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Science-Fiction: Neva: Roman
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Titel:      Neva: Roman
Kategorien:      Science-Fiction
BuchID:      1931
Autor:      Sara Grant
ISBN-10(13):      3426283484
Verlag:      PAN
Publikationsdatum:      2011-03-14
Edition:      Hardcover
Number of pages:      352
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Neva
   


Rezensionen
Bedrückende Zukunftsvision

22.03.2011 Bewertung:  5 Tialda vergibt 10 von 10 Punkten

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Worum geht es?

Die Geschichte spielt in Heimatland – einem großen Gebiet, das unter der sogenannten Protektosphäre liegt, einer Kuppel, die unter Strom steht. Angeblich gibt es außerhalb davon nichts mehr. In Heimatland hält die Regierung die Fäden in der Hand und bestimmt alles. So gut wie alle Gegenstände, wie Kleidung oder technische Geräte, werden so lange wieder benutzt, bis nichts mehr davon übrig ist. Alle Menschen sehen sich extrem ähnlich und die Regierung bestimmt, wer welchem Beruf nach geht und sie bestimmt z.B. auch über das Liebesleben der Bewohner. Es muss mehr Nachwuchs her, also verschwinden rein zufällig die Verhütungsmittel aus den Läden. Dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Wer unangenehme Fragen stellt, verschwindet. Wohin, das weiß niemand. Neva und ihre beste Freundin Sanna wollen so nicht leben, sie wollen, dass die Kuppel endlich geöffnet wird und rebellieren.

 

Rezension:

Ich hätte aufgrund des eigentlich harmlosen Covers und Buchtitels niemals gedacht, dass dieses Buch eine derart heftige Geschichte birgt. Sie spielt in ferner Zukunft und erinnert aber dennoch teilweise an die NS-Zeit und das DDR-Regime. Dieses Werk regt zum nachdenken an und schwirrt einem auch nach dem Lesen noch einige Zeit im Kopf herum.

 

Sara Grant hat einen sehr angenehmen Schreibstil und ermöglicht einem somit, ganz in der Geschichte zu versinken. Und dadurch, dass das Buch aus Nevas Sicht geschrieben ist, kann man sich in sie auch sehr gut hineinversetzen und mit ihr mitfühlen.

 

Mir ging es so, dass ich das ganze Buch über unter Spannung stand und mitfieberte, ob Neva bei dem, was sie tut erwischt wird. Bedrückung war das andere Gefühle, das mich während des Lesens begleitete. Menschenwürde und Meinungsfreiheit werden in Heimatland nämlich klein geschrieben. Es passiert unweigerlich, dass man sich vorstellt, wie man sich selbst verhalten würde, wenn man unter diesen Umständen leben müsste.

 

Fazit:

Ein Buch für Jung und Alt mit einer sehr bedrückenden Geschichte. Man wird sich unweigerlich die Frage stellen, wie wohl unsere Zukunft aussehen wird.


Tialda hat insgesamt 386 Rezensionen angelegt.


Zukunft unter der Kuppel...

22.09.2011 Bewertung:  5 Nazena vergibt 10 von 10 Punkten

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Neva lebt unter einer Kuppel, der Protektosphäre. Angeblich ist außerhalb die Luft verpestet, und alles stirbt. Doch auch innerhalb der Kuppel sterben die Menschen, aber einen sehr viel langsameren Tod: durch generationenlange Inzucht gibt es mehr und mehr Fehlgeburten, Rohstoffe werden knapp und die Bewohner im Aussehen immer ähnlicher. Die Regierung versucht mit allen Mitteln Missstände zu vertuschen, mehr und mehr Menschen, auch Nevas Großmutter, verschwinden spurlos. Doch Neva wagt es, den Kampf gegen die übermächtige Regierung aufzunehmen- zu der auch ihr Vater gehört. Doch ist Leben außerhalb der Kuppel wirklich unmöglich?
Definitiv kein Roman für Klaustrophobiker- das Buch verursacht schon fast Beklemmungen. Man kann gut nachvollziehen, wie sehr Neva sich eingesperrt fühlt, und wie aussichtslos ihr Vorhaben eigentlich ist: überall wird bespitzelt, belauert, man kann niemandem mehr trauen- und die Regierung ist überall. Die geschilderten Umstände sind in jeder Hinsicht ein grausamer Psychoterror, aber durchaus vorstellbar. Man hat ja schon in der jüngeren Vergangenheit gesehen, was für Bestrebungen einzelne Staaten hatten, sich vollkommen von der Welt abzukoppeln, und zu was für Methoden dafür gegriffen wurde. Sara Grant schafft eine äußerst düstere Zukunftsaussicht, die aber absolut mitreißend ist. Die Story ist nicht sehr action-lastig und auf einen „großen Knall“ braucht man nicht zu hoffen- der Roman hat es aber auch nicht nötig. Nevas Gedanken, Aussichten und Motivation werden sehr echt und einfühlsam beschrieben und man fiebert jeden Augenblick mit. Ich hätte mir zwar mehr Hintergrund über die Kuppel und die Zeit des „Terrors“ gewünscht, aber außer in Geheimarchiven ist das Wissen innerhalb der Kuppel verschüttet. Was mich nur wundert: wie wird die Kuppel konstant unter Strom gehalten, wenn es keine Rohstoffe, kein Benzin etc. mehr gibt? Selbst Sonnenkollektoren müssen gewartet werden und brauchen Ersatzteile… ansonsten sind mir keine Fehler aufgefallen. Als Jugendbuch vollkommen überzeugend und spannend, hat der Roman meine Erwartungen komplett erfüllt. Daher 5 von 5 Sterne von mir.


