstrangs gefesselt. Zu Beginn fällt es noch schwer, die vielen unterschiedlichen Protagonisten und ihre Episoden miteinander zu verbinden, doch mit fortschreitender Handlung werden auch die Verbindungen der Bruchstücke immer klarer.
Besonders die bildhafte Sprache von Stefan Mani, die jeden Charakter mit präzisen Beschreibungen wiedergibt, ist mir positiv aufgefallen. Vom gehetzten Familienvater, bis zum Alkoholiker oder einem offensichtlichem Verbrecher sind allen Personen eindrucksvolle Passagen gewidmet, die den eigentlich wichtigen Aspekt des Buchs - die Abgründe der menschlichen Psyche – offenbaren.
Schon das Datum zum Beginn der Romanhandlung wird nicht zufällig gewählt sein. Der 11.September 2001 hat für Veränderungen in der Welt gesorgt und so ist es auch die heile Welt der Schiffsbesatzung, die an diesem unheilvollen Datum zu bröckeln beginnt. Abgeschnitten von der Außenwelt haben die Ereignisse in New York für die Crew der Per se keine Bedeutung, doch es sind nicht nur Anschläge auf Nationen oder Gebäude die zu fürchten sind. In "Das Schiff" ist es der Anschlag auf die Gemeinschaft, der Egoismus des Einzelnen, die mangelnde Kommunikation und das fehlende Vertrauen, die den Untergang herbei führen.
Für europäische Zungen sind die isländischen Namen sicherlich eine Herausforderung, aber das sollte nicht von dieser neuen Erfahrung abhalten einen Roman eines isländischen Autors zu lesen. Das Einzige was mich bei diesem Buch noch zufriedener hätte machen können, wären ein paar kleine Seekarten gewesen, um die Schiffspositionen in Längen- und Breitengraden besser nachverfolgen zu können. Bei diesem Buch sind jedoch die Aufmachung, das Cover und der Titel in sich stimmig und tragen positiv zur Gesamteindruck bei.
Letztendlich stellt sich mir nun die Frage, ob das Böse in jedem von uns steckt oder tatsächlich Satan unter uns wandelt.

Fazit:
Spannung pur und ein sprachlicher Hochgenuss!


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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3.5 Anonym vergibt 7 von 10 Punkten

UserpicDas Frachtschiff Per se macht sich mit seiner knappen Besatzung auf den Weg nach Südamerika. Zu seiner Besatzung hat sich ein fremder Passagier eingeschlichen. Jòn Karl, der in der Unterwelt besser bekannt ist als Satan. Gefürchtet und skrupellos. Jeder der Männer auf dem Schiff hat seine eigenen Probleme und Geheimnisse. Wirklich zufrieden ist niemand und alle zusammen sind von der Angst gequält, dass dies ihre letzte Fahrt ist, da die Reederei viele Leute entlassen will. Das sorgt für weitere Spannung unter der Crew und es kommt fast zu einer Meuterei. Was bis dahin noch keiner weiß ist, dass dies tatsächlich die letzte Fahrt der Seeleute sein wird. Allerdings aus anderen Gründen als befürchtet ...

In diesem Buch wimmelt es nur so vor schlechter Stimmung, Geheimnissen und Wahnsinn. So viele Leute auf einem Schiff, die alle ihr eigenes Ziel verfolgen, teils krank sind, teils wahsinnig und von Psychopharmaka abhängig. Es kommt wie es kommen muss. Zunächst läuft nur ein wenig schief, aber die Ereignisse lassen sich nicht mehr stoppen, der eine mißtraut dem anderen, am Ende vertraut niemand mehr irgendwem, einige wahnsinnig geworden, vertrauen nicht einmal mehr ihrem eigenen Urteil.
Durch mehr oder weniger mysteriöse Ereignisse und einem Zusammentreffen mit Piraten, kommt das Schiff schließlich komplett von seinem Kurs ab und landet im ewigen Eis.

Sprachlich gesehen ist das Buch ein absoluter Hochgenuss. Es macht einfach Spaß zu lesen, sich mitreißen zu lassen und mit den Wellen zu schaukeln. Auch stimmungsmäßig ist das Buch total überschwappend und ansteckend und sehr, sehr düster und brutal, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist.
Spannung ist auf jeden Fall vorhanden, denn man will dringend wissen, was es mit den ganzen Geschehnissen nun auf sich hat und wie die Geschichten der einzelnen Seeleute zu Ende gehen, ob sie überhaupt überleben.
Durch den oftmaligen Perspektivenwechsel ist ebenso eine Menge Abwechslung geboten.

