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Science-Fiction: Star Trek - Vanguard: Der Vorbote
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Titel:      Star Trek - Vanguard: Der Vorbote
Kategorien:      Science-Fiction
BuchID:      675
Autor:      David Mack
ISBN-10(13):      3936480915
Verlag:      Cross Cult
Publikationsdatum:      2008-02-22
Edition:      1
Number of pages:      395
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Star Trek - Vanguard 01 Der Vorbote
   


Rezensionen
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  4 Zelda vergibt 8 von 10 Punkten

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Endlich ist es soweit: nach jahrelanger Durststrecke gibt es in Deutschland wieder neu übersetzte Star Trek-Bücher. Während in den 1990er Jahren der Heyne-Verlag nur kurz hinter den US-Neuerscheinungen lag, änderte sich das mit der Umstrukturierung des Verlags und so stapeln sich inzwischen seit mehreren Jahren nicht übersetzte Star Trek-Romane. Das wäre auch so geblieben, wenn sich nicht – endlich – ein anderer Verlag erbarmt hätte.

Ich muss gestehen, dass ich vorher vom „Cross Cult“-Verlag noch nichts gehört hatte, alleine nach dieser wirklich absolut liebevoll gestalteten Ausgabe hat sich das aber bei mir radikal geändert. Neben einem guten Cover und guter Verarbeitung gibt es als Extra noch einen Innenteil mit Kartenmaterial und am Ende ein Interview mit dem Autor des Buches. Hut ab, Cross Cult!

Zum Buch selbst ist zu sagen, dass „Der Vorbote“ kein „normaler“ Star Trek-Roman ist, vielmehr handelt es sich um den Auftakt einer eigenen Star Trek-Serie in Romanform. Im Mittelpunkt steht die „Vanguard-Station“, die, in aller Eile fertig gestellt, in einer recht unerforschten Ecke des Weltraums von aus der Classic-Serie bekannten Tholianern („Das Spinnennetz“) bedroht wird. Das Ganze spielt auch zur Zeit der Classic-Serie, dieser Roman setzt, abgesehen vom Prolog, kurz nach der TOS-Episode „Spitze des Eisberges“ an, eine der ersten Star Trek-Folgen überhaupt.

Der Inhalt klingt sehr stark nach einer vorverlegten DS9-Variante und wurde im Vorfeld entsprechend kritisiert. Persönlich hatte mich dieser Roman, der in den USA bereits 2005 erschienen ist, nicht unbedingt gereizt, weil Kirks Crew der Enterprise NCC 1701 nur eine eher unbedeutende Nebenrolle spielt und mich viele der neueren Star Trek-Schreiberlinge stilistisch nicht vom Hocker hauen konnten. Dementsprechend legte ich mir die deutsche Variante vom ersten Teil der Vanguard-Saga mehr der Vollständigkeit halber zu. Das schöne an geringen Erwartungen ist allerdings, dass es eher selten zu Enttäuschung kommt und im besten Fall eine positive Überraschung hinter dem Buchdeckel lauert.

„Der Vorbote“ ist ein klassisches Beispiel dafür, denn das Buch ist wirklich klasse. Die Enterprise NCC 1701 und Kirks Crew kommen zwar tatsächlich nur am Rande vor, dafür allerdings werden neue Hauptpersonen gekonnt und vor allem in ungewohnter Vielschichtigkeit eingeführt. Vollständig anders als von Star Trek gewohnt sind es reale Personen, keine Helden, keine Stereotypen, sondern eher Menschen wie Du und ich, darunter auch Nicht-Starfleet-Angehörige. In „Der Vorbote“ dominieren damit weniger klassische SF-Themen, es ist mehr ein „normaler“ Roman, der zufällig auf einer Raumstation spielt. Von daher ist es wahrscheinlich, dass auch ein Nicht-Star Trek-Fan hier ein Buch findet, dass sich zu lesen lohnt.

Gleichzeitig blitzt viel Sachkenntnis des Autors durch. Alleine schon, dass die Namen der USS Constallation-Crew richtig sind, hat mich beeindruckt, kamen diese doch nur in einer einzigen TOS-Folge („Planetenkiller“) als Nachruf vor. Wichtig ist dieses Wissen zwar nicht, aber es macht die Sache runder.

Wie bereits erwähnt, ist „der Vorbote“ der Auftakt zu einer neuen Reihe und am Ende bleibt damit noch viel Potential für eine Weiterführung der Geschichte. Obwohl auch hier inhaltlich viel passiert, so hatte zumindest ich immer das Gefühl, dass es mehr der Alltag ist, der die Faszination des Romans ausmacht. Dementsprechend ergab sich am Ende auch nicht der Eindruck, dass etwas fehlt.

Bei allem Lob bekommt das Buch von mir deswegen nicht die Höchstwertung, weil zum einen fast ein Tick zu wenig passiert und es Kleinigkeiten sind, die stören. Kirks Crew zum Beispiel bleibt relativ farblos, was angesichts des minimalen Anteils nicht anders zu erwarten gewesen ist. Allerdings hat Kirk in der Folge kurz zuvor gerade seinen besten Freund Gary Mitchell ins Jenseits befördert. Hier allerdings merkt man nicht mal ansatzweise, dass ihn das kratzen würde.

An anderer Stelle hebt der Autor dann eine neue Variante des Kohn-ut-Kalifee aus der Taufe, des Rituals der Herausforderung bei der „Vulkanischen Hochzeit“. Es ist nicht so, dass David Mack bestehende Fakten ignoriert, ein bisschen absonderlich kamen mir seine Kreationen aber schon vor. Sie sind freilich nichts, zu was „Star Trek – Enterprise“ die Vulkanier machte. Diese fünfte ST-Serie konnte nicht nur mit gänzlich „anderen“ Vulkaniern als bisher gewohnt „glänzen“, die deutsche Übersetzung ließ auch zu Wünschen übrig. So wurde das Englische „Ensign“ nicht wie bisher üblich mit „Fähnrich“ übersetzt, es gab auch neue Kreationen, wo der „Captain’s Chair“ statt zum Kommandosessel zum „Stuhl des Captains“ wurde. Ich erspare es mir hier, über die Dämlichkeit entsprechender Kreationen zu schwadronieren, allerdings lohnt sich eine Erwähnung in Zusammenhang mit Vanguard deshalb, weil auch hier der „Ensign“ nicht übersetzt wird. Damit wird die jüngste Tradition aus „Enterprise“ fortgesetzt, begeistert hat es mich aber weniger.

Letztendlich ist die Übersetzung aber akzeptabel und die tolle Aufmachung von „Cross Cult“ entschädigt für so manches. Bleibt zu hoffen, dass der Verlag seine Leser findet, nicht nur, damit es vielleicht in Zukunft in Deutschland wieder mehr Star Trek zum Lesen gibt, sondern einfach auch, weil „Star Trek Vanguard“ es qualitativ eindeutig verdient hat, auch vom deutschen Publikum gelesen zu werden.


Zelda hat insgesamt 179 Rezensionen angelegt.


 
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