Nazena hat insgesamt 88 Rezensionen angelegt.


Abgeschottet

15.11.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Das Heimatland der 16-jährigen Neva wird durch eine Energiekuppel abgeschottet. Die Regierung behauptet, dass die Protektosphäre die Bewohner vor dem sicheren Tod schützt und dass kein Leben außerhalb der Kuppel möglich ist. Obwohl Neva die Tochter eines angesehenen Ministers ist, entwickelt sie Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage. Denn das Leben innerhalb der Kuppel besteht aus strengen Gesetzen und Regeln. Die Vergangenheit wird von der Regierung systematisch ausgelöscht, denn niemand soll sich an die Zeit vor der Protektosphäre erinnern. Gemeinsam mit ein paar engen Freunden wagt Neva eine Protestaktion. Dadurch gerät sie ins Visier der Regierung, denn diese duldet keine Aufwiegler. Durch die hohe Position ihres Vater kann Neva einer schlimmen Strafe entgehen. Doch nicht alle ihre Freunde haben so viel Glück. Denn es ist bekannt, dass Personen, die sich gegen die Regierung stellen, spurlos verschwinden. So, wie einst Nevas Großmutter. Niemand spricht seitdem von ihr. Es ist fast so, als hätte es sie nie gegeben. Neva ist sich durchaus bewußt, dass ihre Aktionen sie in ernsthafte Schwierigkeiten bringen können, dennoch will sie endlich die Wahrheit wissen.....


Meine Meinung


Bei diesem Jugendbuch handelt es sich um einen dystopischen Roman, der in der Ich-Perspektive, aus der Sicht der Hauptprotagonistin Neva, erzählt wird. Zunächst fällt es nicht ganz leicht, die Welt mit Nevas Augen zu betrachten, da wichtige Hintergrundinformationen zum Leben in der abgeschotteten Welt fehlen. Dennoch ist man sich von Anfang an der beklemmenden Atmosphäre bewusst, die in Nevas Umgebung herrscht. Das Leben wirkt trist, eintönig und von Zwängen und Regeln geprägt. Eine eigene Meinung ist nicht erwünscht. Alles soll genau so ablaufen, wie die Regierung es vorschreibt, sonst gerät man in ernsthafte Gefahr einfach zu verschwinden. Kein Wunder also, dass Neva und ihre Freunde mit einer Protestaktion dagegen aufbegehren wollen. Die Grundidee der Handlung ist nachvollziehbar und interessant.

Doch leider fällt es gerade anfangs etwas schwer, sich mit der Hauptprotagonistin Neva zu identifizieren. Sie handelt stellenweise sehr unüberlegt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken und bringt dadurch nicht nur sich selbst in Gefahr. Dieses Verhalten kostet sie leider einige Sympathiepunkte. Zum Glück ändert sich dieser Eindruck im späteren Verlauf der Handlung noch. Sara Grant lässt ihre Hauptprotagonistin nicht nur gegen die Regierung aufbegehren, sondern auch gegen die aufkeimenden Gefühle, die sie für den Freund ihrer besten Freundin entwickelt. Man spürt förmlich, wie sie sich gegen die beginnende Liebe sträubt, um ihre Freundin nicht zu hintergehen. Die beschriebenen Situationen wirken glaubhaft und nicht zu übertrieben romantisch.

Es gelingt der Autorin, Nevas Umgebung mit einfachen Worten zu beschreiben und die dort herrschende Atmosphäre zu verdeutlichen. Den agierenden Personen fehlt manchmal allerdings die Lebendigkeit, denn es fällt schwer, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Vielleicht liegt das aber auch an ihrem Umfeld und dem Plan der Regierung, alle Menschen einander anzugleichen. Denn so wirkt ihr Handeln beliebig austauschbar und stellenweise überraschend emotionslos.

Obwohl die Grundidee sehr interessant ist, tritt die Handlung zunächst etwas auf der Stelle und plätschert ohne große Überraschungen vor sich hin. Doch dieser Eindruck ändert sich bald. Denn dann nimmt die Erzählung deutlich an Fahrt auf. Der berühmte Funke springt über und plötzlich fällt es schwer, sich vom Gelesenen zu lösen und das Buch aus der Hand zu legen. Es kommt zu einigen Wendungen, bei denen man voll und ganz mit Neva mitfiebert. Das Ende bleibt allerdings relativ offen und bietet Grund für eigene Spekulationen.


Mein Fazit


Auch wenn für mich noch ein paar Fragen unbeantwortet im Raum stehen, vergebe ich dennoch vier von fünf Sternen. Denn, trotz leichter Startschwierigkeiten, habe ich mich beim Lesen gut unterhalten und konnte das Buch zum Ende hin kaum aus der Hand legen. Es ist der Autorin hervorragend gelungen, die düstere Atmosphäre von Nevas Welt zu beschreiben und dadurch zum Nachdenken anzuregen.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.


 
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