Und da bin ich auch schon bei den Sachen, die mir nicht gefallen haben: Das Ende.
Ich habe nichts gegen Übernatürliches in Büchern, egal ob mehr davon oder doch weniger. Aber es soll schon irgendwie in sich schlüssig und nachvollziehbar sein. Das hat mir bei diesem Buch in jedem Fall gefehlt.
Ich finde es zwar gut zum Schluß noch selbst ein wenig Spielraum für Gedanken zu haben, aber eine gewisse Richtung hätte ich dann schon gehabt, die ich hätte einschlagen können.
Außerdem gefiel es mir auch nicht, dass einige Handlungsstränge vom Anfang nicht mehr aufgegriffen und einfach vergessen wurden.

Insgesamt allerdings ein ziemlich gutes Buch, wenn man mal vom Ende absieht.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Blindfisch /// Tista vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicDas Böse ist immer und überall.........
.........und geballt auf dem Motorschiff "Per se" versammelt, das auf dem Wege von Island nach Surinam ist. Auf dem Schiff vereint ist eine Besatzung, von der jeden zumindest ein schlechtes Gewissen belastet oder der ein Verbrechen begangen hat, der dunklen Mächten verfallen ist oder dessen Privatleben nicht sehr glücklich verläuft. Sie alle wollen nach der Fahrt ihr Leben ändern oder in den Griff bekommen - wollen ihre Chancen, in welche Richtung auch immer, nutzen. Am Anfang des Buches werden uns die einzelnen Protagonisten und ihre Schicksale näher gebracht: Da ist Saeli, glücklich verheirateter Vater, der seiner Frau eine neue größere Wohnung versprochen hat. Nur leider ist er ein Spieler, der all sein Geld verspielt hat und erpresst wird! Entweder, er schmuggelt Rauschgift von Surinam nach Island zurück, oder seine Familie erfährt alles. Da ist Jonas, der gerade mit einem Vorschlaghammer seine Frau erschlagen hat. Da wird während einer halsbrecherischen Fahrt Karl, der Schwager von Jonas, der neu auf dem Schiff angeheuert hat, von einem Geländewagen überfahren.Da sind einige Besatzungsmitglieder, die eine Meuterei auf hoher See anzetteln wollen, weil die Reederei sie entlassen will. Da ist Jon Karl, genannt Satan, ein Schwerverbrecher, der ganz unfreiwillig auf dieses Schiff gelangt. Und da ist Kapitän Gudmundur, ein verständnissvoller und friedvoller Kapitän, der unglücklich verheiratet ist und sich fest vorgenommen hat, dass diese Fahrt seine letzte sein soll und er danach seine Ehe retten möchte!
Wer nun einen "normalen" Krimi erwartet, bei dem ein cleverer Komissar ermittelt und bald alle ihrer gerechten Strafe zuführt und Gudmundur zum Schluss ein glücklicher Mann wird, der irrt - und zwar gewaltig!
Mit dem Ablegen des Schiffes ist die Katastrophe vorprogammiert: Da alle auf dem Schiff ihre Verbrechen und dunklen Geheimnisse vertuschen wollen, einige davon ja miteinander verstrickt sind, und alle nicht ehrlich miteinander umgehen und sich nicht austauschen, entstehen Situationen, die jeder anders auslegt und es so zu unheilvollen Missverständnissen kommt. Nach einer Weile misstraut jeder jedem, die Angst geht um auf dem Schiff, jeder wird der Sabotage verdächtigt die Funkmasten zerstört zu haben, der Motor fällt aus und der Heizer verfällt endgültig dem Wahnsinn. Als dann noch Piraten das Schiff überfallen, verlieren alle endgültig die Hoffnung, doch noch Land zu erreichen........
Das Buch ist unheimlich packend, sehr dicht in einer unglaublichen Wortwahl geschrieben und lässt den Leser nicht mehr los. Ein Sammelsurium an Charakteren, die aufeinander losgelassen wurden und alle Szenen sind sehr detailliert und bildlich beschrieben. Man fühlt sich in alles hineinversetzt, spürt die düstere Stimmung auf dem Schiff, fühlt das Misstrauen und die Hoffnungslosigkeit, den Zorn und die Trauer der Männer und kann mit durch das Schiff wandern, weil man alle Wege kennt. Diese ausführlichen Beschreibungen einzelner Szenen und Orte unterstreichen für mich die bedrückenden Situationen auf dem Schiff und machen sie noch wirklicher.
Tja, und das Ende ist passend und unausweichlich......................
Ich habe das Buch verschlungen und kann es uneingeschränkt empfehlen.

Blindfisch /// Tista hat insgesamt 40 Rezensionen angelegt.


Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicZum Autor:
Stefán Máni wurde 1970 in Reykjavík geboren. Aufgewachsen ist er in Ólafsvík in West Island. Bevor er mit dem Schreiben begann, arbeitete er als Gärtner, Tischler und Buchbinder, in der Fischindustrie und auch als Sozialarbeiter mit Jugendlichen und in psychiatrischen Kliniken. Das Schiff ist sein siebter Roman.

Klappentext:
Eine Irrfahrt von Island nach Südamerika. Neun Männer, auf denen die Vergangenheit lastet, sind leichte Opfer des Bösen. Das Schiff ist den Elementen ausgeliefert und für die Besatzung beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. In seinem dramatischen Roman erzählt Stefán Máni vom Wesen des Menschen in einer klaustrophobischen Welt.

Meine Meinung:
Am Anfang werden die einzelnen Mannschaftsmitglieder und deren soziales Umfeld vorgestellt. Danach dreht sich alles nur noch um die Per Se. Durch die recht detaillierten Beschreibungen einzelner Situationen, konnte ich mich gut in die Stimmung an Bord einfinden. Immer wieder gibt es ungeahnte Wendungen, die den Spannungsbogen aufrechterhalten. Das Ende war mir zu plötzlich und viele am Anfang aufgeworfene Fragen blieben unbeantwortet.Das Buch war gut zu lesen und hat Spaß gemacht. Das Cover passt zum Buch.

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05.07.2009 Bewertung:  5 Anonym vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicMeine Meinung:
Zuerst zur Aufmachung des Buches. Das Cover trifft die Stimmung des Buches zu 100% und ich empfinde es deshalb als absolut gelungen.
Das Geschichte beginnt mit einem hammerharten Einstieg, der einem so gut wie keine Atempause lässt. Man erfährt aus verschiedenen Blickwinkeln ( dies wird das ganze Buch hindurch beibehalten und ist wirklich gelungen umgesetzt ) einiges über die einzelnen Mitgliedern der Crew. Ihre Vergangenheit, ihren Problemen und persönlichen Dämonen. Das alles ist sehr spannend und flüssig beschrieben. Überhaupt ist der Schreibstil von Stefán Máni sehr präzise und oft nicht ohne Humor. Mir hat die Darstellung der Figuren ausserordentlich gut gefallen. Mit dem Auslaufen des Schiffes beginnt die Odysee, die unaufhaltsame Fahrt in die Katastrophe. Die Atmosphäre ist und bleibt düster und unheilvoll, nichts deutet auf ein gutes Ende hin.
Und hier komme ich auch zum einzigen Kritikpunkt: Das Ende. Für mich nicht überzeugend. Es lässt zuviele Fragen offen. Zudem erhält die Geschichte dadurch einen kompletten Genrewechsel. Trotzdem, oder gerade deswegen, hoffe ich auf weitere Übersetzungen der Bücher des Autors. Ich würde gerne noch ein Buch vom ihm lesen.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  3 Anonym vergibt 6 von 10 Punkten

UserpicDas Frachtschiff „Per se“ ist auf dem Weg nach Surinam. An Bord: 9 Seemänner, alle mit persönlichen Problemen belastet, unter ihnen auch der Verbrecher „Satan“ . Das Schiff soll nach der Fahrt verkauft werden, der Kapitän soll in Rente gehen. Das Leben der Männer und ihr Schicksal ist auf dem Schiff dicht miteinander verwoben. Was in den folgenden Tagen passiert ist eine rasante Mischung aus Meuterei, Piraterie und Sabotage. Wer wird am Ende die Höllenfahrt überstehen? Anfangs fiel es mir schwer, mich in das Buch einzulesen. Die Atmosphäre war schon fast zu gut beschrieben: zu düster und zu beklemmend, geradezu klaustrophobisch. Passt zwar gut zu dem Schiff, hinterlässt aber bei mir als Leser ein eher quälendes Gefühl. Aber mit der Zeit konnte ich einen gewissen Leserythmus entwickeln. Die Spannung, die langsam aber stetig aufgebaut wurde hat sicher dazu beigetragen, das ich das Buch dann auch wirklich zu Ende gelesen habe. Genervt war ich von der teilweise an Comics erinnernden Sprache, ansonsten war das Buch jedoch flüssig zu lesen. Die Figuren wirkten mit der Zeit recht sympathisch, wozu sicher auch die ein oder andere Rückblende beigetragen hat. Auch die Beziehungen – und vor allem die Spannungen- untereinander waren sehr gut nachvollziehbar und realistisch dargestellt. Den Handlungsverlauf fand ich allerdings etwas zu dramatisch – es geht schief, was schief gehen kann, so das etwas weniger Dramatik in dem Fall vielleicht mehr gewesen wäre. Von dem Ende war ich wirklich etwas enttäuscht. Es muß ja nicht immer ein rosarotes Happy End sein, aber ein wenig Farbe zum Schluß hätte dem ansonsten ganz in Grau – und Schwarztönen gehaltenen Buch wirklich gut getan. Ein Buch, das man mal lesen kann, aber nicht unbedingt muß.

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Vom vermeintlichen Familienglück zum klaustrophobischen Albtraum

02.09.2009 Bewertung:  2.5 goldfisch vergibt 5 von 10 Punkten

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\"Das Schiff\" beginnt mit einer (vermeintlich) idyllischen Szene. Trautes Familienglück in einer gemütlichen Wohnung. Doch schon in dieser Szene wird durch einen ominösen Drohanruf deutlich, dass der restliche Inhalt des Buches eher so stürmisch und düster wird wie das Titelbild. Die Besatzung der Per Se ist bunt gemischt, aber jeder trägt mehr oder minder gravierende persönliche Probleme mit sich. Einige wissen schon, dass sie eventuell nach dieser Überfahrt entlassen werden sollen und wollen das nicht akzeptieren. Auf der stürmischen Fahrt treten diese Probleme, Geheimnisse und Ängste immer mehr in den Vordergrund und drohen die sonst geschlossene Mannschaft zu spalten - mit möglicherweise katastrophalen Konsequenzen.

Der allwissende Erzähler schafft es, den Leser in die Psyche aller Figuren hineinschauen zu lassen, ihre Motive fast immer verständlich zu machen. Die plastische Schilderung der Figuren und ihrer Umgebung zog mich schnell in den Bann und so verschlang ich das Buch innerhalb von zwei Tagen. Ein wenig fühlte ich mich an \"Der Herr der Fliegen\" erinnert, wenn es darum ging, wie Menschen in Extremsituationen handeln.

Besonders die bildhafte Sprache und die lebendigen Schilderungen des Lebens an Bord und der stürmischen Natur haben mir gut gefallen. Man merkt dem Roman nicht an, dass es sich um eine Übersetzung handelt - ein definitiver Pluspunkt.

\"Das Schiff\" ist meiner Meinung nach ein sehr empfehlenswerter Roman, der die Abgründe der menschlichen Seele manchmal fast näher an die Oberfläche holt als es mir lieb war.


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Alptraum auf hoher See

18.05.2010 Bewertung:  4 Bellexr vergibt 8 von 10 Punkten

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Acht Seeleute begeben sich auf ihre wahrscheinlich letzte Fahrt mit dem Frachtschiff \"Per Se\". Die Besatzungsmitglieder vermuten, dass für ihr Schiff zukünftig eine kostengünstigere Crew angeheuert werden soll. Da dies natürlich nicht in ihrem Sinne ist, plant die Crew eine Meuterei auf hoher See. Für Kapitän Gudmundur ist es in jeden Fall die letzte Fahrt, da er sich anschließend zur Ruhe setzen wird und der Reederei bereits seine Kündigung mitgeteilt hat. Tja, und dann gibt es noch einen Mitreisenden, der durch eine Verwechslung an Bord kommt und nicht zu Unrecht den Spitznamen \"Satan\" trägt. So entwickelt sich die Fahrt von Island nach Surinam für alle Beteiligte bald zu einem Alptraum, da sie nicht nur den Naturgewalten ausgesetzt sind, sondern anscheinend auch noch einen Saboteur mit an Bord haben.

 

Stefán Máni beginnt seinen Thriller in der Nacht vor dem Auslaufen des Frachters und stellt einen zuerst einen Teil der Crew vor. Schon diese Einblicke sind teilweise recht brutal und eindringlich beschrieben und schon hier gelingt es dem Autor durch seinen flüssigen, direkten Schreibstil fast augenblicklich, eine beklemmende, düstere Stimmung aufzubauen, die sich über das komplette Buch zieht und stellenweise fast greifbar ist.

 

Interessant ist, dass Stefán Máni seinen Thriller oft aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. So wird eine Szene zeitversetzt aus Sicht von zwei oder drei Besatzungsmitgliedern beschrieben bis sich beim entscheidenden Punkt alles zusammenfügt. Dies ist anfangs etwas verwirrend, hieran gewöhnt man sich aber sehr schnell und diese Erzählweise passt perfekt zur Geschichte. Zumal hierdurch die Spannung, die durchweg auf hohem Niveau ist, stellenweise noch gesteigert wird.

 

Was für die Spannung auch förderlich ist, sind die unvorhersehbaren Geschehnisse auf dem Frachter, sodass man eigentlich bei jedem Seitenumblättern schon gespannt auf die nächste Katastrophe wartet. Es mag zwar stellenweise etwas konstruiert wirken, aber spannungsfördernd sind diese allemal.

 

Die Besatzungsmitglieder sind durchweg alle ziemlich verkappte Zeitgenossen, die Stéfan Máni sehr detailreich beschreibt. Da gibt es den Berufsverbrecher Jón Karl (Satan), der ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen geht und trotzdem gelingt es dem Autor hier, aus dieser Killermaschine den Sympathieträger des Buches zu machen. Mit an Bord sind auch Jónas, der kurz vorm Auslaufen des Schiffes seine Frau erschlagen hat, sowie der Alkoholiker Ìsak und der junge Familienvater Saeli, den seine Spielschulden plagen. Die ganze Crew und ihren privaten Hintergrund lernt man teilweise am Anfang des Thrillers, dann auch wieder erst im Laufe der Story näher kennen und manche bleiben einen auch bis zum Ende hin ein Rätsel.

 

Fazit: Ein beklemmender, düsterer Thriller, der eine tolle Story hat und von der ersten Seite an äußerst spannend umgesetzt wurde


Bellexr hat insgesamt 28 Rezensionen angelegt.


Irrfahrt in die Hölle

30.01.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Die Stimmung auf dem Frachtschiff \"Per se\" ist so düster und bedrohlich wie der Sturm der draussen auf hoher See tobt. Denn jeder der neun Männer an Bord hat ein dunkles Geheimnis im Gepäck.

 

Einige Besatzungsmitglieder haben Waffen an Bord geschmuggelt und planen eine Meuterei. Denn ihnen ist zu Ohren gekommen, dass dies die letzte Fahrt für die Crew auf der \"Per se\" sein wird. Denn die Gerüchte sagen, dass sie durch billigere Kräfte ersetzt werden sollen. Dieser Gedanke ist für die Männer unerträglich, aber vielleicht kann die Reederei durch Waffengewalt zum Umdenken gezwungen werden.

 

Den ersten Matrosen quälen ganz andere Sorgen, aufgrund seiner hohen Spielschulden hat er kurz vor der Abfahrt Drohanrufe von jemandem bekommen der sich \"Satan\" nennt. Um einen Teil seiner Schulden zu tilgen, soll er in Surinam ein Päckchen entgegennehmen und mit nach Island bringen. Falls er sich weigert, wird der Schuldeneintreiber sich an seiner kleinen Familie vergreifen. Vor Angst und Sorge kann der junge Familienvater kaum einen klaren Gedanken fassen.

 

Jónas, der Zweite Steuermann, ist auf der Flucht vor den Konsequenzen die seine schreckliche Tat nach sich ziehen wird. Denn kurz vor dem Auslaufen hat er seine Frau mit einem Hammer erschlagen und konnte seine Spuren nur unzureichend beseitigen. Nun lebt er in ständiger Angst entlarvt zu werden, bevor er sich in Surinam heimlich von Bord schleichen kann.

 

Durch äusserst unglückliche Umstände gelangt auch Jón Karl, den man in Unterweltkreisen \"Satan\" nennt, im letzten Moment auf das Frachtschiff. Die \"Per se\" verlässt den Hafen von Grundartangi und nimmt Kurs auf Surinam um dort Fracht aufzunehmen. Sie bricht auf zu einer Fahrt direkt in die Hölle, ob sie ihren Zielhafen erreichen wird ist ungewiss...

 

Meine Meinung

 

Dieser dramatische Roman von Stefán Máni wird mir lange in Erinnerung bleiben, denn sein Erzählstil hat mich sehr beeindruckt. Es ist ihm gelungen eine äusserst bedrohliche und düstere Atmosphäre zu schaffen. Die Feindseligkeit und das Misstrauen zwischen den Besatzungsmitgliedern und die unheimliche , unterschwellige Bedrohung war allgegenwärtig. Aus diesem Grund konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

 

Die neun Männer und ihre unterschiedlichen Geheimnisse und Dämonen wurden spannend beschrieben, deshalb konnte ich mir diese stürmische Irrfahrt sehr gut vorstellen. Mir hat es auch gut gefallen, dass die Ereignisse auf dem Schiff aus den verschiedenen Blickwinkeln der einzelnen Crewmitglieder betrachtet wurden. Denn so konnte man die Zusammenhänge besser verstehen. Auch die losen Handlungsfäden zum Ende fand ich für dieses Buch passend. Sie lassen Raum für eigene Gedanken und Spekulationen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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